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Handwerk & Produktion

Tischlerhelfer

Tischlerhelfer unterstützen Tischlerinnen und Tischler in Werkstatt und Montage: Sie schleifen, verleimen, tragen Platten, bedienen einfache Maschinen und helfen beim Einbau von Möbeln, Türen und Fenstern. Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Tischlerhelfer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.400 € 2.700 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.650 € 2.950 € 31.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.600 € 2.850 € 3.200 € 34.200 €

Viele kleine Tischlereien sind nicht tarifgebunden und zahlen nahe am gesetzlichen Mindestlohn; wo Tarif gilt, sind es die regionalen Tarifverträge des Tischlerhandwerks oder in der Industrie die Tarifverträge der Holz- und Kunststoffindustrie, die meist höher liegen. Deutlich mehr verdient, wer selbstständig auf Montage arbeitet oder in einem größeren Industriebetrieb mit Schichtzulagen beschäftigt ist.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Tischlerhelfer?

Tischlerhelfer arbeiten Fachkräften in einer Tischlerei oder einem Möbelbetrieb zu. In der Werkstatt schneiden sie Platten nach Vorgabe an der Formatkreissäge zu, schleifen Oberflächen, entgraten Kanten, verleimen Teile und spannen sie in Zwingen oder Pressen. Sie bestücken Kantenanleimmaschinen, sortieren Zuschnitte, bohren Beschlaglöcher nach Schablone und montieren Scharniere, Griffe oder Schubkastenführungen. Dazu kommt viel, was nebenbei anfällt: Holz und Plattenware einlagern, Späne absaugen, Maschinen reinigen, fertige Möbel verpacken und für den Transport sichern.

Ein großer Teil der Arbeit findet beim Kunden statt. Dort tragen Tischlerhelfer Schränke, Küchenzeilen, Innentüren oder Fenster in Wohnungen und Büros, oft über Treppen, und helfen beim Ausrichten, Verschrauben und Abdichten. Sie decken Böden ab, räumen Verpackung weg und laden das Fahrzeug. Entscheidungen über Maße, Konstruktion und Material treffen in der Regel die Gesellen oder der Meister.

Wie wird man Tischlerhelfer?

Eine geregelte Ausbildung gibt es für diese Tätigkeit nicht. Die meisten Betriebe lernen neue Helfer selbst an, meist über einige Wochen an der Seite einer erfahrenen Fachkraft. Ein Schulabschluss wird oft gern gesehen, ist aber nicht immer Bedingung. Hilfreich sind handwerkliche Vorerfahrung, etwa aus dem Bau, aus Lager und Logistik oder aus privaten Projekten, sowie ein Führerschein der Klasse B, weil Montagen mit dem Transporter angefahren werden. Viele Quereinsteiger kommen über Zeitarbeitsfirmen in den Beruf. Für Menschen mit Lernbeeinträchtigung gibt es die Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzverarbeitung. Wer länger dabei ist, kann die Tischlerausbildung nachholen, verkürzt oder über eine Externenprüfung vor der Handwerkskammer.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Plattenware, Arbeitsplatten und montierte Korpusse sind schwer, gearbeitet wird überwiegend im Stehen, häufig gebückt oder über Kopf. In der Werkstatt sind Lärm und Holzstaub trotz Absaugung und Gehörschutz ständige Begleiter. An Säge und Fräse ist konzentriertes, sicheres Arbeiten nötig, weil Unfälle mit Maschinen schwere Verletzungen verursachen. Auf Montage beginnt der Tag oft früh, Fahrzeiten kommen hinzu, und gelegentlich wird länger gearbeitet, damit ein Einbau fertig wird. Schichtarbeit ist im Handwerk selten, in der Möbelindustrie aber verbreitet.

Schwer fällt vielen, dass Helfer ausführen, was andere planen, und dass der Verdienst nah am Mindestlohn liegt. Ohne Abschluss ist der Spielraum für Gehaltssteigerungen begrenzt. Arbeitsplätze über Zeitarbeit sind oft befristet oder wechselnd.

Aussichten

Tischlereien suchen seit Jahren Personal, und Helfer werden vor allem in Betrieben mit viel Montage- und Serienarbeit gebraucht. Gleichzeitig übernehmen CNC-Maschinen und automatisierte Kantenanlagen einfache Werkstattarbeiten, sodass reine Zuarbeit in der Produktion eher abnimmt. Gute Chancen haben Helfer, die zuverlässig sind, Maschinen sicher bedienen und selbstständig auf Montage mitarbeiten. Der wichtigste Entwicklungsschritt ist die Gesellenprüfung zur Tischlerin oder zum Tischler. Viele Betriebe unterstützen bewährte Helfer dabei, weil sie Fachkräfte dringend brauchen. Danach stehen Wege zum Meister, zum Techniker oder in die Montageleitung offen.

Aufgaben

  • Platten und Holzteile nach Vorgabe zuschneiden
  • Oberflächen schleifen und Kanten bearbeiten
  • Teile verleimen, pressen und Beschläge montieren
  • Maschinen bestücken, reinigen und Späne entsorgen
  • Material einlagern und Möbel für den Transport verpacken
  • Möbel, Küchen, Türen und Fenster beim Kunden einbauen helfen
  • Transporter beladen und Baustelle aufräumen

Voraussetzungen

  • Körperliche Belastbarkeit und Kraft zum Heben und Tragen
  • Handwerkliches Geschick und Sorgfalt
  • Sicherer Umgang mit Maschinen und Werkzeug nach Einweisung
  • Grundrechnen und Messen mit Zollstock
  • Führerschein Klasse B, in vielen Betrieben gewünscht
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, auch bei frühem Arbeitsbeginn

Wo man arbeitet

  • Tischlereien und Schreinereien
  • Betriebe der Möbelindustrie
  • Innenausbau- und Ladenbaufirmen
  • Fenster- und Türenhersteller
  • Küchenstudios mit eigener Montage
  • Zeitarbeitsfirmen

Der Weg in den Beruf

Eine vorgeschriebene Ausbildung gibt es nicht, die Einarbeitung im Betrieb dauert meist einige Wochen. Wer sich weiterentwickeln will, macht die dreijährige duale Ausbildung zum Tischler mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, für Erfahrene ist auch eine verkürzte Ausbildung oder Externenprüfung möglich.

Offene Stellen als Tischlerhelfer

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