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Team Leader Scheme Management

Team Leader Scheme Management führen die Abteilung, die Zertifizierungs- oder Zahlungsprogramme (Schemes) betreut: Regelwerke pflegen, Anforderungen von Normgebern und Akkreditierungsstellen umsetzen, das Team fachlich steuern.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Team Leader Scheme Management verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.800 € 5.600 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 5.200 € 6.200 € 7.300 € 74.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 7.800 € 9.500 € 93.600 €

Entscheidend sind Branche und Arbeitgebergröße: Zertifizierungsstellen und Verbände zahlen deutlich zurückhaltender als Banken und Zahlungsdienstleister, wo variable Anteile hinzukommen. Ein Branchentarifvertrag existiert für dieses Feld nicht, große Prüforganisationen haben teils Haustarife oder Konzernbetriebsvereinbarungen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Team Leader Scheme Management?

Ein Scheme ist ein Regelwerk, nach dem geprüft, zertifiziert oder abgerechnet wird: eine Managementsystemnorm wie ISO 9001, ein Produktzertifizierungsprogramm, ein Nachhaltigkeitsstandard, ein Prüfzeichen oder – im Finanzsektor – die Regelwerke der Kartensysteme Visa und Mastercard. Wer ein solches Programm managt, sorgt dafür, dass die eigene Organisation es korrekt und nachweisbar anwendet.

Der Arbeitsalltag besteht aus Dokumenten, Terminen und Abstimmung. Neue oder geänderte Normen werden gelesen, auf Auswirkungen geprüft und in interne Verfahrensanweisungen, Prüfpläne, Checklisten und IT-Vorlagen übersetzt. Für Akkreditierungsstellen wie die DAkkS oder für Scheme Owner werden Nachweise zusammengestellt, Audits vorbereitet und Abweichungen abgearbeitet. Dazu kommt die Qualifikation der Auditoren und Prüfer: Wer darf welches Programm bearbeiten, welche Schulung fehlt, welche Zulassung läuft aus.

Als Teamleitung kommt die Führung hinzu: Aufgaben verteilen, Auslastung planen, Mitarbeitergespräche führen, neue Kolleginnen einarbeiten, Eskalationen von Kundenseite übernehmen. Ein erheblicher Teil der Zeit geht in Besprechungen mit Vertrieb, Operations, IT und Rechtsabteilung, weil Änderungen im Regelwerk fast immer Prozesse und Systeme berühren.

Wie wird man Team Leader Scheme Management?

Es gibt keine Ausbildung mit diesem Namen. Der übliche Weg führt über ein Studium – Ingenieurwesen, Naturwissenschaften, Lebensmitteltechnologie, Wirtschaft, Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftsinformatik – und mehrere Jahre Praxis in einer Zertifizierungsstelle, einem Prüflabor, im Qualitätsmanagement eines Herstellers oder bei einem Zahlungsdienstleister. Viele beginnen als Scheme Manager, Auditor, Zertifizierungssachbearbeiter oder im Compliance-Bereich und übernehmen später die Teamleitung.

Quereinstiege sind möglich, wenn fachliche Nähe besteht: aus dem Auditwesen, aus der Normung, aus dem Bankenbackoffice. Verlangt werden fast immer gutes Englisch, weil Regelwerke, Scheme Owner und Konzernstrukturen international sind, sowie Erfahrung mit Managementsystemen. Zusatzqualifikationen als interner Auditor oder Lead Auditor nach ISO 19011 sind üblich, Führungserfahrung wird gern gesehen, aber nicht immer gefordert.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Schreibtisch, mit langen Lesephasen und hoher Detailgenauigkeit. Wer sich beim Vergleich von Normfassungen oder beim Formulieren von Verfahrensanweisungen langweilt, wird damit nicht glücklich. Fehler fallen spät auf, dann aber deutlich: bei einer Akkreditierungsprüfung oder wenn Zertifikate nachträglich angefochten werden.

Belastend sind Fristen, die von außen kommen. Übergangsfristen für neue Normversionen sind nicht verhandelbar, und die Umsetzung fällt oft in eine Phase, in der das Tagesgeschäft weiterläuft. Vor Audits wird es regelmäßig eng, Mehrarbeit ist dann normal. Schichtdienst gibt es nicht, mobiles Arbeiten ist weit verbreitet, Reisen kommen für Gremiensitzungen und Standortbesuche vor. Die Doppelrolle aus Fachexperte und Führungskraft empfinden viele als anstrengend, weil die inhaltliche Arbeit nicht weniger wird.

Aussichten

Regulierung und Nachweispflichten nehmen zu – Lieferkettensorgfalt, Produktsicherheit, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Cybersicherheit, Zahlungsverkehr. Der Bedarf an Menschen, die Regelwerke beherrschen und in Prozesse übersetzen können, wächst entsprechend. Die Zahl der Stellen ist überschaubar, sie liegen konzentriert bei Prüf- und Zertifizierungsorganisationen, Verbänden und Finanzdienstleistern.

Entwicklungswege führen in die Abteilungs- oder Bereichsleitung, in die Rolle des Scheme Owners auf Verbandsseite, in Compliance-Leitungsfunktionen oder in die Beratung. Wer mehrere Programme und Branchen kennt, ist gut aufgestellt.

Aufgaben

  • Änderungen an Normen und Regelwerken auswerten und Umsetzungsbedarf feststellen
  • Verfahrensanweisungen, Prüfpläne und Formulare aktuell halten
  • Akkreditierungs- und Scheme-Owner-Audits vorbereiten und begleiten
  • Abweichungen und Korrekturmaßnahmen nachverfolgen
  • Qualifikation und Zulassung von Auditoren und Prüfern steuern
  • Team fachlich und personell führen, Auslastung planen
  • mit Vertrieb, Operations, IT und Recht abstimmen
  • Schulungen und Informationen für interne Anwender erstellen

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Technik, Naturwissenschaft, Wirtschaft oder Recht
  • mehrjährige Praxis im Zertifizierungs-, Qualitäts- oder Compliance-Umfeld
  • sicherer Umgang mit Normen und Managementsystemen
  • verhandlungssicheres Englisch
  • sehr genaue, strukturierte Arbeitsweise und Freude an Dokumentation
  • Bereitschaft zur Führungsaufgabe und Konfliktfähigkeit

Wo man arbeitet

  • Prüf- und Zertifizierungsorganisationen
  • akkreditierte Zertifizierungsstellen und Prüflabore
  • Normungs- und Branchenverbände
  • Banken und Zahlungsdienstleister
  • Qualitäts- und Compliance-Abteilungen von Industrieunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium mit technischem, naturwissenschaftlichem, juristischem oder wirtschaftlichem Schwerpunkt, drei bis sechs Semester länger bei Master. Danach folgen mehrere Jahre als Scheme Manager, Auditor oder Sachbearbeiter in einer Zertifizierungsstelle, bevor die Teamleitung übernommen wird. Zusatzqualifikationen als Lead Auditor nach ISO 19011 oder eine Weiterbildung im Qualitätsmanagement werden meist berufsbegleitend erworben.

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