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IT & Software

SAP Entwickler

SAP-Entwickler programmieren und erweitern betriebswirtschaftliche Software auf SAP-Basis, meist in ABAP, zunehmend auch mit Fiori, UI5 und Cloud-Technologien. Sie passen Standardmodule an die Prozesse eines Unternehmens an und binden Fremdsysteme an.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als SAP Entwickler verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 5.900 € 7.000 € 70.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 7.800 € 9.500 € 93.600 €

Am stärksten wirken Branche und Arbeitgebertyp: Beratungshäuser und Großkonzerne zahlen deutlich mehr als der Mittelstand oder der öffentliche Dienst, wo der TVöD greift und die Spanne nach oben begrenzt ist. Spezialkenntnisse in S/4HANA-Migration, Fiori oder der Business Technology Platform sowie Freiberuflichkeit heben die Werte zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein SAP Entwickler?

SAP-Systeme sind Standardsoftware, aber kaum ein Unternehmen nutzt sie im Auslieferungszustand. SAP-Entwickler schreiben die Programme, die den Standard an die tatsächlichen Abläufe anpassen: Auswertungen für den Vertrieb, Schnittstellen zu Lagerverwaltung oder Onlineshop, Prüfroutinen in der Buchhaltung, Formulare für Rechnungen und Lieferscheine. Die klassische Sprache dafür ist ABAP, ergänzt durch SQL-Kenntnisse für die HANA-Datenbank, JavaScript-Frameworks wie SAPUI5 für Benutzeroberflächen und häufig Anbindungen über REST- oder OData-Services.

Der Arbeitsalltag beginnt selten mit einer fertigen Spezifikation. Fachabteilung oder Berater beschreiben ein Problem, der Entwickler klärt, was technisch sinnvoll machbar ist, schätzt Aufwand, baut die Lösung, testet sie im Entwicklungssystem und begleitet den Transport ins Produktivsystem. Ein erheblicher Teil der Zeit geht in Fehlersuche in gewachsenem Code, den andere vor zehn oder zwanzig Jahren geschrieben haben, und in Migrationsprojekte von älteren Releases nach S/4HANA.

Wie wird man SAP Entwickler?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik oder eines vergleichbaren Fachs. Auch die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung ist eine tragfähige Grundlage, oft ergänzt durch eine Einarbeitung im Betrieb. ABAP wird an Hochschulen kaum gelehrt, deshalb steigen fast alle über ein Traineeprogramm, eine Schulung beim Arbeitgeber oder eine SAP-Zertifizierung ein. Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor: Wer aus einer Fachabteilung mit tiefem Prozesswissen kommt, etwa aus Logistik, Controlling oder Personalwesen, und Programmieren lernt, ist am Markt gefragt. Umgekehrt fehlt reinen Programmierern oft das betriebswirtschaftliche Verständnis, ohne das die Anforderungen unverständlich bleiben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit im Büro oder im Homeoffice. Beratungshäuser erwarten Reisebereitschaft, teils mehrere Tage pro Woche beim Kunden; in Konzernen und Mittelstandsbetrieben mit eigener SAP-Abteilung entfällt das weitgehend. Belastend sind Go-Live-Phasen: Systemumstellungen finden an Wochenenden statt, in den Tagen danach häufen sich Fehlermeldungen, und Produktivsysteme, die stillstehen, kosten Geld. Rufbereitschaft ist in manchen Häusern Teil des Vertrags.

Wer sich schwertut mit fremdem, schlecht dokumentiertem Code oder mit Anforderungen, die sich während der Umsetzung ändern, wird unzufrieden. Auch die Nähe zur Fachabteilung ist nicht jedermanns Sache: Ein guter Teil der Arbeit besteht aus Gesprächen, Rückfragen und Dokumentation statt aus Programmieren. Die Technologiebasis ist außerdem in Bewegung; wer bei ABAP der neunziger Jahre stehen bleibt, verliert Anschluss.

Aussichten

Die Nachfrage ist seit Jahren hoch und dürfte es mindestens bis zum Ende der Wartung älterer SAP-Versionen bleiben, weil zehntausende Unternehmen ihre Systeme umstellen müssen. Danach verlagert sich der Schwerpunkt von Eigenentwicklung im System hin zu Erweiterungen auf der Business Technology Platform. Entwicklungswege führen in die Modulberatung, in die Softwarearchitektur, in die Projektleitung oder in die Selbstständigkeit als Freiberufler, wo die Tagessätze deutlich über dem Angestelltenniveau liegen, dafür aber Auftragsrisiko und eigene Absicherung dazukommen.

Aufgaben

  • Erweiterungen und Reports in ABAP und ABAP OO programmieren
  • Schnittstellen zu Fremdsystemen entwickeln und überwachen
  • Benutzeroberflächen mit SAP Fiori und SAPUI5 umsetzen
  • Anforderungen mit Fachabteilungen und Beratern klären
  • Fehler in Produktivsystemen analysieren und beheben
  • Bestehenden Code auf S/4HANA-Tauglichkeit prüfen und anpassen
  • Formulare für Rechnungen, Lieferscheine und Bescheinigungen erstellen
  • Entwicklungen dokumentieren und Transporte ins Produktivsystem begleiten

Voraussetzungen

  • Studium der Wirtschaftsinformatik oder Informatik oder Ausbildung zum Fachinformatiker
  • Kenntnisse in ABAP, ergänzend SQL, OData und JavaScript
  • Verständnis betriebswirtschaftlicher Abläufe in Logistik, Finanzwesen oder Personal
  • Sorgfalt bei Änderungen an produktiven Systemen
  • Englisch für Dokumentation und internationale Projekte
  • Bereitschaft, sich fortlaufend in neue SAP-Technologien einzuarbeiten
  • Bei Beratungshäusern Reisebereitschaft

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Handelskonzerne mit eigener IT-Abteilung
  • SAP-Beratungshäuser und Systemhäuser
  • Mittelständische Unternehmen mit SAP-Einsatz
  • IT-Dienstleister und Rechenzentren
  • Öffentliche Verwaltungen und Energieversorger
  • Freiberufliche Tätigkeit auf Projektbasis

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik oder Informatik über sechs bis zehn Semester. Alternativ führt die dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung in den Beruf. Die eigentlichen SAP-Kenntnisse werden fast immer im Betrieb erworben, über Traineeprogramme oder Zertifizierungskurse der SAP.

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