Produktionsleiter
Produktionsleiter verantworten die Fertigung in einem Industrie- oder Handwerksbetrieb: Sie planen Kapazitäten, führen Schichtpersonal und stellen sicher, dass Mengen, Termine und Qualität stimmen.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Produktionsleiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.600 € | 5.500 € | 55.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.900 € | 7.200 € | 70.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.500 € | 10.000 € | 90.000 € |
Ausschlaggebend sind Betriebsgröße und Branche: In tarifgebundenen Werken der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie liegen die Werte deutlich über denen kleiner Handwerks- und Zulieferbetriebe. Die Tarifverträge der IG Metall und der IG BCE bilden dort die Untergrenze, außertarifliche Verträge mit Bonusanteil sind ab der Werkleitungsebene üblich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Produktionsleiter?
Ein Produktionsleiter steuert alles, was in einem Werk oder einer Fertigungsabteilung tatsächlich hergestellt wird. Er legt fest, welche Aufträge auf welcher Anlage laufen, wie viele Schichten gefahren werden und wer wo eingeteilt ist. Morgens beginnt der Tag meist mit einer Schichtübergabe und einem Blick auf die Kennzahlen der Nacht: Stückzahlen, Ausschussquote, Anlagenverfügbarkeit, Störungsmeldungen. Daraus ergibt sich, was am laufenden Tag umgeplant werden muss, weil eine Maschine steht, Material fehlt oder drei Leute krank gemeldet sind.
Ein großer Teil der Arbeit ist Koordination zwischen Abteilungen. Der Produktionsleiter spricht mit dem Einkauf über Materialtermine, mit der Instandhaltung über Wartungsfenster, mit der Qualitätssicherung über Reklamationen und mit dem Vertrieb über Lieferzusagen, die aus Sicht der Fertigung kaum zu halten sind. Dazu kommen Budgetverantwortung, Investitionsanträge für neue Anlagen, Arbeitssicherheit, Unterweisungen, Audits und die Umsetzung von Verbesserungsprojekten. In kleineren Betrieben steht er selbst an der Linie, in großen Werken führt er über Meister und Schichtführer.
Wie wird man Produktionsleiter?
Es gibt zwei übliche Wege. Der eine führt über ein Studium: Maschinenbau, Produktionstechnik, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Lebensmitteltechnologie, danach Einstieg als Fertigungsingenieur, Prozessingenieur oder Schichtleiter und nach einigen Jahren die Leitung. Der andere Weg beginnt in der Werkstatt: eine gewerblich-technische Ausbildung, mehrere Jahre Erfahrung an der Anlage, dann die Weiterbildung zum Industriemeister oder Technischen Betriebswirt und schrittweise mehr Führungsverantwortung. Beide Wege sind verbreitet, in mittelständischen Betrieben oft sogar der zweite.
Entscheidend ist Erfahrung mit dem konkreten Verfahren. Wer Spritzguss kennt, wird nicht ohne Weiteres eine Molkerei leiten. Erwartet werden außerdem Kenntnisse in Lean-Methoden, ERP-Systemen, Arbeitsrecht in Grundzügen und meist Englisch, wenn der Betrieb zu einem internationalen Konzern gehört.
Was der Beruf verlangt
Die Verantwortung ist unmittelbar spürbar: Steht die Linie, kostet jede Stunde Geld, und die Frage nach dem Grund kommt schnell. Erreichbarkeit außerhalb der regulären Zeiten gehört dazu, bei Mehrschichtbetrieb auch nachts und am Wochenende. Wer selbst in der Schicht mitarbeitet, hat einen langen Arbeitstag zwischen Halle und Büro. Die Umgebung ist laut, staubig, heiß oder kalt, Sicherheitsschuhe und Gehörschutz sind Standard.
Schwer fällt vielen der Führungsteil. Personalmangel, Krankenstand, Zeitarbeit und Fluktuation machen die Planung fragil, und Konflikte im Team landen auf dem Schreibtisch des Produktionsleiters. Gleichzeitig drückt von oben der Kostendruck. Wer keine unangenehmen Entscheidungen treffen und begründen mag, wird in dieser Rolle unglücklich.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, besonders im Mittelstand, wo viele erfahrene Leiter in den nächsten Jahren in Rente gehen. Automatisierung und Digitalisierung verändern die Rolle: Datenanalyse, Anlagenvernetzung und Energiemanagement gewinnen an Gewicht. Entwicklungswege führen zur Werkleitung, in die technische Geschäftsführung, in Richtung Supply Chain oder in beratende Funktionen für Prozessoptimierung. Wer mehrere Standorte oder Anläufe neuer Produkte begleitet hat, ist auf dem Arbeitsmarkt gut aufgestellt.
Aufgaben
- Produktions- und Schichtpläne erstellen und kurzfristig anpassen
- Kennzahlen zu Stückzahl, Ausschuss und Anlagenverfügbarkeit auswerten
- Meister, Schichtführer und Fertigungspersonal führen und einteilen
- Störungen und Materialengpässe mit Instandhaltung und Einkauf klären
- Qualitätsabweichungen und Reklamationen nachverfolgen
- Arbeitssicherheit, Unterweisungen und Audits sicherstellen
- Budget verantworten und Investitionen in Anlagen begründen
- Verbesserungsprojekte nach Lean-Methoden umsetzen
Voraussetzungen
- Studium im technischen Bereich oder Abschluss als Industriemeister beziehungsweise Techniker
- mehrjährige Erfahrung im jeweiligen Fertigungsverfahren
- Führungsfähigkeit und Bereitschaft, Konflikte auszutragen
- Kenntnisse in ERP-Systemen, Kennzahlensteuerung und Lean-Methoden
- Belastbarkeit bei Zeitdruck und Erreichbarkeit außerhalb der Regelarbeitszeit
- körperliche Eignung für Lärm, Hitze und langes Stehen in der Halle
- Englisch in international geführten Betrieben
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe der Metall-, Elektro- und Kunststoffverarbeitung
- Lebensmittel- und Getränkeproduktion
- Chemie- und Pharmawerke
- mittelständische Handwerks- und Fertigungsbetriebe
- Zulieferer der Automobilindustrie
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Maschinenbau, Produktionstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit drei bis fünf Jahren Studiendauer, gefolgt von mehreren Jahren als Prozess- oder Fertigungsingenieur. Alternativ führt der Weg über eine dreieinhalbjährige gewerblich-technische Ausbildung, Berufserfahrung an der Anlage und die berufsbegleitende Weiterbildung zum Industriemeister IHK oder Technischen Betriebswirt.
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Schichtleiter in der Produktion führen ein Team während einer Arbeitsschicht, halten die Anlagen am Laufen und verantworten Menge, Qualität und Sicherheit der gefertigten Ware. Der Beruf verbindet Fachwissen aus der Fertigung mit Personalführung im Schichtbetrieb.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 3.300 – 6.800 €
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