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Handwerk & Produktion

Trainee Produktion

Trainees in der Produktion durchlaufen in einem Industrieunternehmen mehrere Fertigungs- und Planungsbereiche und werden auf eine Aufgabe als Meister, Schichtleiter oder Produktionsingenieur vorbereitet. Das Programm dauert meist zwölf bis vierundzwanzig Monate.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Trainee Produktion verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.200 € 6.300 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 9.000 € 81.600 €

Am stärksten wirkt die Tarifbindung: In Betrieben der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie zahlen die Tarifverträge der IG Metall beziehungsweise der IGBCE deutlich über dem, was kleinere, nicht tarifgebundene Zulieferer bieten. Nach dem Programm bestimmen die Zieltätigkeit und die Frage, ob Schichtzulagen oder Führungsverantwortung dazukommen, die Höhe.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Trainee Produktion?

Ein Trainee-Programm in der Produktion ist ein befristeter Einstieg mit festem Plan: Alle drei bis sechs Monate wechselt die Station. Typische Stationen sind Montage oder Fertigung, Instandhaltung, Arbeitsvorbereitung, Qualitätssicherung, Logistik und oft ein Abstecher in den Einkauf oder ins Werkscontrolling. In jeder Station arbeitet der Trainee nicht nur mit, sondern übernimmt ein eigenes Projekt: eine Rüstzeit an einer Anlage senken, eine Linie neu austakten, Ausschussursachen an einer Maschine analysieren, ein Kennzahlenblatt für die Schichtübergabe aufbauen.

Der Alltag findet zu großen Teilen in der Halle statt, nicht am Schreibtisch. Dazu gehören Schichtbegleitungen, auch in Früh- und Nachtschicht, Gespräche mit Anlagenführern und Meistern, Messungen an Maschinen, Zeitaufnahmen und die Auswertung von Produktionsdaten. Ein zweiter Teil der Arbeit ist Dokumentation und Präsentation: Ergebnisse vor der Werkleitung vorstellen, Standards schreiben, Verbesserungen mit Instandhaltung und Qualität abstimmen. Häufig gehört ein Einsatz in einem anderen Werk oder im Ausland zum Programm.

Wie wird man Trainee Produktion?

Der übliche Weg führt über ein Studium: Maschinenbau, Produktionstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Verfahrenstechnik, Elektrotechnik oder Lebensmitteltechnologie, je nach Branche. Bachelor genügt in der Regel, Master ist bei Konzernen verbreitet. Praktika oder Werkstudententätigkeit in einer Fertigung sind für die Bewerbung wichtiger als die Abschlussnote. Wer vorher eine gewerblich-technische Ausbildung gemacht hat und danach studiert oder eine Meister- oder Technikerweiterbildung abgeschlossen hat, ist bei vielen Mittelständlern besonders willkommen, weil er die Sprache der Schicht kennt.

Die Auswahl läuft meist über ein Assessment Center oder mehrere Gespräche mit Personalabteilung, Werkleitung und Fachbereich. Ein echter Quereinstieg ohne technischen Hintergrund ist selten. Manche Unternehmen öffnen Programme aber auch für erfahrene Fachkräfte aus der Produktion, die in eine Führungsrolle wachsen sollen.

Was der Beruf verlangt

Die Rolle ist unbequem. Trainees kommen von außen, sollen Abläufe hinterfragen und treffen dabei auf Belegschaften, die vieles schon mehrfach gehört haben. Wer nicht zuhören kann und mit Standardrezepten anrückt, läuft auf. Fachliche Autorität muss man sich in der Halle erst verdienen.

Hinzu kommen Schichtbegleitungen, Lärm, Hitze oder Kälte, Sicherheitsschuhe und lange Zeit auf den Beinen. Die Wechsel alle paar Monate bedeuten immer wieder neue Ansprechpartner und neuen Stoff. Projekte laufen parallel zum Tagesgeschäft, Termindruck ist normal, Überstunden sind verbreitet. Standortwechsel und Umzüge während des Programms muss man einkalkulieren. Nicht jedes Programm mündet in eine feste Zusage; manche enden mit einer Bewerbung auf eine intern ausgeschriebene Stelle.

Aussichten

Die Nachfrage nach technischem Führungsnachwuchs in der Fertigung ist stabil, weil viele Meister und Produktionsleiter in den nächsten Jahren in Rente gehen. Nach dem Programm folgen Positionen als Schichtleiter, Fertigungsingenieur, Prozessplaner, Lean-Manager oder Leiter einer Fertigungsgruppe. Von dort führen Wege zur Betriebs- und Werkleitung, ins Industrial Engineering, in die Qualitätsleitung oder in die Produktionsplanung eines Konzerns.

Die Konjunktur schlägt durch: In Automobilzulieferung und Maschinenbau werden Programme in schwachen Jahren gekürzt, in Pharma, Lebensmittel und Halbleiterfertigung bleibt der Bedarf gleichmäßiger. Wer Fremdsprachen und Auslandserfahrung mitbringt, hat in international aufgestellten Unternehmen die besseren Karten.

Aufgaben

  • Fertigungs-, Qualitäts- und Planungsbereiche als Stationen durchlaufen
  • eigene Verbesserungsprojekte an Linien und Anlagen bearbeiten
  • Produktionskennzahlen wie Ausschuss, Stillstände und Taktzeiten auswerten
  • Schichten begleiten und Abläufe vor Ort aufnehmen
  • Rüst- und Prozesszeiten messen und Standards dokumentieren
  • Ergebnisse vor Meistern, Fachbereichen und Werkleitung präsentieren
  • zwischen Instandhaltung, Qualitätssicherung und Logistik abstimmen

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Verfahrens- oder Produktionstechnik
  • Praktika oder Werkstudentenzeit in einem Produktionsbetrieb
  • Bereitschaft zu Schichtbegleitung, Standortwechsel und Reisen
  • Englisch in Wort und Schrift, in Konzernen verhandlungssicher
  • Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit gewerblichen Mitarbeitenden
  • Sicherheit im Umgang mit Daten, Tabellen und ERP-Systemen
  • körperliche Eignung für längere Zeit in Fertigungshallen

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe der Metall- und Elektroindustrie
  • Automobilhersteller und Zulieferer
  • Chemie-, Pharma- und Lebensmittelwerke
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Konsumgüterhersteller mit eigener Fertigung

Der Weg in den Beruf

Voraussetzung ist in der Regel ein technisches Bachelor- oder Masterstudium, häufig Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen. Das Trainee-Programm selbst ist ein befristetes Arbeitsverhältnis über zwölf bis vierundzwanzig Monate mit festen Stationen, Mentoring und Projektarbeit. Ein eigener Abschluss entsteht dabei nicht; am Ende steht der Wechsel auf eine Fach- oder Führungsstelle im Werk.

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