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Scientific Consultant

Scientific Consultants übersetzen wissenschaftliche Daten in Entscheidungsgrundlagen für Unternehmen, Behörden oder Kliniken. Sie arbeiten in Beratungen, Agenturen für Medical Communications oder in der Pharma- und Medizintechnikbranche.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Scientific Consultant verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 8.000 € 11.000 € 96.000 €

Es gibt keinen Tarifvertrag; gezahlt wird frei verhandelt und stark abhängig von Arbeitgebertyp. Strategieberatungen und Pharmakonzerne zahlen deutlich über Medical-Communications-Agenturen und Forschungsinstituten, eine Promotion und ein gesuchtes Therapiegebiet erhöhen das Einstiegsniveau merklich; variable Bonusanteile kommen häufig hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Scientific Consultant?

Scientific Consultants stehen zwischen Forschung und Geschäftsentscheidung. Sie lesen Studien, bewerten deren Aussagekraft, fassen Evidenz zusammen und leiten daraus Empfehlungen ab. Der Auftrag kann sein: Wie überzeugend ist die Datenlage zu einem neuen Wirkstoff im Vergleich zur Standardtherapie? Welche Endpunkte akzeptiert der Gemeinsame Bundesausschuss? Welche Argumente tragen ein Publikationskonzept für die nächsten zwei Jahre?

Der Alltag besteht aus systematischen Literaturrecherchen, dem Erstellen von Slide Decks, Value Dossiers, Manuskripten und Schulungsunterlagen, aus Telefonkonferenzen mit Kunden und Gesprächen mit Ärztinnen und Forschenden, die als externe Experten eingebunden werden. Dazu kommt die Vorbereitung von Advisory Boards und Kongressauftritten. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Schreiben und Redigieren, ein weiterer Teil ist Projektsteuerung: Termine, Freigabeschleifen, Budgets, Abstimmung mit Regulatory, Medical Affairs und Marketing.

Häufigste Felder sind Pharma und Medizintechnik, daneben Chemie, Umwelt, Ernährung, Energie und Technologiefolgenabschätzung. Je nach Arbeitgeber liegt der Schwerpunkt auf Market Access und Gesundheitsökonomie, auf medizinischer Kommunikation oder auf Strategieberatung mit wissenschaftlichem Einschlag.

Wie wird man Scientific Consultant?

Der Einstieg führt fast immer über ein naturwissenschaftliches, medizinisches oder pharmazeutisches Studium. Biologie, Biochemie, Pharmazie, Medizin, Biotechnologie, Chemie, Public Health oder Epidemiologie sind übliche Fächer. Ein Master ist Mindeststandard, in der Medical-Communications- und Market-Access-Beratung ist eine Promotion in vielen Häusern der Regelfall, weil sie Glaubwürdigkeit im Gespräch mit Klinikern schafft.

Es gibt keine geregelte Ausbildung und keinen geschützten Titel. Viele kommen direkt aus der Doktorarbeit oder einem Postdoc, andere wechseln aus dem Labor, aus der klinischen Forschung, aus einer Zulassungsabteilung oder aus dem Wissenschaftsjournalismus. Erwartet werden sehr gutes Englisch, sicheres Verständnis von Studiendesigns und Statistik sowie die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte kurz und richtig darzustellen. Weiterbildungen zu Health Technology Assessment, Good Publication Practice oder Projektmanagement werden meist im Job erworben.

Was der Beruf verlangt

Der Wechsel vom Forschen zum Beraten fällt vielen schwerer als erwartet. Statt einer Frage über Jahre bearbeitet man mehrere Themen gleichzeitig, oft nur so tief, wie das Budget erlaubt. Tiefe wird durch Tempo ersetzt, und wissenschaftliche Sorgfalt muss gegen Deadlines und Kundeninteressen verteidigt werden. Wer keine Kompromisse aushält, wird unglücklich.

Die Auslastung schwankt stark. Vor Kongressen, Einreichungsfristen oder Pitches sind lange Tage und Wochenendarbeit üblich, in Beratungen mit Projektgeschäft mehr als in Industrieabteilungen. Reisen zu Advisory Boards und Kongressen kommen dazu, in Strategieberatungen deutlich mehr. Die Arbeit ist überwiegend sitzend am Bildschirm, Homeoffice ist verbreitet. Belastend sind Freigabeschleifen, in denen ein Text zehnmal überarbeitet wird, und die Abhängigkeit von wenigen großen Auftraggebern.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst dort, wo Nutzenbewertung, Evidenzanforderungen und regulatorische Dokumentationspflichten zunehmen. Erfahrene Fachleute mit therapeutischem Schwerpunkt, etwa in Onkologie oder seltenen Erkrankungen, sind gesucht. Entwicklungswege führen in die Leitung von Projektteams oder Accounts, in die Spezialisierung als Medical Writer, HTA-Experte oder Gesundheitsökonom sowie in Medical-Affairs-Positionen bei Herstellern, die häufig besser bezahlt und ruhiger sind als das Agenturgeschäft. Selbstständige Beratung ist möglich, setzt aber ein belastbares Netzwerk voraus.

Aufgaben

  • systematische Literatur- und Datenrecherchen durchführen
  • Studienergebnisse bewerten und in Dossiers zusammenfassen
  • Präsentationen, Manuskripte und Schulungsmaterial erstellen
  • Advisory Boards und Kongressauftritte vorbereiten und begleiten
  • Kunden zu Evidenzstrategie und Publikationsplanung beraten
  • externe Experten aus Klinik und Forschung einbinden
  • Projektzeitpläne, Freigabeschleifen und Budgets steuern
  • Zulassungs- und Nutzenbewertungsanforderungen im Blick behalten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes naturwissenschaftliches, medizinisches oder pharmazeutisches Studium, meist Master
  • Promotion in vielen Häusern erwartet oder klarer Vorteil
  • sicheres Verständnis von Studiendesigns und medizinischer Statistik
  • sehr gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Fähigkeit, komplexe Inhalte präzise und knapp zu formulieren
  • Belastbarkeit bei parallelen Projekten und engen Fristen
  • Bereitschaft zu Dienstreisen

Wo man arbeitet

  • Beratungen für Life Sciences und Gesundheitswesen
  • Agenturen für Medical Communications
  • Pharma- und Medizintechnikunternehmen
  • Auftragsforschungsinstitute (CRO)
  • Forschungs- und Politikberatungsinstitute
  • Verbände und Behörden im Gesundheitswesen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Studium mit Masterabschluss, also etwa fünf Jahre, häufig gefolgt von einer Promotion über drei bis vier Jahre. Eine geregelte Ausbildung existiert nicht; der Einstieg erfolgt als Junior Consultant oder Junior Medical Writer mit Einarbeitung im Projekt. Fachliche Zusatzqualifikationen zu Health Technology Assessment, Publikationsstandards oder Projektmanagement werden meist berufsbegleitend erworben.

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