Was macht eine Tourismusmanagerin?
Tourismusmanagement ist kaufmännische Arbeit mit Reisebezug. Wer in dem Feld arbeitet, kalkuliert Pauschalreisen und Hotelraten, verhandelt mit Fluggesellschaften, Busunternehmen und Hotelpartnern, wertet Buchungszahlen aus und entscheidet, welche Zielgebiete ins nächste Programm kommen. Ein großer Teil der Tätigkeit ist Marketing und Vertrieb: Zielgruppen definieren, Kampagnen für Online-Kanäle aufsetzen, Bewertungsportale beobachten, Messeauftritte organisieren. In Destinationsmanagement-Organisationen und bei Tourismusverbänden geht es um Standortvermarktung, Förderprojekte, Statistiken zu Übernachtungszahlen und die Abstimmung mit Kommunen und Betrieben. In Hotels und bei Kreuzfahrtreedereien liegt der Schwerpunkt auf Revenue Management, Personalplanung und Qualitätssicherung. Der Alltag besteht überwiegend aus Tabellen, Systemen, E-Mails und Abstimmungsrunden – Reisen kommt vor, aber deutlich seltener als Bewerberinnen und Bewerber erwarten.
Wie wird man Tourismusmanagerin?
Üblich ist ein Bachelorstudium in Tourismusmanagement, Tourismuswirtschaft oder Hospitality Management, sechs bis sieben Semester lang, an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, privaten Hochschulen oder Berufsakademien. Zugang bietet Abitur oder Fachhochschulreife, an vielen privaten Anbietern auch eine abgeschlossene Berufsausbildung mit Berufserfahrung. Präsenzstudiengänge am Campus arbeiten mit Projektarbeiten, Praxissemestern und Auslandsaufenthalten. Virtuelle Studiengänge und Fernstudien laufen über Lernplattformen, Vorlesungsvideos und Online-Klausuren und lassen sich neben Beruf oder Familie führen – sie verlangen dafür Selbstdisziplin und liefern weniger Kontakte in die Branche. Private Anbieter erheben Studiengebühren, staatliche Hochschulen in der Regel nur Semesterbeiträge. Ein Quereinstieg ist möglich: Viele Führungskräfte in Reisebüros, Hotels und Veranstaltern haben mit einer Ausbildung als Tourismuskauffrau oder Hotelfachmann begonnen und sich über Weiterbildungen oder ein berufsbegleitendes Studium hochgearbeitet.
Was der Beruf verlangt
Die Branche ist saisonal und konjunkturempfindlich. Wer im Vertrieb oder in der Reiseleitung arbeitet, hat Arbeitszeiten am Abend, am Wochenende und in der Hochsaison kaum Urlaub. Störungen – Streiks, Unwetter, Insolvenzen von Partnern – müssen sofort bearbeitet werden, oft mit verärgerten Gästen am Telefon. Die Pandemie hat gezeigt, wie schnell Stellen in diesem Feld wegfallen können. Die Einstiegsgehälter liegen unter dem, was vergleichbare Wirtschaftsstudiengänge in Industrie oder Beratung bringen, und viele erste Stellen sind befristet oder als Trainee angelegt. Verlangt werden gutes Englisch, meist eine weitere Fremdsprache, Sicherheit im Umgang mit Buchungs- und Analysesystemen sowie die Bereitschaft, für einen Aufstieg den Standort zu wechseln.
Aussichten
Nach dem Einbruch der Pandemiejahre ist die Nachfrage nach Fachkräften wieder hoch, besonders in Hotellerie, Revenue Management und im digitalen Vertrieb. Gefragt sind Kenntnisse in Datenanalyse, Onlinemarketing und Nachhaltigkeitsthemen, weil Destinationen und Veranstalter unter Druck stehen, Besucherströme und Emissionen zu steuern. Entwicklungswege führen in die Produktleitung, ins Key-Account-Management, in die Hoteldirektion oder in die Geschäftsführung kleinerer Veranstalter. Ein Masterstudium ist für Positionen in Forschung, Verbandsarbeit und Consulting hilfreich, für den Einstieg in Betriebe aber nicht nötig.