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Technik & Ingenieurwesen

Fachkraft für Wasserversorgungstechnik

Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik gewinnen, aufbereiten und verteilen Trinkwasser. Sie überwachen Brunnen, Wasserwerke und Rohrnetze, nehmen Proben und halten Pumpen, Filter und Armaturen instand.

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Gehalt

Was man als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.100 € 3.400 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.600 € 4.000 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €

Die meisten Stellen sind tarifgebunden, in kommunalen Betrieben nach TVöD, bei Versorgern häufig nach dem TV-V, der spürbar besser zahlt. Rufbereitschafts-, Schicht- und Wochenendzulagen erhöhen das Monatsentgelt deutlich, ebenso der Aufstieg zum Wasser- oder Netzmeister.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Fachkraft für Wasserversorgungstechnik?

Trinkwasser kommt aus Brunnen, Quellen, Talsperren oder Uferfiltrat. Bis es aus der Leitung läuft, durchläuft es Aufbereitungsanlagen, Speicherbehälter und ein Rohrnetz von oft mehreren hundert Kilometern Länge. Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik betreiben diese Kette. Sie fahren Anlagen an und ab, kontrollieren Pumpen, Filterkessel, Enthärtungs- und Entsäuerungsstufen, dosieren Chlor oder Kohlendioxid und lesen Messwerte aus der Prozessleittechnik. Sie nehmen Wasserproben, bestimmen Trübung, pH-Wert, Leitfähigkeit und Desinfektionsmittelgehalt vor Ort und schicken Proben ins Labor.

Ein großer Teil der Arbeit liegt draußen am Netz: Schieber und Hydranten prüfen, Wasserzähler wechseln, Hausanschlüsse setzen, Rohrbrüche orten und abstellen, Leitungen spülen und desinfizieren, Grabenarbeiten begleiten und dokumentieren. Dazu kommen Wartung von Elektro- und Mechanikbauteilen, Störungsmeldungen abarbeiten und die Dokumentation nach dem technischen Regelwerk des DVGW.

Wie wird man Fachkraft für Wasserversorgungstechnik?

Über eine dreijährige duale Ausbildung in einem Wasserversorgungsunternehmen, bei einem Stadtwerk, Wasserverband oder in einer Kommune. Berufsschule und überbetriebliche Kurse vermitteln Verfahrenstechnik, Hydraulik, Mess- und Regeltechnik, Chemie, Mikrobiologie und Rechtsgrundlagen. Betriebe erwarten meist einen mittleren Schulabschluss, nehmen aber auch Bewerber mit gutem Hauptschulabschluss, wenn Mathematik und Physik stimmen. Der Beruf gehört zur Familie der Umwelttechnologen, verwandt mit Abwasser-, Rohrleitungs- und Kreislaufwirtschaftstechnik.

Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor: Anlagenmechaniker, Rohrleitungsbauer, Elektroniker für Betriebstechnik oder Industriemechaniker werden eingearbeitet und über DVGW-Lehrgänge nachqualifiziert. Der Führerschein, oft auch Klasse C1 oder C, ist praktisch Pflicht.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet bei jedem Wetter statt. Rohrbrüche warten nicht auf trockene Tage, und bei einem Schaden zählt jede Stunde. Rufbereitschaft und Wochenenddienste gehören dazu, in größeren Werken auch Wechselschicht. Körperlich ist der Beruf fordernd: enge Schächte, Behälter, Leitern, Lärm, Nässe, schweres Werkzeug. Wer nicht schwindelfrei ist oder in engen Räumen unruhig wird, kommt an Grenzen. Für Arbeiten in Behältern und Schächten sind arbeitsmedizinische Untersuchungen und Atemschutztauglichkeit nötig.

Gleichzeitig verlangt die Tätigkeit Sorgfalt und Hygienedisziplin. Ein Fehler bei Desinfektion oder Rückspülung kann zu einer Verunreinigung führen, die tausende Haushalte betrifft. Dokumentation ist kein Beiwerk, sondern rechtlich vorgeschrieben. Der Beruf ist wenig bekannt, die Betriebe sind oft klein, und die Teams bestehen aus wenigen Leuten, die viel Verantwortung tragen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst. Netze in Deutschland sind vielfach über fünfzig Jahre alt und müssen erneuert werden, Trockenperioden und Nitrat- sowie Spurenstoffbelastungen erhöhen den technischen Aufwand, und in den Betrieben gehen viele Beschäftigte in den Ruhestand. Fachkräfte finden fast überall eine Stelle, meist in der Region, in der sie ausgebildet wurden.

Weiterbildung führt zum Wassermeister oder zur geprüften Netzmeisterin, alternativ zum Techniker für Umweltschutztechnik. Damit werden Schichtführung, Betriebsverantwortung für Wasserwerke oder Netzbezirke und Ausbildungsaufgaben möglich. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium in Versorgungs- oder Umwelttechnik ein weiterer Weg.

Aufgaben

  • Wasserwerke, Brunnen und Aufbereitungsanlagen überwachen und bedienen
  • Proben nehmen und Betriebsanalysen wie pH-Wert, Trübung und Chlorgehalt durchführen
  • Pumpen, Armaturen, Filter und Messtechnik warten und instand setzen
  • Rohrbrüche und Undichtigkeiten orten, abstellen und beheben
  • Hausanschlüsse herstellen und Wasserzähler wechseln
  • Leitungen spülen, desinfizieren und Druckproben fahren
  • Betriebs- und Prüfdaten nach DVGW-Regelwerk dokumentieren
  • Rufbereitschaft und Störungsdienst übernehmen

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss mit solidem Mathematik- und Physikverständnis
  • Technisches Verständnis für Hydraulik, Mechanik und Mess- und Regeltechnik
  • Sorgfalt und Hygienebewusstsein beim Umgang mit Trinkwasser
  • Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, Tauglichkeit für Arbeiten in Schächten und Behältern
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft, Wochenenddienst und Arbeit im Freien
  • Führerschein Klasse B, häufig zusätzlich C1 oder C

Wo man arbeitet

  • Stadtwerke und kommunale Wasserversorger
  • Wasser- und Zweckverbände
  • Wasserwerke und Talsperrenbetriebe
  • Industriebetriebe mit eigener Wasseraufbereitung
  • Ingenieur- und Rohrleitungsbauunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik in einem Versorgungsunternehmen mit Berufsschulunterricht und überbetrieblichen Lehrgängen. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Quereinsteiger aus Anlagenmechanik, Rohrleitungsbau oder Elektrotechnik werden eingearbeitet und über DVGW-Kurse nachqualifiziert.

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