Was macht ein SAP SuccessFactors Consultant?
SAP SuccessFactors ist eine Software, mit der Unternehmen ihre Personalarbeit organisieren: Stellen ausschreiben, Bewerbungen verwalten, Stammdaten von Beschäftigten führen, Zielvereinbarungen dokumentieren, Weiterbildungen planen. Consultants richten diese Software für einzelne Kunden ein. Am Anfang eines Projekts stehen Workshops, in denen die Personalabteilung erklärt, wie Einstellungen ablaufen, wer welche Freigaben erteilt und welche Daten in welchem Feld stehen sollen. Daraus entsteht ein Konzept, das anschließend im System umgesetzt wird.
Die eigentliche Arbeit besteht überwiegend aus Konfiguration, nicht aus Programmierung: Rollen und Berechtigungen anlegen, Workflows definieren, Formulare und Bewertungsvorlagen bauen, Datenmodelle in XML anpassen, Schnittstellen zur Lohnabrechnung oder zum Active Directory abstimmen. Dazu kommen Testphasen mit den Fachbereichen, Datenmigration aus Altsystemen, Schulungen, Dokumentation und nach dem Start die Betreuung im laufenden Betrieb. Ein großer Teil des Tages geht für Abstimmungen drauf - mit Kunden, mit Kollegen aus anderen Modulen, mit Betriebsräten, die bei HR-Systemen mitbestimmen.
Wie wird man SAP SuccessFactors Consultant?
Es gibt keinen Ausbildungsberuf dafür. Der übliche Weg führt über ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft mit Personalschwerpunkt, Informatik oder Psychologie, gefolgt von einem Einstieg als Junior Consultant bei einer Beratung oder einem SAP-Partner. Dort läuft die Einarbeitung über Projektmitarbeit und die Zertifizierungen von SAP, die für jedes Modul einzeln abgelegt werden und regelmäßig durch Delta-Prüfungen aktuell gehalten werden müssen.
Quereinstiege sind verbreitet und werden gern genommen. Wer aus der Personalabteilung kommt, Recruiting oder Entgeltabrechnung gemacht hat und Prozesse versteht, hat einen Vorteil gegenüber reinen Technikern. Ebenso wechseln Menschen aus der klassischen SAP-HCM-Betreuung in die Cloud-Welt. Verlangt wird Englisch, weil Dokumentation, Support und internationale Projekte darauf laufen.
Was der Beruf verlangt
Projektgeschäft heißt Termindruck. Vor einem Go-Live wird es regelmäßig eng, Abende und einzelne Wochenenden gehören dazu. Reisetätigkeit ist seit der verbreiteten Remote-Arbeit deutlich zurückgegangen, ganz verschwunden ist sie nicht - Workshops und kritische Projektphasen finden oft beim Kunden statt. Wer in einer Beratung arbeitet, muss außerdem seine Zeit auf Projekte buchen und eine Auslastungsquote erreichen.
Inhaltlich fordert der Beruf die Bereitschaft, ständig neu zu lernen: SAP liefert zweimal jährlich Releases mit geänderter Funktionalität aus, altes Wissen veraltet schnell. Frustrierend wird es, wenn Kunden Prozesse abbilden wollen, die das System nicht hergibt, oder wenn Entscheidungen monatelang zwischen Fachbereich, IT und Mitbestimmung hängen. Wer nur programmieren möchte, ist hier falsch; der Beruf lebt von Gesprächen und Kompromissen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es voraussichtlich noch Jahre, weil SAP die Wartung der älteren On-Premise-Personalwirtschaft ausläuft und viele Unternehmen ihre HR-Systeme erst noch in die Cloud bringen müssen. Erfahrene Beraterinnen und Berater mit mehreren Modulzertifizierungen sind schwer zu finden.
Entwicklungswege führen zur Spezialisierung auf ein anspruchsvolles Modul, zur Rolle als Lead Consultant oder Solution Architect, in die Projektleitung oder in die Führung eines Beratungsteams. Ein Teil wechselt auf die Kundenseite und übernimmt dort die interne Systembetreuung, ein Teil arbeitet freiberuflich zu deutlich höheren Tagessätzen, dafür ohne Absicherung zwischen den Projekten.