Terminplaner / Arbeitsvorbereiter
Terminplaner und Arbeitsvorbereiter legen fest, wann welcher Arbeitsschritt mit welchen Mitteln ausgeführt wird. Sie erstellen Termin- und Kapazitätspläne, verfolgen den Fortschritt und greifen ein, wenn Material, Personal oder Vorleistungen fehlen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Terminplaner / Arbeitsvorbereiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.500 € | 5.300 € | 54.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.600 € | 7.000 € | 67.200 € |
In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Vergütung meist nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem Bundesentgelttarifvertrag der Bauwirtschaft und liegt dort deutlich über dem Niveau kleiner, nicht tarifgebundener Zulieferer. Große Projektgeschäfte mit Reisetätigkeit und Verantwortung für Gesamtterminpläne zahlen am oberen Rand.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Terminplaner / Arbeitsvorbereiter?
Zwischen dem Auftrag und der ausgeführten Arbeit liegt die Planung. Terminplaner und Arbeitsvorbereiter zerlegen ein Projekt oder einen Fertigungsauftrag in Vorgänge, schätzen Dauern und Aufwände, ordnen Maschinen, Werkzeuge, Material und Personal zu und legen die Reihenfolge fest. Daraus entsteht ein Terminplan, meist als Balkenplan in MS Project, Primavera oder im ERP-System, oft ergänzt um Kapazitätsauswertungen und Meilensteine.
Im Alltag geht es dann um Abweichungen. Ein Zulieferer liefert zwei Wochen später, eine Maschine fällt aus, eine Konstruktionsfreigabe verzögert sich, ein Monteur ist krank. Der Planer aktualisiert Ist-Termine, rechnet die Folgen für nachgelagerte Vorgänge durch, sucht Ausweichlösungen und informiert Projektleitung, Einkauf und Werkstatt. In der Fertigung kommt die Erstellung von Arbeitsplänen, Stücklistenpflege, Vorgabezeitermittlung und die Bereitstellung von Fertigungsunterlagen hinzu. Am Monatsende folgen Berichte zu Fortschritt, Auslastung und Terminlage.
Wie wird man Terminplaner / Arbeitsvorbereiter?
Es gibt keine eigene Ausbildung. Der häufigste Weg führt über eine technische Ausbildung in Metall, Elektro, Anlagenbau oder Bau mit anschließender Weiterbildung zum Industriemeister, Technischen Fachwirt oder staatlich geprüften Techniker. Ebenso verbreitet ist ein Studium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Bauingenieurwesen oder Produktionstechnik. Entscheidend ist, dass die geplante Arbeit fachlich verstanden wird: Wer nie in einer Werkstatt oder auf einer Baustelle war, plant an der Realität vorbei.
Quereinstiege gelingen häufig aus der Produktion, der Montage oder der Bauleitung heraus. Wer dort Erfahrung gesammelt hat und sich mit Planungssoftware, Lean-Methoden und ERP-Systemen einarbeitet, wird in vielen Betrieben genommen. Zertifikate im Projektmanagement, etwa nach IPMA oder PMI, helfen bei größeren Anlagen- und Bauprojekten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit regelmäßigen Gängen in Fertigung oder auf die Baustelle. Schichtdienst ist selten, Termindruck dafür dauerhaft. Wer Pläne aufstellt, wird für Verzögerungen verantwortlich gemacht, die andere verursacht haben, und muss trotzdem eine tragfähige Lösung liefern. Das erfordert Nerven, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, unangenehme Nachrichten früh und klar weiterzugeben.
Sorgfalt ist unverzichtbar, weil ein falsch verknüpfter Vorgang oder eine vergessene Lieferzeit sich durch den ganzen Plan zieht. Gleichzeitig darf sich niemand in Details verlieren: Pläne müssen benutzbar bleiben. Wer Konflikte scheut oder ausschließlich in Ruhe arbeiten möchte, wird in dieser Rolle unglücklich, denn Rückfragen, Abstimmungsrunden und kurzfristige Umplanungen bestimmen den Tag. In Projektgeschäften kommen Reisen zu Werken, Lieferanten oder Montagestellen dazu.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Maschinenbau, Anlagenbau, Schiffbau, Energietechnik und Bauwirtschaft eher steigend, weil Projekte komplexer und Lieferketten unzuverlässiger geworden sind. Betriebe suchen Planer, die technisches Verständnis und Softwarekenntnisse verbinden, und finden sie schwer.
Entwicklungswege führen in die Leitung der Arbeitsvorbereitung, ins Projektmanagement, in die Produktionssteuerung oder in Richtung Lean Management und Prozessoptimierung. Wer sich in Primavera, SAP PP oder in der Claim- und Nachtragsbearbeitung großer Projekte spezialisiert, hat gute Verhandlungsposition.
Aufgaben
- Termin-, Kapazitäts- und Ablaufpläne erstellen und pflegen
- Aufträge in Vorgänge zerlegen und Dauern schätzen
- Arbeitspläne, Stücklisten und Fertigungsunterlagen erstellen
- Material-, Werkzeug- und Personalbedarf abstimmen
- Fortschritt erfassen und Abweichungen bewerten
- Umplanungen bei Störungen, Lieferverzug oder Ausfällen vornehmen
- Berichte zu Terminlage und Auslastung an die Projektleitung liefern
- Schnittstelle zu Einkauf, Konstruktion, Fertigung und Montage halten
Voraussetzungen
- Technische Ausbildung mit Weiterbildung zum Techniker oder Meister oder ein technisches Studium
- Verständnis der geplanten Fertigungs- oder Bauprozesse
- Sicherer Umgang mit Planungssoftware wie MS Project oder Primavera und mit ERP-Systemen
- Genauigkeit und die Fähigkeit, große Datenmengen strukturiert zu halten
- Durchsetzungsvermögen und klare Kommunikation über Abteilungsgrenzen
- Englisch in international tätigen Betrieben
- Bereitschaft zu gelegentlichen Reisen zu Werken oder Baustellen
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
- Werften und Großprojektfertigung
- Industriebetriebe mit Serien- oder Einzelfertigung
- Bau- und Montageunternehmen
- Energie- und Infrastrukturprojekte
- Ingenieur- und Planungsbüros
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker oder Konstruktionsmechaniker, gefolgt von einer Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Industriemeister. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen oder Bauingenieurwesen in sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Der Einstieg erfolgt meist als Mitarbeiter in der Arbeitsvorbereitung mit Einarbeitung in Planungssoftware und Betriebsabläufe.
Offene Stellen als Terminplaner / Arbeitsvorbereiter
In der Suche fortsetzenTerminplaner / Arbeitsvorbereiter (m/w/d)
Terminplaner / Arbeitsvorbereiter (m/w/d)
Verwandte Berufe
Bauleiter
Bauleiter steuern Baustellen: Sie koordinieren Handwerker und Nachunternehmer, überwachen Termine, Kosten und Qualität und tragen die Verantwortung dafür, dass gebaut wird wie geplant und wie genehmigt.
- Offene Stellen
- 100
- Monatsbrutto
- 3.400 – 9.000 €
Fertigungssteuerer
Fertigungssteuerer planen, welches Produkt wann auf welcher Anlage gefertigt wird, und halten Material, Personal und Termine im Gleichgewicht. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Vertrieb, Einkauf und Werkstatt.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 3.100 – 6.800 €
Produktionsplaner
Produktionsplaner legen fest, was in einem Werk wann, in welcher Menge und auf welcher Anlage gefertigt wird. Sie stimmen Aufträge, Material, Maschinen und Personal so ab, dass Liefertermine gehalten werden.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 3.000 – 7.200 €
Technischer Projektmanager
Technische Projektmanager planen und steuern Entwicklungs-, Bau- oder IT-Projekte mit technischem Inhalt. Sie koordinieren Termine, Budgets und Beteiligte und tragen die Verantwortung dafür, dass ein Projekt fachlich und wirtschaftlich zum Abschluss kommt.
- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 3.800 – 10.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...
- Quereinstieg: wie ein Wechsel in einen anderen Beruf gelingt Ein Berufswechsel scheitert selten an der Fähigkeit und oft an der Darstellung. Welche Weg...
- Der Lebenslauf: Aufbau, Lücken und die häufigsten Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...