Was macht ein Servicetechniker HKLS?
HKLS steht für Heizung, Klima, Lüftung, Sanitär. Servicetechniker in diesem Bereich halten die technische Gebäudeausrüstung in Betrieb: Gas- und Ölbrennwertkessel, Wärmepumpen, Fernwärmeübergabestationen, Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung, Kaltwassersätze, Pumpen, Trinkwasseranlagen. Ein typischer Tag besteht aus mehreren Terminen: Wartung nach Herstellerintervall, dazwischen eine Störungsmeldung, die dazwischengeschoben wird.
Die Arbeit beginnt mit Messen und Lesen. Abgaswerte prüfen, Drücke und Temperaturen aufnehmen, Regelparameter am Display kontrollieren, Fehlerspeicher auslesen. Dann folgt die eigentliche Instandsetzung: Brennerdüse tauschen, Wärmetauscher reinigen, Umwälzpumpe ersetzen, Ventil neu einstellen, Filter in der Lüftungsanlage wechseln, Kältemittelkreis auf Dichtheit prüfen. Nach jedem Einsatz wird dokumentiert, in vielen Betrieben digital über ein Tablet, inklusive Messprotokoll und verbrauchtem Material. Wer beim Kunden vor Ort ist, erklärt zugleich, was gemacht wurde, und schätzt ein, ob eine Anlage noch reparabel oder erneuerungsbedürftig ist.
Wie wird man Servicetechniker HKLS?
Der übliche Weg führt über die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Danach folgen einige Jahre Montage oder Kundendienst, bis genug Anlagenkenntnis für den selbstständigen Serviceeinsatz vorhanden ist. Auch Mechatroniker für Kältetechnik, Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder Industriemechaniker steigen quer ein, wenn sie sich die fehlenden Gewerke aneignen.
Wichtig sind Zusatzqualifikationen: der Sachkundenachweis Kategorie I nach der Kältemittelverordnung für Arbeiten an Kälte- und Klimaanlagen, Schulungen der Gerätehersteller, Nachweise für Arbeiten an Gasanlagen, teils VDI 6022 für Lüftungshygiene. Aufstiegsfortbildungen sind der Meister im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk oder der Techniker in Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik.
Was der Beruf verlangt
Die Tätigkeit ist körperlich fordernd. Kesselräume sind eng, Dachzentralen erreicht man über Leitern, Rohrleitungen liegen unter Decken. Gearbeitet wird knieend, über Kopf, in Staub und Hitze. Dazu kommt der Zeitdruck durch getaktete Tourenpläne: Wer bei einem Kunden länger braucht, verschiebt alle folgenden Termine.
Rufbereitschaft gehört in vielen Betrieben dazu, im Winter besonders, wenn Heizungen ausfallen. Wochenenddienste und Überstunden sind verbreitet. Fahrzeiten machen einen erheblichen Teil des Tages aus, ein Führerschein der Klasse B ist Pflicht. Verantwortung besteht auch rechtlich: Fehler an Gas-, Abgas- oder Trinkwasseranlagen können Menschen gefährden. Und weil viele Anlagen mittlerweile vernetzt sind, muss man sich in Regelungstechnik und Software genauso einarbeiten wie in Mechanik.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Der Bestand an Heizungsanlagen muss gewartet werden, gleichzeitig treiben Wärmepumpen, Lüftungstechnik und Gebäudeautomation den Bedarf an Fachkräften. Betriebe finden seit Jahren nicht genug Personal, was die Verhandlungsposition erfahrener Techniker verbessert.
Entwicklungswege führen in die Serviceleitung, Disposition oder Projektleitung, zur technischen Beratung beim Hersteller, in den Anlagenbau oder in die Selbstständigkeit mit Meisterbrief. Eine Spezialisierung auf Wärmepumpen, Kältetechnik oder Mess-, Steuer- und Regelungstechnik erhöht den Marktwert deutlich.