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Referent

Referenten bearbeiten fachliche Themen für eine Organisation: Sie recherchieren, bewerten, formulieren Stellungnahmen und bereiten Entscheidungen für Leitung oder Gremien vor. Die Stellen finden sich vor allem in Behörden, Verbänden, Stiftungen und größeren Unternehmen.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Referent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 4.100 € 5.000 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 5.100 € 6.300 € 61.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 6.300 € 8.500 € 75.600 €

Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 13 bis 14, bei Beamten nach A 13 aufwärts; Verbände und Unternehmen zahlen frei verhandelt und liegen an der Spitze deutlich darüber. Stiftungen, Vereine und Nichtregierungsorganisationen zahlen häufig am unteren Rand, Stellen in Berlin und Brüssel mit Lobbybezug am oberen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Referent?

Ein Referent ist für ein abgegrenztes Fachgebiet zuständig und arbeitet die Grundlagen auf, nach denen andere entscheiden. Der Alltag besteht aus Lesen, Schreiben und Abstimmen: Gesetzentwürfe und Studien durchsehen, Zahlen aus internen Systemen und amtlichen Statistiken zusammentragen, Positionen der eigenen Organisation formulieren, Vermerke und Sprechzettel für die Leitung schreiben, Anfragen von Mitgliedern, Presse oder Politik beantworten. Dazu kommen Sitzungen, Arbeitsgruppen und Ausschüsse, die vorbereitet, moderiert und protokolliert werden.

Die Bezeichnung sagt wenig über den Inhalt. Ein Referent im Bundesministerium erarbeitet Verwaltungsvorschriften und begleitet Gesetzgebungsverfahren, ein Referent in einem Wirtschaftsverband schreibt Stellungnahmen zu Regulierungsvorhaben, ein Referent in einer Hochschulverwaltung betreut Berufungsverfahren oder Studiengänge, ein Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verfasst Meldungen und betreut Journalistenanfragen. Gemeinsam ist allen: Sie haben in der Regel keine Personalverantwortung, aber inhaltliche Verantwortung für ihr Thema.

Wie wird man Referent?

Üblich ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium, meistens ein Master oder ein Staatsexamen. Welches Fach passt, hängt vom Referat ab: Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft, Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Sozialwissenschaften, Kommunikationswissenschaft, in Fachreferaten auch Ingenieurwissenschaften, Medizin oder Naturwissenschaften. In der öffentlichen Verwaltung führt der klassische Weg über den höheren Dienst mit Vorbereitungsdienst und Laufbahnprüfung; im gehobenen Dienst entspricht die Ebene eher dem Sachbearbeiter.

Ein Quereinstieg ist möglich und häufig, wenn fachliche Tiefe vorhanden ist: Wer jahrelang in einer Branche gearbeitet hat, kann in den zuständigen Verband wechseln. Praktika, Volontariate, Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag oder eine Promotion sind gängige Zwischenschritte. Verlangt wird fast immer die Fähigkeit, schnell und präzise zu schreiben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Schreibtischarbeit, oft unter Zeitdruck: Stellungnahmefristen sind kurz, Vermerke werden für den nächsten Morgen gebraucht. Sitzungsphasen, Haushaltsverfahren oder Legislaturenden bringen Überstunden, in politiknahen Häusern auch Abendtermine und Reisen. Wer Ergebnisse sehen will, wird sich schwertun: Vieles fließt in Papiere ein, die andere unterschreiben, und Positionen werden im Abstimmungsprozess verwässert.

Gefordert sind Genauigkeit, Geduld mit Hierarchien und Gremien, Loyalität zur Linie des Hauses und die Bereitschaft, sich in trockene Materie einzulesen. Befristungen sind verbreitet, besonders in Projektreferaten, an Hochschulen und in politischen Büros.

Aussichten

Der Bedarf ist stabil, weil Verwaltung, Verbände und Unternehmen dauerhaft Regulierung, Förderprogramme und Berichtspflichten bearbeiten müssen. Besonders gesucht sind Referenten mit juristischer Ausbildung, mit Erfahrung in Datenanalyse und Digitalisierung sowie in Feldern wie Energie, Gesundheit und Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Konkurrenz um Stellen in Berlin und Brüssel ist groß.

Entwicklungswege führen zum Referatsleiter, zur Bereichs- oder Geschäftsführung in Verbänden, in die Leitungsstäbe oder in die politische Beratung. Ein Wechsel zwischen Behörde, Verband, Kanzlei und Unternehmen ist üblich und erhöht die Verdienstmöglichkeiten meist deutlich.

Aufgaben

  • Fachliteratur, Studien und Rechtstexte zu einem Themengebiet auswerten
  • Vermerke, Stellungnahmen und Sprechzettel für die Leitung verfassen
  • Gremien-, Ausschuss- und Arbeitsgruppensitzungen vorbereiten und begleiten
  • Anfragen von Mitgliedern, Behörden, Presse oder Politik beantworten
  • Positionen der Organisation abstimmen und nach außen vertreten
  • Projekte, Förderanträge oder Veranstaltungen fachlich betreuen
  • Daten und Statistiken aufbereiten und Berichte erstellen

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Hochschulstudium, meist Master, Diplom oder Staatsexamen
  • sicheres, präzises Schreiben und Fähigkeit zum Verdichten komplexer Sachverhalte
  • fachliche Kenntnisse im jeweiligen Themengebiet
  • Verständnis für politische und organisatorische Abläufe
  • Belastbarkeit bei kurzen Fristen und Sitzungsdruck
  • Englisch, in EU-nahen Stellen auf Verhandlungsniveau

Wo man arbeitet

  • Ministerien, Landesbehörden und Kommunalverwaltungen
  • Wirtschafts-, Sozial- und Berufsverbände
  • Kammern, Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen
  • Hochschul- und Forschungsverwaltungen
  • Stabsstellen größerer Unternehmen
  • Parlamente, Fraktionen und Abgeordnetenbüros

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist ein fachlich passendes Hochschulstudium mit Master, Diplom oder Staatsexamen, das je nach Fach fünf bis sechs Jahre dauert. In der öffentlichen Verwaltung folgt für den höheren Dienst ein Vorbereitungsdienst von etwa zwei Jahren mit Laufbahnprüfung. Verbände und Unternehmen setzen häufiger auf Praktika, Volontariate oder Berufserfahrung in der Branche als Einstieg.

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