Technischen Produktdesigner
Technische Produktdesigner erstellen am Computer 3D-Modelle und technische Zeichnungen von Bauteilen, Baugruppen und Produkten. Sie übersetzen Konstruktionsideen in fertigungsreife Unterlagen, nach denen später produziert wird.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technischen Produktdesigner verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.500 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.600 € | 56.400 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Konstruktionsbüros. Auch Branche und Region wirken stark, Süddeutschland zahlt spürbar mehr als der Osten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Technischer Produktdesigner?
Technische Produktdesigner arbeiten überwiegend am CAD-System. Sie modellieren Bauteile dreidimensional, fügen sie zu Baugruppen zusammen, prüfen, ob sich bewegliche Teile ins Gehege kommen, und leiten aus dem Modell die Fertigungszeichnungen ab. Dazu gehören Maße, Toleranzen, Oberflächenangaben, Schweißsymbole und Werkstoffangaben – Details, an denen sich in der Werkstatt entscheidet, ob ein Teil passt oder Ausschuss wird.
Zum Alltag gehört außerdem die Pflege von Stücklisten und Artikeldaten im PDM- oder ERP-System, die Verwaltung von Änderungsständen und die Abstimmung mit Konstrukteuren, Einkauf, Arbeitsvorbereitung und Fertigung. Wer in der Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion arbeitet, beschäftigt sich stärker mit Form, Ergonomie, Kunststoffteilen und Oberflächen und erstellt auch Renderings oder Anschauungsmodelle für Präsentationen und Vertriebsunterlagen. In der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion stehen Stahlbau, Vorrichtungen, Antriebstechnik und Anlagenlayouts im Vordergrund. Häufig kommen Berechnungen zu Festigkeit, Masse oder Toleranzketten hinzu, ebenso das Erstellen von Montageanleitungen und technischen Dokumentationen.
Wie wird man Technischer Produktdesigner?
Der übliche Weg ist die duale Ausbildung über dreieinhalb Jahre in einem Industriebetrieb oder Ingenieurbüro, mit Berufsschule und Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, eingestellt werden meist Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Fachhochschulreife. Gute Noten in Mathematik und Physik sowie räumliches Vorstellungsvermögen sind praktisch Voraussetzung.
Quereinstiege kommen vor, etwa aus Metallberufen mit CAD-Weiterbildung oder von technischen Zeichnern älterer Ausbildungsordnungen. Ein Studium ist nicht nötig, kann aber später den Weg in die Konstruktion oder Entwicklung öffnen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist sitzend und bildschirmintensiv. Wer Bewegung und wechselnde Umgebungen braucht, wird damit schwer zurechtkommen. Sorgfalt ist keine Tugend, sondern Pflicht: Ein falsches Maß oder eine vergessene Toleranz kostet in der Fertigung schnell viel Geld, und die Verantwortung dafür ist im Zeichnungsstempel dokumentiert.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, oft in Gleitzeit, Schichtarbeit ist unüblich. Vor Messeterminen, Projektfreigaben oder Serienanläufen wird es allerdings hektisch, dann sammeln sich Überstunden. Belastend empfinden viele die ständigen Änderungswünsche aus anderen Abteilungen und den Zwang, Modelle mehrfach zu überarbeiten. Die CAD-Systeme wechseln, neue Versionen und Methoden müssen laufend gelernt werden. Wer Freude an genauem Arbeiten und an technischer Kommunikation hat, findet hier eine sehr planbare Tätigkeit.
Aussichten
Der Bedarf ist solide, vor allem im Maschinen- und Anlagenbau, in der Medizintechnik, im Sondermaschinenbau und bei Zulieferern. Die Automobilbranche baut dagegen Stellen ab, was den Markt regional unterschiedlich prägt. Einfache Zeichnungsarbeiten werden zunehmend automatisiert oder ausgelagert; gefragt bleiben Leute, die Konstruktionslogik verstehen und Fertigungswissen mitbringen.
Weiterentwicklung führt über den Technikerabschluss oder den Technischen Fachwirt, über Spezialisierungen in Simulation, Kunststofftechnik oder Blechkonstruktion oder über ein berufsbegleitendes Studium im Maschinenbau in Richtung Konstruktion und Projektleitung.
Aufgaben
- 3D-Modelle von Bauteilen und Baugruppen im CAD erstellen
- Fertigungszeichnungen mit Maßen und Toleranzen ableiten
- Stücklisten und Artikeldaten im PDM- oder ERP-System pflegen
- Änderungsstände dokumentieren und freigeben
- Konstruktionsvorgaben mit Fertigung, Einkauf und Entwicklung abstimmen
- Werkstoffe, Norm- und Kaufteile auswählen
- Berechnungen zu Toleranzketten, Massen und Festigkeit durchführen
- Renderings, Anschauungsmodelle und technische Dokumentationen anfertigen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Technischer Produktdesigner oder vergleichbare technische Qualifikation
- Sicherer Umgang mit einem 3D-CAD-System wie Creo, SolidWorks, CATIA, NX oder Inventor
- Räumliches Vorstellungsvermögen und Verständnis für Mathematik und Physik
- Kenntnisse in Normung, Toleranzen und Fertigungsverfahren
- Sorgfalt und Ausdauer bei langen Bildschirmarbeitsphasen
- Englischkenntnisse für Normen, Dokumentation und internationale Projekte
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbaubetriebe
- Automobilzulieferer und Fahrzeugbau
- Ingenieur- und Konstruktionsbüros
- Hersteller von Medizin-, Elektro- und Kunststofftechnik
- Entwicklungsabteilungen von Industrieunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die duale Ausbildung zum Technischen Produktdesigner über dreieinhalb Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, mit Wahl zwischen den Fachrichtungen Produktgestaltung und -konstruktion sowie Maschinen- und Anlagenkonstruktion. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Verkürzungen auf drei Jahre sind bei guten Leistungen oder Abitur möglich.
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