Was macht ein Service Technician?
Gastronomiebetriebe stehen und fallen mit ihrer Technik. Wenn der Kombidämpfer mitten im Mittagsgeschäft ausfällt, die Zapfanlage schäumt oder die Kühlzelle nicht mehr auf Temperatur kommt, kommt der Service Technician. Er misst Spannungen und Temperaturen, liest Fehlerspeicher aus, tauscht Heizelemente, Ventile, Dichtungen und Platinen, entkalkt Boiler und stellt Brühgruppen ein. Bei Kältetechnik gehören Dichtheitsprüfungen, Kältemittelarbeiten und das Nachfüllen von Anlagen dazu.
Ein großer Teil der Arbeit ist Wartung nach Plan: Anlagen werden in festen Intervallen durchgegangen, bevor etwas kaputtgeht. Dazu kommen Neuinstallationen, etwa wenn eine Küche umgebaut oder eine Kaffeemaschinenflotte ausgetauscht wird. Nach jedem Einsatz wird dokumentiert, welche Teile verbaut wurden und was noch offen ist. Wer im Außendienst arbeitet, plant seine Tour selbst mit, hält das Ersatzteillager im Servicefahrzeug in Ordnung und erklärt dem Küchenpersonal, wie sich Störungen vermeiden lassen.
Wie wird man Service Technician?
Der übliche Weg ist eine abgeschlossene technische Ausbildung, etwa als Elektroniker für Geräte und Systeme, Mechatroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder Mechatroniker für Kältetechnik. Wer an Kälteanlagen arbeitet, braucht den Sachkundenachweis nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung. Für Arbeiten an Schankanlagen und Trinkwasseranschlüssen sind zusätzliche Schulungen üblich.
Die gerätespezifische Qualifikation kommt fast immer vom Hersteller. Große Anbieter von Großküchen-, Kaffee- und Kältetechnik schulen ihre Techniker über Wochen, mit regelmäßigen Auffrischungen für neue Baureihen. Ein Quereinstieg gelingt Handwerkern aus verwandten Bereichen, etwa aus der Heizungstechnik oder dem Maschinenbau, wenn die Bereitschaft zur Einarbeitung besteht. Ohne technische Grundausbildung ist der Einstieg schwierig, weil elektrische Arbeiten an gewerblichen Geräten fachliche Befähigung voraussetzen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet dort statt, wo gekocht wird: eng, warm, oft laut, häufig unter Zeitdruck, weil der Betrieb weiterlaufen muss. Geräte müssen aus Nischen gezogen, Kühlaggregate über Kopf montiert werden. Rückenbelastung, Arbeiten auf Leitern und Verschmutzung durch Fett und Kalk sind Alltag.
Der Außendienst bedeutet lange Tage im Fahrzeug und wechselnde Einsatzorte. Notdienst und Rufbereitschaft am Wochenende gehören in vielen Betrieben dazu, weil Gastronomie dann geöffnet ist. Wer im Rahmen von Wartungsverträgen für Hotels arbeitet, ist teilweise mehrere Tage unterwegs. Gleichzeitig ist Kundenkontakt ein wesentlicher Teil der Rolle: Gastronomen sind unter Stress, wenn sie anrufen, und erwarten eine klare Auskunft, wie lange es dauert und was es kostet.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Gastronomiebetriebe haben ihre Technik in den letzten Jahren stark modernisiert, gleichzeitig fehlen im Handwerk insgesamt Fachkräfte. Wer Kältetechnik und Elektronik verbindet, findet vergleichsweise leicht eine Stelle und kann den Arbeitgeber wählen.
Entwicklungswege führen zur Spezialisierung auf bestimmte Gerätefamilien, zur Übernahme der Einsatzplanung oder Serviceleitung, in den technischen Innendienst und in die Anwendungsberatung beim Hersteller. Mit Meisterbrief oder Technikerabschluss ist eine eigene Servicefirma möglich, oft mit festen Wartungsverträgen als Grundlage.