Was macht ein Team Manager Inside Sales?
Inside Sales bedeutet Vertrieb aus dem Büro heraus: Angebote per Telefon, Videocall, E-Mail und CRM-System statt Außendienstreisen. Der Team Manager führt eine Gruppe von meist fünf bis fünfzehn Vertriebsmitarbeitenden, die Neukunden gewinnen, Bestandskunden ausbauen oder eingehende Anfragen qualifizieren.
Der Alltag besteht aus drei Blöcken. Erstens Zahlen: Umsatz, Pipeline, Abschlussquoten, Anzahl der Gespräche und die Frage, warum eine Kennzahl in dieser Woche abweicht. Zweitens Menschen: Einzelgespräche, Mithören bei Telefonaten und anschließendes Feedback, Zielvereinbarungen, Einarbeitung neuer Kollegen, gelegentlich auch Trennungsgespräche. Drittens Organisation: Schichtbesetzung, Verteilung von Leads, Abstimmung mit Marketing über die Qualität der Anfragen, mit Produktmanagement über Kundenrückmeldungen und mit dem Vertriebsleiter über Forecast und Budget. Viele Team Manager verkaufen selbst noch mit, meist bei größeren Abschlüssen oder eskalierten Fällen.
Wie wird man Team Manager Inside Sales?
Es gibt keinen festen Ausbildungsweg. Der übliche Einstieg führt über die operative Vertriebsarbeit: mehrere Jahre als Inside Sales Representative, Account Manager oder im Vertriebsinnendienst, dann die Beförderung zur Teamleitung. Vorausgesetzt wird meist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Büromanagement oder im Groß- und Außenhandel, oder ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder einem fachnahen Bereich. In Technologieunternehmen kommen Bewerber auch aus ganz anderen Studienfächern, wenn sie Vertriebserfolge nachweisen können.
Entscheidend ist die nachgewiesene Zielerreichung im eigenen Verkaufsgebiet. Wer über Jahre die Quote erfüllt hat und Kollegen eingearbeitet hat, kommt in Betracht. Führungswissen wird häufig erst danach über interne Programme, Coaching-Seminare oder eine Weiterbildung zum Vertriebsleiter vermittelt. Ein Quereinstieg aus dem Kundenservice oder aus dem Callcenter-Management ist möglich, verlangt aber Erfahrung mit Verkaufsgesprächen.
Was der Beruf verlangt
Der Druck ist unmittelbar und monatlich messbar. Verfehlt das Team seine Zahlen, steht der Team Manager in der Verantwortung, auch wenn die Ursache im Markt, in schlechten Leads oder in unbesetzten Stellen liegt. Die Fluktuation im Inside Sales ist hoch, Einarbeitung ist deshalb eine Dauer- und keine Ausnahmeaufgabe.
Der Rollenwechsel fällt vielen schwer: Wer selbst gern verkauft hat, muss lernen, Erfolge anderen zu überlassen und stattdessen zu coachen. Kritische Gespräche mit Mitarbeitenden, deren Leistung nicht ausreicht, gehören dazu und lassen sich nicht delegieren.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, orientieren sich aber an den Erreichbarkeitszeiten der Kunden; bei internationalen Teams bedeutet das frühe oder späte Termine. Der Tag verläuft überwiegend sitzend, mit vielen Bildschirmstunden und Videokonferenzen. Homeoffice ist in vielen Unternehmen möglich, erschwert aber die Führung eines Teams, das vom gegenseitigen Zuhören lebt.
Aussichten
Inside Sales wächst, weil digitale Vertriebswege günstiger sind als Außendienst. Nachfrage besteht besonders in Software- und Technologieunternehmen, im technischen Handel und bei Personaldienstleistern. Erfahrene Führungskräfte mit belegbaren Ergebnissen finden vergleichsweise leicht neue Stellen.
Die Entwicklungswege führen zum Head of Inside Sales, zur Vertriebsleitung mit mehreren Teams, in das Sales Enablement oder in die Vertriebssteuerung mit Schwerpunkt CRM und Analytik. Ein Wechsel in den Außendienst oder ins Key Account Management ist ebenfalls verbreitet.