Was macht ein Rohrnetzüberprüfer?
Unter den Straßen liegen Gas- und Wasserleitungen, die niemand sieht, solange sie halten. Rohrnetzüberprüfer gehen diese Netze systematisch ab, Straße für Straße, mit Gasspürgeräten, Sonden und Bohrhämmern. Sie messen Gaskonzentrationen an Schachtdeckeln, Bordsteinfugen und Grünstreifen, orten Lecks mit Korrelatoren und Bodenmikrofonen und dokumentieren jeden Befund mit Ortsangabe und Messwert. Bei einem Gasaustritt sichern sie die Stelle ab, informieren die Leitstelle und veranlassen die Reparatur oder führen sie selbst aus.
Der zweite Teil der Arbeit ist klassische Anlagenmechanik: Rohre trennen, biegen, schweißen oder mit Press- und Steckfittings verbinden, Schieber und Hydranten warten, Hausanschlüsse setzen, Gaszähler und Druckregler austauschen, Leitungen abdrücken und Dichtheitsprüfungen protokollieren. Dazu kommen Baustellenüberwachung bei Fremdarbeiten am Netz und der Bereitschaftsdienst, wenn nachts eine Gasgeruchsmeldung eingeht.
Wie wird man Rohrnetzüberprüfer?
Die Grundlage ist meist eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder zum Rohrleitungsbauer. Auch Industriemechaniker, Metallbauer oder Rohrschlosser kommen in Frage. Die Tätigkeit als Rohrnetzüberprüfer ist keine eigene Ausbildung, sondern eine Zusatzqualifikation: Versorgungsunternehmen und Bildungsträger bieten Lehrgänge nach dem DVGW-Regelwerk an, etwa zur Überprüfung von Gasrohrnetzen oder zur Wasserverlustermittlung. Wer schweißt, braucht gültige Schweißerprüfungen für Stahl und Kunststoff. Ein Quereinstieg aus anderen Metall- und Bauberufen ist möglich, wenn Betriebe intern einarbeiten, was bei Personalmangel häufig geschieht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend im Freien statt, bei Regen, Frost und Hitze, oft im Straßenverkehr und in gebeugter Haltung. Netzüberprüfung heißt viele Kilometer zu Fuß pro Tag, teils mit Messgerät am Gurt. Reparaturen bedeuten Arbeit in Gräben und engen Schächten, Heben von Rohren und Armaturen, Lärm und Schmutz. Wer Gasleitungen prüft, arbeitet mit einem Gefahrstoff: Konzentration, Ruhe bei Störfällen und exaktes Einhalten von Vorschriften sind Pflicht, Nachlässigkeit kann Menschen gefährden. Rufbereitschaft an Wochenenden und Feiertagen gehört bei Versorgern dazu, ebenso Nachteinsätze bei Rohrbrüchen. Farbtüchtigkeit, Schwindelfreiheit im Schacht, körperliche Belastbarkeit und ein Führerschein sind praktisch unverzichtbar. Die Dokumentation nimmt zu: Messprotokolle, digitale Netzkarten und Prüfnachweise fallen bei jedem Auftrag an.
Aussichten
Die Netze in Deutschland sind alt, viele Leitungen stammen aus den sechziger und siebziger Jahren, und die gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungsintervalle laufen unabhängig von der Konjunktur weiter. Gleichzeitig gehen erfahrene Fachkräfte in Rente. Wer die Qualifikation hat, findet bei Stadtwerken, regionalen Versorgern und Rohrleitungsbaufirmen zuverlässig Arbeit. Der Umbau der Gasnetze in Richtung Wasserstoff bringt zusätzliche Prüf- und Umrüstaufgaben, verlangt aber neue Schulungen. Entwicklungswege führen über den Netzmeister oder Industriemeister Metall in die Bauleitung, Einsatzsteuerung oder Ausbildung, ebenso in die Leckortung als Spezialgebiet oder in die technische Sachbearbeitung im Netzbetrieb.