Was macht ein Sales Manager im B2B-Neukundenvertrieb?
Der Kern der Arbeit ist der Aufbau neuer Kundenbeziehungen. Sales Manager recherchieren Unternehmen, die zum eigenen Angebot passen, identifizieren die zuständigen Ansprechpartner und nehmen Kontakt auf: per Telefon, E-Mail, über LinkedIn oder auf Messen. Aus einem ersten Gespräch wird im günstigen Fall ein Termin, aus dem Termin eine Bedarfsanalyse, daraus ein Angebot, eine Verhandlung, ein Vertrag. Zwischen erstem Kontakt und Abschluss liegen im B2B je nach Produkt Wochen bis über ein Jahr.
Dazu gehört Dokumentation. Jeder Kontakt, jedes Angebot, jeder nächste Schritt wird im CRM-System erfasst, weil Vorgesetzte und Forecasts darauf aufbauen. Wer erklärungsbedürftige Technik oder Software verkauft, arbeitet mit Kollegen aus Technik, Produktmanagement oder Recht zusammen, um Angebote und Verträge abzustimmen. In vielen Unternehmen endet die Zuständigkeit mit dem Abschluss, danach übernimmt das Account Management oder Customer Success.
Wie wird man Sales Manager im B2B-Neukundenvertrieb?
Es gibt keinen geschützten Zugang. Häufig ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder einem Fach, das zur Branche passt. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekauffrau, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kauffrau für Büromanagement, mit anschließendem Wechsel in den Vertrieb. Bei technischen Produkten steigen auch Menschen mit gewerblich-technischer Ausbildung und Produktkenntnis ein.
Quereinstieg ist in diesem Berufsfeld realistischer als in fast jedem anderen kaufmännischen Bereich. Viele Unternehmen, besonders im Software- und Dienstleistungsvertrieb, stellen Berufsfremde als Sales Development Representative ein, lassen sie zunächst nur Termine für erfahrene Kollegen erzeugen und befördern nach ein bis zwei Jahren. Entscheidend sind Sprachsicherheit, Belastbarkeit und die Bereitschaft, Gesprächstechnik systematisch zu lernen.
Was der Beruf verlangt
Die Zielvorgabe ist die zentrale Größe. Wer sie über mehrere Quartale nicht erreicht, gerät unter Druck, in manchen Unternehmen bis zur Trennung. Ein erheblicher Teil des Einkommens hängt oft an variabler Vergütung, was in schwachen Monaten spürbar wird. Absagen sind der Normalfall: von hundert Kaltkontakten führen je nach Markt einige wenige zu einem Termin. Das muss man aushalten, ohne den nächsten Anruf schlechter zu machen.
Arbeitszeiten liegen meist im Bürorahmen, dehnen sich aber zum Quartalsende und bei Reisen aus. Außendienststellen bringen Übernachtungen, Autobahn und Messewochenenden mit sich. Homeoffice ist im Innendienst verbreitet, verstärkt aber die Isolation, wenn die Zahlen nicht stimmen. Verlangt werden Ausdauer, Selbstorganisation und die Fähigkeit, Fachliches verständlich zu erklären, ohne zu übertreiben.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und relativ stabil, weil Neukundengewinnung in fast jeder Branche schwer zu besetzen ist. Wer nachweisbare Abschlüsse vorweisen kann, wechselt leicht und meist mit Gehaltssprung. Konjunkturelle Einbrüche treffen den Vertrieb allerdings früh, da Investitionsentscheidungen von Kunden dann verschoben werden.
Entwicklungswege führen zum Key Account Management mit größeren Kunden, zur Teamleitung, zum Vertriebsleiter oder in Richtung Sales Operations und Enablement. Spezialisierung auf einen technisch anspruchsvollen Markt erhöht den Marktwert deutlich. Ein Teil der Berufserfahrenen wechselt später in Beratung, Produktmanagement oder in die Selbstständigkeit als Handelsvertreter.