Quereinsteiger Vertrieb
Quereinsteiger im Vertrieb verkaufen Produkte oder Dienstleistungen, ohne eine kaufmännische Ausbildung im Verkauf absolviert zu haben. Der Zugang erfolgt über Branchenwissen, Kommunikationsstärke und eine betriebsinterne Einarbeitung.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Quereinsteiger Vertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.900 € | 3.500 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.900 € | 5.000 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 5.200 € | 7.500 € | 62.400 € |
Vertriebsgehälter bestehen meist aus Grundgehalt plus variablem Anteil, der je nach Modell zwischen zehn und über fünfzig Prozent liegt; die genannten Werte beziehen sich auf das Zielgehalt bei erreichter Vorgabe. Entscheidend sind Branche und Produktwert - im Software-, Pharma- und Maschinenvertrieb liegen die Beträge deutlich über denen im Telefonvertrieb von Konsumgütern. Tarifbindung besteht nur in Teilen der Industrie, etwa über die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie oder des Groß- und Außenhandels.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Quereinsteiger im Vertrieb?
Die Arbeit besteht darin, Kunden zu gewinnen und zu halten. Konkret heißt das: Adresslisten und CRM-Einträge durchgehen, telefonieren, Termine vereinbaren, Bedarf ermitteln, Angebote kalkulieren und nachfassen, Preise und Konditionen verhandeln, Abschlüsse dokumentieren. Im Innendienst geschieht das überwiegend am Telefon und per Mail, im Außendienst kommen Fahrten zu Kunden, Messebesuche und Produktvorführungen dazu. Wer aus einem technischen oder handwerklichen Beruf kommt, verkauft häufig genau die Produkte, die er vorher montiert, gewartet oder bedient hat. Wer aus der Pflege, der Gastronomie oder dem Einzelhandel kommt, bringt Erfahrung im Umgang mit Menschen mit und arbeitet sich fachlich ein.
Ein großer Teil des Alltags ist Dokumentation und Nachverfolgung. Vertriebszahlen werden wöchentlich besprochen, Pipelines gepflegt, Forecasts abgegeben. Der romantische Teil des Verkaufens macht weniger Zeit aus als die Verwaltung dessen, was daraus folgt.
Wie wird man Quereinsteiger im Vertrieb?
Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg. Viele Unternehmen stellen ohne Vertriebserfahrung ein und schulen selbst, weil sie Bewerber mit Produktverständnis oder Branchenkenntnis suchen. Üblich sind eine Einarbeitung von einigen Wochen bis Monaten, Begleitung durch erfahrene Kollegen und interne Produktschulungen. Wer sich weiter absichern will, kann berufsbegleitend eine Weiterbildung zum Fachberater Vertrieb oder eine IHK-Zertifizierung im Verkauf ablegen, oder sich zum Fachwirt weiterqualifizieren. Für den Außendienst ist der Führerschein Klasse B in der Regel Bedingung. Im technischen Vertrieb erwarten Arbeitgeber häufig einen einschlägigen Berufsabschluss, im Versicherungs- und Finanzvertrieb ist eine Sachkundeprüfung nach Gewerbeordnung vorgeschrieben.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf wird an Zahlen gemessen. Zielvorgaben sind meist monatlich oder quartalsweise gesetzt, und wer sie mehrfach verfehlt, bekommt Druck oder verliert die Stelle. Ein variabler Gehaltsanteil bedeutet, dass ein schwacher Monat direkt im Portemonnaie ankommt. Absagen gehören zum Alltag, oft in großer Zahl, und man muss sie wegstecken können, ohne die Motivation zu verlieren. Kaltakquise am Telefon empfinden viele als den unangenehmsten Teil.
Im Außendienst kommen lange Fahrzeiten, Übernachtungen und Abendtermine dazu; Feierabend ist nicht immer planbar. Im Innendienst ist der Arbeitstag geregelter, dafür ist die Taktung am Telefon hoch. Vorsicht ist bei Modellen geboten, die fast ausschließlich auf Provision setzen und als selbstständige Handelsvertretung ausgestaltet sind: Dort trägt man das Risiko allein und hat in schwachen Monaten kein verlässliches Einkommen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil Vertriebsstellen in fast jeder Branche schwer zu besetzen sind und Unternehmen deshalb bewusst Quereinsteiger ansprechen. Wer sich bewährt, kann in die Betreuung von Großkunden wechseln, Key-Account-Manager werden, eine Region übernehmen oder als Teamleiter ein Vertriebsteam führen. Auch der Weg in Produktmanagement, Vertriebsinnendienstleitung oder Schulung ist offen. Die Bezahlung steigt mit nachweisbaren Abschlüssen deutlich schneller als mit Dienstjahren, was den Beruf für Umsteiger attraktiv und gleichzeitig unsicher macht. Wer digitale Vertriebswege, CRM-Systeme und datengestützte Kundenanalyse beherrscht, hat langfristig die besseren Karten.
Aufgaben
- Neukunden telefonisch, per Mail oder auf Messen ansprechen
- Bedarf im Kundengespräch ermitteln und Lösungen vorschlagen
- Angebote erstellen, kalkulieren und nachfassen
- Preise, Rabatte und Vertragskonditionen verhandeln
- Bestandskunden betreuen und Folgeaufträge sichern
- Kundendaten und Verkaufschancen im CRM-System pflegen
- Umsatzzahlen und Prognosen an die Vertriebsleitung berichten
Voraussetzungen
- abgeschlossene Berufsausbildung, Fachrichtung meist zweitrangig
- sicheres Auftreten und Freude an Gesprächen mit fremden Menschen
- Belastbarkeit gegenüber Absagen und Zielvorgaben
- Führerschein Klasse B für Außendiensttätigkeiten
- gute Deutschkenntnisse, oft Englisch für internationale Kunden
- Grundkenntnisse in CRM- und Office-Anwendungen
- im Finanz- und Versicherungsvertrieb Sachkundeprüfung nach GewO
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen
- Handwerks- und Baustoffbetriebe mit eigenem Vertrieb
- Softwarehäuser und IT-Dienstleister
- Versicherungen, Banken und Finanzvertriebe
- Callcenter und Vertriebsinnendienst-Abteilungen
- Agenturen und Dienstleistungsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Ein formaler Ausbildungsweg besteht nicht; Einstieg erfolgt über eine betriebliche Einarbeitung von meist zwei bis sechs Monaten mit Produktschulung und Begleitung durch erfahrene Kollegen. Wer den Abschluss nachholen will, kann berufsbegleitend eine IHK-Weiterbildung zum Fachberater Vertrieb oder den Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel absolvieren, Dauer je nach Modell sechs Monate bis zwei Jahre.
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