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Uniface Engineer

Uniface Engineers entwickeln und pflegen Geschäftsanwendungen in der 4GL-Plattform Uniface, die vor allem in gewachsenen Systemen von Versicherungen, Banken und Behörden läuft. Der Beruf verbindet klassische Anwendungsentwicklung mit der Betreuung langlebiger Bestandssysteme.

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Gehalt

Was man als Uniface Engineer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.100 € 6.000 € 61.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.500 € 8.000 € 78.000 €

Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße: Versicherungen und Banken zahlen nach Haustarif oder in Anlehnung an den Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe deutlich mehr als kleine IT-Dienstleister, im öffentlichen Dienst gilt der TVöD mit engeren Spannen. Wegen der knappen Verfügbarkeit von Uniface-Erfahrung liegen freiberufliche Tagessätze oft deutlich über dem Angestelltenniveau.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Uniface Engineer?

Uniface ist eine Entwicklungsplattform für datenbankgestützte Geschäftsanwendungen, die in den 1980er-Jahren entstand und heute von Rocket Software vertrieben wird. Wer damit arbeitet, betreut in der Regel Systeme, die seit vielen Jahren im Einsatz sind: Vertragsverwaltungen bei Versicherern, Abrechnungssysteme, Fachanwendungen in Verwaltungen oder Logistik. Zur Arbeit gehört, Formulare und Services in der Uniface-eigenen Sprache Proc zu schreiben, Datenmodelle im Repository zu pflegen, SQL gegen Oracle-, DB2- oder SQL-Server-Datenbanken abzusetzen und Schnittstellen zu neueren Systemen über REST, SOAP oder Dateiübergaben zu bauen.

Ein großer Teil des Alltags besteht nicht aus Neuentwicklung, sondern aus Analyse. Fehlermeldungen aus dem Fachbereich müssen in Code zurückverfolgt werden, oft in Modulen ohne aktuelle Dokumentation und von Entwicklern, die das Unternehmen längst verlassen haben. Dazu kommen Versionsmigrationen, etwa von älteren Uniface-Versionen auf Uniface 10 mit seiner neuen Entwicklungsumgebung, sowie Projekte, in denen Uniface-Funktionalität schrittweise in Java-, .NET- oder Webanwendungen überführt wird. Uniface Engineers arbeiten dabei eng mit Fachabteilungen, Datenbankadministratoren und Betriebsteams zusammen.

Wie wird man Uniface Engineer?

Einen Ausbildungsberuf oder Studiengang für Uniface gibt es nicht. Der übliche Weg führt über ein Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik oder über die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Uniface selbst wird fast immer im Betrieb gelernt, durch Einarbeitung an bestehendem Code, durch Herstellerschulungen und durch die Begleitung erfahrener Kollegen. Viele Uniface Engineers sind ursprünglich in anderen Sprachen gestartet und in ein Bestandsprojekt hineingewachsen.

Quereinstieg ist möglich und nicht selten, weil der Markt an ausgebildeten Uniface-Entwicklern klein ist. Vorausgesetzt werden dann solide Kenntnisse in relationalen Datenbanken, SQL und strukturierter Programmierung sowie die Bereitschaft, sich in eine Technologie einzuarbeiten, die außerhalb des jeweiligen Unternehmens kaum sichtbar ist.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit Bildschirmarbeit, meist zu regulären Zeiten, teils im Homeoffice. Belastend sind Releasewochenenden, Rufbereitschaft bei kritischen Systemen und der Druck, wenn ein Fehler in einem Abrechnungslauf produktive Prozesse blockiert. Fachlich fordert der Beruf Geduld: Wer schnelle Ergebnisse und moderne Frameworks sucht, wird mit gewachsenem Code, langen Freigabeprozessen und knapper Dokumentation wenig glücklich.

Ein realer Nachteil ist die Nischenlage. Uniface-Erfahrung lässt sich nur bei den Unternehmen einsetzen, die die Plattform noch betreiben, und deren Zahl nimmt langfristig ab. Wer sich ausschließlich auf Uniface festlegt, macht sich abhängig von einzelnen Arbeitgebern und Projekten.

Aussichten

Kurz- und mittelfristig ist die Nachfrage stabil bis gut, weil viele Bestandssysteme weiterlaufen müssen und kaum Nachwuchs vorhanden ist. Das schlägt sich in vergleichsweise auskömmlichen Konditionen und in gut bezahlten Freelance-Einsätzen nieder. Langfristig verschieben sich die Aufgaben von der Pflege zur Ablösung: Wer Migrationsprojekte leiten, Architekturarbeit übernehmen oder parallel in Java, C# oder Cloud-Themen investiert, hat die besseren Perspektiven. Entwicklungswege führen typischerweise in die Rolle des Softwarearchitekten, in die Projektleitung oder in die IT-Beratung mit Schwerpunkt Legacy-Modernisierung.

Aufgaben

  • Anwendungen und Services in Uniface und Proc entwickeln
  • Fehler in Bestandssystemen analysieren und beheben
  • Datenmodelle und Repository-Objekte pflegen
  • SQL-Abfragen und Datenbankzugriffe optimieren
  • Schnittstellen zu Web-, Java- oder Hostsystemen umsetzen
  • Versionsmigrationen und Releases vorbereiten und begleiten
  • Anforderungen mit Fachabteilungen abstimmen und dokumentieren
  • In Modernisierungsprojekten Funktionalität in neue Technologien überführen

Voraussetzungen

  • Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik oder Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung
  • Kenntnisse in SQL und relationalen Datenbanken wie Oracle, DB2 oder SQL Server
  • Bereitschaft, sich in eine Nischentechnologie und gewachsenen Code einzuarbeiten
  • Systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche und Ausdauer bei Analysen
  • Deutsch und Englisch für Dokumentation und Herstellerkontakt
  • Bereitschaft zu Releaseterminen außerhalb der Kernzeit oder Rufbereitschaft

Wo man arbeitet

  • Versicherungen und Banken
  • IT-Abteilungen großer Industrie- und Handelsunternehmen
  • IT-Dienstleister und Softwarehäuser
  • Behörden und öffentliche Verwaltungen
  • Beratungsunternehmen mit Legacy-Schwerpunkt

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein dreijähriges Bachelorstudium in Informatik oder Wirtschaftsinformatik oder eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Die Uniface-Kenntnisse selbst entstehen anschließend im Betrieb, durch Herstellerschulungen und Einarbeitung in bestehende Projekte, wofür meist sechs bis zwölf Monate angesetzt werden.

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