Was macht ein Sterilisationsassistent?
Sterilisationsassistenten arbeiten in der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte, früher Zentralsterilisation oder ZSVA genannt. Dort kommen benutzte Instrumente aus den Operationssälen, den Ambulanzen und den Funktionsbereichen an. Die Arbeit folgt einem festen Weg von unrein nach rein: Instrumente werden zerlegt, vorgereinigt, in Reinigungs- und Desinfektionsautomaten gefahren, anschließend auf Rückstände, Gängigkeit und Beschädigung geprüft, nach Siebliste zu Sets zusammengestellt, verpackt, etikettiert und im Dampfsterilisator oder im Niedertemperaturverfahren sterilisiert. Danach folgen Freigabe, Dokumentation und Lagerung.
Ein großer Teil der Tätigkeit ist Kontrolle und Nachweis. Jede Charge wird mit Indikatoren und Prüfkörpern überwacht, jeder Prozess dokumentiert, jede Freigabe ist namentlich zuzuordnen. Wer im Sterilgutkreislauf arbeitet, arbeitet unter dem Medizinproduktegesetz und nach den Empfehlungen von Robert-Koch-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Fehler fallen im OP auf, und zwar am Patienten. Dazu kommen Bestückung und Pflege der Geräte, Nachschub von Verbrauchsmaterial und die Abstimmung mit dem OP über Bedarf und Dringlichkeit.
Wie wird man Sterilisationsassistent?
Es gibt keine klassische duale Ausbildung. Der Zugang läuft über die Fachkundelehrgänge der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung. Der Fachkundekurs I umfasst etwa 120 Unterrichtsstunden plus Praktikum und ist die Mindestqualifikation für selbstständiges Arbeiten in der Aufbereitung. Fachkunde II qualifiziert für erweiterte Aufgaben und Prozessfreigabe, Fachkunde III für die Leitung einer Abteilung. Viele Häuser stellen Berufsfremde als Hilfskraft ein und finanzieren den Kurs berufsbegleitend. Der Beruf ist damit ein häufiger und realistischer Quereinstieg, etwa aus der Pflegehilfe, der Produktion oder dem Handel. Vorkenntnisse aus medizinischen oder technischen Berufen helfen, sind aber keine Bedingung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in einem geschlossenen Bereich ohne Tageslicht und ohne Patientenkontakt statt. Es ist laut, warm und feucht, besonders auf der unreinen Seite. Getragen werden Schutzkleidung, Handschuhe, teils Mundschutz und Schürze. Man steht fast durchgehend, hebt Siebe und Container von mehreren Kilogramm und arbeitet mit Reinigungschemikalien. Der Kontakt mit kontaminierten Instrumenten gehört dazu, Stichverletzungen sind ein reales Risiko. Der OP-Betrieb bestimmt das Tempo: Wenn Siebe dringend gebraucht werden, entsteht Druck, ohne dass Prüfschritte übersprungen werden dürfen.
Häuser mit Notfallversorgung arbeiten im Zweischicht- oder Dreischichtbetrieb, mit Wochenend- und Feiertagsdiensten sowie Rufbereitschaft. Wer Routine, klare Abläufe und ruhiges, genaues Arbeiten mag, findet den Beruf gut aushaltbar. Wer Abwechslung und Gespräche braucht, wird die Monotonie spüren. Anerkennung von außen gibt es wenig, weil die Abteilung im Verborgenen liegt.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil und in vielen Regionen ungedeckt. Jedes Krankenhaus, jedes größere ambulante OP-Zentrum und jeder Dienstleister für Instrumentenaufbereitung braucht Fachkundepersonal, und die rechtlichen Anforderungen an die Aufbereitung steigen weiter. Entwicklungswege führen über Fachkunde II und III zur Schichtleitung oder Abteilungsleitung, in die Prozessvalidierung, in die Medizinproduktberatung oder in den technischen Außendienst der Geräte- und Instrumentenhersteller. Ein Wechsel in die OP-Assistenz oder in das Hygienefachwesen ist mit zusätzlicher Qualifikation möglich.