Sales Engineer
Sales Engineers verkaufen technisch komplexe Produkte und Anlagen und beraten Kunden dabei, welche Lösung zu deren Anforderungen passt. Sie verbinden technisches Verständnis mit Vertriebsarbeit und begleiten Projekte von der ersten Anfrage bis zum Auftrag.
19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sales Engineer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.700 € | 6.800 € | 68.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.300 € | 9.500 € | 87.600 € |
Das Gehalt setzt sich meist aus Festgehalt und variablem Anteil zusammen, der zwischen zehn und dreißig Prozent liegen kann und von der Zielerreichung abhängt. In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) sind Einstieg und Entwicklung klar geregelt und liegen im oberen Bereich; kleine Handelsunternehmen und Ostdeutschland zahlen deutlich weniger als große Hersteller im Süden.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sales Engineer?
Sales Engineers – im Deutschen meist Vertriebsingenieure oder technische Vertriebsmitarbeiter – verkaufen Produkte, die man nicht aus dem Katalog bestellt: Maschinen, Steuerungstechnik, Messgeräte, Industriesoftware, Automatisierungslösungen. Der Verkauf beginnt mit einer technischen Frage. Ein Kunde beschreibt ein Problem in seiner Produktion, der Sales Engineer klärt Anforderungen, Schnittstellen, Taktzeiten, Toleranzen und schlägt eine Konfiguration vor.
Der Alltag besteht aus Kundengesprächen vor Ort und per Video, Bedarfsanalysen, Auslegungsrechnungen, Angebotskalkulation und Preisverhandlungen. Dazu kommen Produktvorführungen, Testaufbauten beim Kunden, Messebesuche und die Abstimmung mit Konstruktion, Applikationstechnik, Einkauf und Fertigung im eigenen Haus. Ein erheblicher Teil der Zeit geht in Dokumentation: Pflege des CRM-Systems, Angebotsverfolgung, Forecast-Meldungen an die Vertriebsleitung. Vertriebszyklen bei Investitionsgütern dauern oft Monate bis Jahre, entsprechend viel Arbeit steckt in Beziehungspflege ohne unmittelbaren Abschluss.
Wie wird man Sales Engineer?
Der häufigste Weg führt über ein ingenieurwissenschaftliches Studium – Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen – mit Bachelor oder Master. Auch technische Informatik oder Physik kommen vor, je nach Produkt. Ein zweiter, gut gangbarer Weg ist die Ausbildung in einem technischen Beruf plus Weiterbildung zum Techniker oder Meister; wer aus der Montage, dem Service oder der Applikationstechnik kommt, kennt die Produkte und die Kundenprobleme oft besser als ein Berufseinsteiger von der Hochschule.
Vertriebswissen wird meist im Unternehmen aufgebaut: Produktschulungen, Begleitung erfahrener Kollegen, Trainings zu Verhandlung und Gesprächsführung. Quereinstieg aus dem Service oder aus dem Innendienst ist verbreitet und eine der realistischsten Routen ohne Studium. Verhandlungssicheres Englisch ist bei international tätigen Herstellern Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist zielgetrieben. Umsatzvorgaben, Quartalsdruck und ein variabler Gehaltsanteil, der vom Abschluss abhängt, gehören dazu. Wer schlecht damit umgehen kann, dass Entscheidungen außerhalb des eigenen Einflusses fallen und ein halbes Jahr Arbeit an einem Budgetstopp scheitert, wird hier unzufrieden.
Reisetätigkeit ist der zweite große Punkt. Je nach Gebiet sind ein bis drei Tage pro Woche unterwegs normal, bei internationaler Verantwortung deutlich mehr, inklusive Übernachtungen und Wochenendanreisen zu Messen. Feste Bürozeiten gibt es kaum, Angebote entstehen häufig abends. Dazu kommt die Doppelrolle: gegenüber dem Kunden vertritt man das eigene Unternehmen, im eigenen Haus muss man Sonderwünsche und Termine gegen Konstruktion und Fertigung durchsetzen. Das erfordert Geduld und die Fähigkeit, technische Sachverhalte für Einkäufer verständlich und für Techniker präzise zu erklären.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in vielen Branchen höher als das Angebot, weil die Kombination aus Technikverständnis und Vertriebsfähigkeit selten ist. Besonders gesucht sind Fachleute für Automatisierung, Energietechnik, Medizintechnik und Industriesoftware. Konjunkturelle Schwankungen im Maschinenbau wirken sich allerdings direkt auf Investitionsentscheidungen der Kunden und damit auf Zielerreichung und Bonus aus.
Entwicklungswege führen in die Key-Account-Betreuung großer Kunden, in die Leitung eines Vertriebsgebiets oder Teams, ins Produktmanagement oder in die Vertriebsleitung. Wer international arbeitet, kann Exportmärkte oder Distributornetze übernehmen. Auch der Wechsel in Business Development oder technisches Marketing ist üblich.
Aufgaben
- technische Anforderungen mit Kunden klären und Lösungen auslegen
- Angebote kalkulieren und Preise verhandeln
- Produkte und Anlagen beim Kunden vorführen und testen
- Bestandskunden betreuen und neue Kunden gewinnen
- zwischen Kunde, Konstruktion und Fertigung abstimmen
- Messen und Kundenveranstaltungen begleiten
- Projekte und Angebote im CRM-System dokumentieren
- Umsatzprognosen und Marktbeobachtungen an die Vertriebsleitung melden
Voraussetzungen
- technisches Studium, Technikerabschluss oder gleichwertige Berufserfahrung im technischen Umfeld
- Verständnis für die verkauften Produkte und die Prozesse der Kunden
- Kommunikationsstärke und Verhandlungsgeschick
- Bereitschaft zu regelmäßiger Reisetätigkeit und Führerschein Klasse B
- Englisch in Wort und Schrift, bei Exportvertrieb verhandlungssicher
- Belastbarkeit gegenüber Umsatzzielen und langen Vertriebszyklen
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
- Hersteller von Elektro-, Mess- und Automatisierungstechnik
- Software- und IT-Unternehmen mit Industriekunden
- technische Handels- und Distributionsunternehmen
- Ingenieur- und Beratungsbüros
- beim Kunden vor Ort und im Homeoffice
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit sechs bis zehn Semestern. Alternativ führt eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Techniker oder Meister in den Beruf. Vertriebskenntnisse werden meist im Unternehmen durch Produktschulungen und Einarbeitung im Team aufgebaut.
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