Was macht ein Reservierungs- & Empfangsmitarbeiter?
Am Empfang eines Hotels laufen die Fäden zusammen. Reservierungs- und Empfangsmitarbeiter nehmen Zimmeranfragen per Telefon, E-Mail und über Buchungsportale an, prüfen die Verfügbarkeit im Hotelprogramm und legen Buchungen an. Sie checken anreisende Gäste ein, erfassen Meldescheine, geben Zimmerkarten aus und erklären Frühstückszeiten, WLAN und Wellnessbereich. Beim Abreisen erstellen sie die Rechnung, buchen Minibar und Restaurantumsätze zu und kassieren bar oder per Karte.
Dazwischen liegt der eigentliche Alltag: Anrufe annehmen, Taxis bestellen, Gepäck verwahren, Zimmerwünsche mit dem Housekeeping abstimmen, Reklamationen aufnehmen und weiterleiten. In der Reservierungsabteilung größerer Häuser kommt Gruppen- und Firmengeschäft hinzu – Angebote kalkulieren, Kontingente verwalten, Raten in den Vertriebskanälen pflegen und den Belegungsstand im Blick behalten. Am Ende der Schicht wird die Kasse abgerechnet und die Übergabe an die nächste Besetzung geschrieben.
Wie wird man Reservierungs- & Empfangsmitarbeiter?
Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Hotelmanagement, früher Hotelfachfrau beziehungsweise Hotelfachmann. Ebenso häufig kommen Kaufleute für Tourismus und Freizeit, Veranstaltungskaufleute oder Absolventen einer Hotelfachschule an den Empfang. Formal ist der Zugang offen: Viele Häuser stellen auch Quereinsteiger ein, die Gastfreundlichkeit, Sprachkenntnisse und Belastbarkeit mitbringen, und schulen die Hotelsoftware im Betrieb. Englisch wird praktisch überall erwartet, eine weitere Fremdsprache erhöht die Chancen deutlich, besonders in Städten mit internationalem Publikum.
Was der Beruf verlangt
Der Empfang ist rund um die Uhr besetzt. Früh-, Spät- und teils Nachtschichten, Wochenend- und Feiertagsdienst gehören dazu, Dienstpläne wechseln oft kurzfristig. Wer ein festes Wochenende oder verlässliche Abende braucht, wird damit dauerhaft Mühe haben. Die Arbeit findet überwiegend im Stehen statt, bei Anreisespitzen kommen Warteschlangen, klingelnde Telefone und ungeduldige Gäste gleichzeitig. Freundlich zu bleiben, wenn ein Zimmer überbucht oder das Bad nicht sauber ist, ist der schwierigste Teil des Berufs.
Sorgfalt ist gefordert, weil Fehler im Buchungssystem oder in der Rechnung unmittelbar Geld kosten. Gleichzeitig ist der Verdienst in der Hotellerie eher niedrig, besonders in kleineren Häusern ohne Tarifbindung. Die Personaldecke ist vielerorts dünn, Einsprünge und Überstunden sind üblich.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Nach den Pandemiejahren fehlt der Branche Personal, offene Stellen am Empfang bleiben oft lange unbesetzt – wer Erfahrung und Sprachen mitbringt, kann sich den Arbeitgeber aussuchen. Entwicklungswege führen zur Schichtleitung, zum Front-Office-Manager, in das Revenue Management oder in den Verkauf; mit Weiterbildung zum Fachwirt im Gastgewerbe oder einem Studium in Hotel- und Tourismusmanagement auch in die Hausleitung. Digitale Check-in-Automaten und Buchungsplattformen nehmen Routine ab, ersetzen den persönlichen Kontakt aber vor allem in der gehobenen Hotellerie nicht. Erfahrung am Empfang lässt sich außerdem gut in andere Bereiche mitnehmen, etwa in die Kundenbetreuung, in Kliniken oder in das Assistenz- und Officemanagement.