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Tankstellenpartner / Tankstellenpächter / Tankstellenunternehmer

Tankstellenpartner führen eine Tankstelle als selbstständige Unternehmer im Namen einer Mineralölgesellschaft. Sie verantworten Shop, Personal, Warenwirtschaft und Kasse und tragen das wirtschaftliche Risiko des Standorts.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Tankstellenpartner / Tankstellenpächter / Tankstellenunternehmer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 3.000 € 4.200 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 4.500 € 7.000 € 54.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 8.000 € 15.000 € 96.000 €

Es gibt keinen Tarifvertrag, das Einkommen ist Unternehmergewinn und schwankt stark mit Standort, Shopumsatz und Personalkosten; angestellte Tankstellenleitungen werden dagegen meist nach dem Einzelhandelstarif oder knapp darüber bezahlt. Entscheidend sind Lage, Öffnungszeiten und ob Bistro, Waschanlage oder mehrere Stationen zum Betrieb gehören.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Tankstellenpartner?

Ein Tankstellenpartner betreibt eine Tankstelle auf eigene Rechnung, meist im Rahmen eines Agentur- oder Pachtvertrags mit einer Mineralölgesellschaft wie Aral, Shell, Esso, Total oder Jet. Der Kraftstoff gehört in der Regel der Gesellschaft, verkauft wird er gegen Provision zu zentral vorgegebenen Preisen. Das eigene Geschäft steckt im Shop, in Bistro und Backwaren, in Waschanlage, Autopflege und Zusatzangeboten wie Paketannahme oder Mietwagen.

Der Alltag besteht aus Warenbestellung und Wareneingang, Preispflege, Inventuren, Kassenabrechnung und Tagesabschluss, dazu Personaleinsatzplanung für einen Betrieb, der oft rund um die Uhr geöffnet ist. Tankstellenpartner stehen selbst hinter der Kasse, wenn jemand ausfällt, füllen Regale auf, reinigen Zapfsäulen und Sanitärräume, kontrollieren Tankfüllstände und melden Nachlieferungen. Hinzu kommen Vorgaben der Gesellschaft zu Sortiment, Sauberkeit und Auftritt, die durch Mystery Shopping und Audits überprüft werden, sowie Pflichten aus Gefahrstoff-, Brand- und Umweltrecht, Jugendschutz beim Verkauf von Alkohol und Tabak und die Abwicklung von Tankbetrug und Schwarzfahrern mit der Polizei.

Wie wird man Tankstellenpartner?

Es gibt keine geschützte Ausbildung. Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung im Einzelhandel und mehrere Jahre Erfahrung als Schichtleitung oder Stationsleitung an einer Tankstelle. Die Mineralölgesellschaften wählen ihre Partner in mehrstufigen Verfahren aus und verlangen fast immer einen Nachweis über Eigenkapital, mit dem Warenlager, Kaution und Anlaufkosten finanziert werden. Vor der Übernahme durchlaufen Bewerber eine Schulung der Gesellschaft zu Warenwirtschaft, Recht, Personalführung und Betriebswirtschaft. Quereinsteiger aus Gastronomie, Bäckereifiliale oder Lebensmittelhandel haben Chancen, wenn sie Führungserfahrung und Kapital mitbringen. Ein Gewerbe muss angemeldet, die Eignung nach Gefahrstoffrecht nachgewiesen werden.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeit ist der härteste Punkt. Sechzig Stunden und mehr pro Woche sind bei kleineren Stationen die Regel, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu, und bei Krankheit oder Kündigung im Team springt der Partner selbst ein, auch nachts. Urlaub setzt eine verlässliche Vertretung voraus.

Die Marge im Kraftstoff ist gering und nicht beeinflussbar, verdient wird im Shop. Personalkosten, Diebstahl, Schwund, Energiekosten für Kühlung und Waschanlage und die Ausgleichszahlungen für nicht bezahlte Tankvorgänge drücken das Ergebnis. Wer schwach kalkuliert, arbeitet für weniger als seine Angestellten. Dazu kommen Nachtarbeit in einem Betrieb mit Bargeld, gelegentliche Überfälle und Konflikte mit alkoholisierten Kunden, Fluktuation im Team und der ständige Druck der Standortvorgaben. Wer Tankstellenpartner wird, ist Unternehmer ohne Kündigungsschutz: Läuft der Vertrag aus oder wird die Station geschlossen, ist das Geschäft weg.

Aussichten

Die Zahl der Tankstellen in Deutschland sinkt seit Jahren langsam, gleichzeitig finden die Gesellschaften schwer geeignete Partner, sodass Stationen regelmäßig neu ausgeschrieben werden. Die Elektromobilität verändert das Geschäft: Kraftstoffumsätze gehen zurück, Ladezeiten verlängern den Aufenthalt und machen Bistro, Kaffee und Convenience wichtiger. Wer wirtschaftlich sauber arbeitet, kann mehrere Stationen übernehmen und mit angestellten Stationsleitungen führen; das ist der übliche Weg zu einem tragfähigen Einkommen. Alternativ bleibt der Wechsel in eine angestellte Leitungsposition bei einer Gesellschaft oder in den filialisierten Lebensmitteleinzelhandel.

Aufgaben

  • Shop, Bistro und Waschanlage kaufmännisch führen
  • Personal einstellen, einarbeiten und in Schichten einplanen
  • Waren bestellen, Lieferungen prüfen und Inventuren durchführen
  • Kassenabrechnung, Tagesabschluss und Buchhaltungsunterlagen erstellen
  • Zapfsäulen, Tankfüllstände und Sicherheitseinrichtungen kontrollieren
  • Vorgaben der Mineralölgesellschaft zu Sortiment und Sauberkeit umsetzen
  • Jugendschutz, Hygiene- und Gefahrstoffvorschriften einhalten
  • Tankbetrug, Reklamationen und Störungen im Tagesgeschäft abwickeln

Voraussetzungen

  • kaufmännische Ausbildung, meist im Einzelhandel, oder vergleichbare Praxis
  • mehrjährige Erfahrung an einer Tankstelle oder in der Filialleitung
  • Eigenkapital für Warenlager, Kaution und Anlaufkosten
  • Bereitschaft zu sehr langen Arbeitszeiten, Nacht- und Wochenenddienst
  • Führungserfahrung und Belastbarkeit im Umgang mit Kunden und Konflikten
  • Grundkenntnisse in Kalkulation, Warenwirtschaft und Arbeitsrecht
  • Zuverlässigkeit und einwandfreies Führungszeugnis für die Gewerbeanmeldung

Wo man arbeitet

  • Straßentankstellen in Städten und Gemeinden
  • Autobahntankstellen und Raststätten
  • Automatentankstellen mit angeschlossenem Shop
  • Tankstellen mit Bistro-, Bäckerei- oder Waschstraßenbetrieb

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann im Einzelhandel, gefolgt von mehreren Jahren Praxis an einer Tankstelle bis zur Stationsleitung. Danach folgen das Auswahlverfahren einer Mineralölgesellschaft und deren mehrwöchige Partnerschulung. Einen geschützten Abschluss gibt es nicht; der Einstieg erfolgt über Gewerbeanmeldung und Agentur- oder Pachtvertrag.

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