Sterilisationsassistent
Sterilisationsassistenten reinigen, desinfizieren, verpacken und sterilisieren Medizinprodukte und Instrumente in der Aufbereitungseinheit eines Krankenhauses. Sie sorgen dafür, dass im OP nur keimfreies und geprüftes Material zum Einsatz kommt.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sterilisationsassistent verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.400 € | 44.400 € |
In kommunalen und kirchlichen Krankenhäusern richtet sich die Vergütung nach TVöD-K beziehungsweise AVR, meist in den Entgeltgruppen 4 bis 6, mit Fachkunde III und Abteilungsleitung höher. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen erhöhen das tatsächliche Einkommen deutlich; private Aufbereitungsdienstleister zahlen häufig unter Tarif.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sterilisationsassistent?
Sterilisationsassistenten arbeiten in der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte, früher Zentralsterilisation oder ZSVA genannt. Dort kommen benutzte Instrumente aus den Operationssälen, den Ambulanzen und den Funktionsbereichen an. Die Arbeit folgt einem festen Weg von unrein nach rein: Instrumente werden zerlegt, vorgereinigt, in Reinigungs- und Desinfektionsautomaten gefahren, anschließend auf Rückstände, Gängigkeit und Beschädigung geprüft, nach Siebliste zu Sets zusammengestellt, verpackt, etikettiert und im Dampfsterilisator oder im Niedertemperaturverfahren sterilisiert. Danach folgen Freigabe, Dokumentation und Lagerung.
Ein großer Teil der Tätigkeit ist Kontrolle und Nachweis. Jede Charge wird mit Indikatoren und Prüfkörpern überwacht, jeder Prozess dokumentiert, jede Freigabe ist namentlich zuzuordnen. Wer im Sterilgutkreislauf arbeitet, arbeitet unter dem Medizinproduktegesetz und nach den Empfehlungen von Robert-Koch-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Fehler fallen im OP auf, und zwar am Patienten. Dazu kommen Bestückung und Pflege der Geräte, Nachschub von Verbrauchsmaterial und die Abstimmung mit dem OP über Bedarf und Dringlichkeit.
Wie wird man Sterilisationsassistent?
Es gibt keine klassische duale Ausbildung. Der Zugang läuft über die Fachkundelehrgänge der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung. Der Fachkundekurs I umfasst etwa 120 Unterrichtsstunden plus Praktikum und ist die Mindestqualifikation für selbstständiges Arbeiten in der Aufbereitung. Fachkunde II qualifiziert für erweiterte Aufgaben und Prozessfreigabe, Fachkunde III für die Leitung einer Abteilung. Viele Häuser stellen Berufsfremde als Hilfskraft ein und finanzieren den Kurs berufsbegleitend. Der Beruf ist damit ein häufiger und realistischer Quereinstieg, etwa aus der Pflegehilfe, der Produktion oder dem Handel. Vorkenntnisse aus medizinischen oder technischen Berufen helfen, sind aber keine Bedingung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in einem geschlossenen Bereich ohne Tageslicht und ohne Patientenkontakt statt. Es ist laut, warm und feucht, besonders auf der unreinen Seite. Getragen werden Schutzkleidung, Handschuhe, teils Mundschutz und Schürze. Man steht fast durchgehend, hebt Siebe und Container von mehreren Kilogramm und arbeitet mit Reinigungschemikalien. Der Kontakt mit kontaminierten Instrumenten gehört dazu, Stichverletzungen sind ein reales Risiko. Der OP-Betrieb bestimmt das Tempo: Wenn Siebe dringend gebraucht werden, entsteht Druck, ohne dass Prüfschritte übersprungen werden dürfen.
Häuser mit Notfallversorgung arbeiten im Zweischicht- oder Dreischichtbetrieb, mit Wochenend- und Feiertagsdiensten sowie Rufbereitschaft. Wer Routine, klare Abläufe und ruhiges, genaues Arbeiten mag, findet den Beruf gut aushaltbar. Wer Abwechslung und Gespräche braucht, wird die Monotonie spüren. Anerkennung von außen gibt es wenig, weil die Abteilung im Verborgenen liegt.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil und in vielen Regionen ungedeckt. Jedes Krankenhaus, jedes größere ambulante OP-Zentrum und jeder Dienstleister für Instrumentenaufbereitung braucht Fachkundepersonal, und die rechtlichen Anforderungen an die Aufbereitung steigen weiter. Entwicklungswege führen über Fachkunde II und III zur Schichtleitung oder Abteilungsleitung, in die Prozessvalidierung, in die Medizinproduktberatung oder in den technischen Außendienst der Geräte- und Instrumentenhersteller. Ein Wechsel in die OP-Assistenz oder in das Hygienefachwesen ist mit zusätzlicher Qualifikation möglich.
Aufgaben
- Instrumente und Medizinprodukte zerlegen und maschinell reinigen
- Sauberkeit, Funktion und Unversehrtheit jedes Instruments prüfen
- Instrumentensets nach Siebliste zusammenstellen und verpacken
- Dampf- und Niedertemperatursterilisatoren bestücken und überwachen
- Chargen dokumentieren und Sterilgut freigeben
- Sterilgut lagern und an OP und Stationen ausgeben
- Reinigungs- und Desinfektionsgeräte pflegen und Routineprüfungen durchführen
Voraussetzungen
- Mindestens Hauptschulabschluss, Fachkundelehrgang I der DGSV
- Sorgfalt und Bereitschaft, Vorschriften ohne Abkürzung einzuhalten
- Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Heben von Sieben und Containern
- Gute Deutschkenntnisse für Dokumentation und Sieblisten
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
- Nachweis über Hepatitis-B-Impfung nach arbeitsmedizinischer Beratung
Wo man arbeitet
- Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte im Krankenhaus
- Ambulante Operationszentren und Tageskliniken
- Externe Dienstleister für Instrumentenaufbereitung
- Größere Zahnarzt- und Facharztpraxen
- Hersteller und Servicebetriebe für Medizinprodukte
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt in der Regel über eine Anstellung als Hilfskraft und den berufsbegleitenden Fachkundelehrgang I der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung mit rund 120 Unterrichtsstunden, Praktikum und Abschlussprüfung. Aufbauend folgen Fachkunde II für erweiterte Aufgaben und Fachkunde III für Leitungsfunktionen. Eine dreijährige duale Ausbildung existiert für diesen Beruf nicht.
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- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 3.000 – 5.200 €
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