Was macht eine Pflegehilfskraft?
Pflegehilfskräfte übernehmen die grundpflegerischen Aufgaben, die den Alltag pflegebedürftiger Menschen tragen. Dazu gehört das Waschen und Duschen, Zähneputzen, An- und Auskleiden, Hilfe beim Toilettengang, Wechseln von Inkontinenzmaterial und das Betten von Menschen, die nicht mehr allein aufstehen können. Sie reichen Essen und Trinken an, dokumentieren Trinkmengen, messen Blutdruck, Puls und Temperatur, lagern Bewohner zur Vorbeugung von Druckgeschwüren um und begleiten sie zu Untersuchungen oder zur Toilette. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Zuwendung: zuhören, beruhigen, jemanden bei Angst oder Verwirrtheit begleiten. Behandlungspflege wie Injektionen, Verbandwechsel oder das Stellen von Medikamenten bleibt in der Regel den examinierten Fachkräften vorbehalten, je nach Einrichtung und Qualifikation dürfen einzelne Aufgaben delegiert werden.
Wie wird man Pflegehilfskraft?
Es gibt zwei Wege. Der schnelle: Einstellung als Pflegehelferin oder Pflegehelfer ohne formale Qualifikation, mit Einarbeitung im Betrieb und begleitenden Kursen. Viele Träger stellen Quereinsteiger so ein, weil Personal fehlt. Der zweite Weg ist eine landesrechtlich geregelte Ausbildung zur Pflegeassistenz oder Pflegefachhilfe, die je nach Bundesland ein bis zwei Jahre dauert und mit einem staatlich anerkannten Abschluss endet. Dazwischen liegen Basiskurse von wenigen Wochen bis mehreren Monaten, häufig über Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanziert. Ein erweitertes Führungszeugnis und ein Nachweis über den Masernschutz sind Voraussetzung. Vorerfahrung aus der eigenen Familie zählt fachlich nicht, hilft aber bei der Frage, ob man die Arbeit aushält.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Heben, Umlagern, Stützen, viele Stunden auf den Beinen, dazu Nachtdienste, Wochenend- und Feiertagsarbeit im Wechsel. Geruch, Körperflüssigkeiten und Nähe zu fremden Menschen gehören dazu, wer davor zurückschreckt, wird nicht lange bleiben. Belastend ist vor allem der Zeitdruck: In vielen Einrichtungen ist die Personaldecke dünn, Einspringen aus dem Frei ist verbreitet, und die Zuwendung, die man geben möchte, passt nicht immer in den Dienstplan. Sterben und Trauer sind ständige Begleiter. Wer bleibt, braucht Geduld, ein stabiles Nervenkostüm und die Fähigkeit, nach dem Dienst abzuschalten. Positiv wiegt, dass die Rückmeldung unmittelbar ist und die Arbeit sichtbar etwas verändert.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird steigen, offene Stellen gibt es in fast jeder Region. Wer einsteigt, findet schnell eine Anstellung, oft in Teilzeit und mit flexiblen Modellen. Die Bezahlung liegt deutlich unter der von Pflegefachkräften, seit Einführung des Pflegemindestlohns aber auf einem geregelten Sockel. Der übliche Entwicklungsweg führt über die einjährige Pflegeassistenz in die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die auch ohne Abitur und in verkürzter Form möglich ist, wenn Vorqualifikationen anerkannt werden. Danach öffnen sich Spezialisierungen in Palliativpflege, Gerontopsychiatrie, Wundversorgung oder Praxisanleitung. Wer diesen Schritt nicht geht, kann sich innerhalb der Helfertätigkeit auf Betreuung nach Paragraf 43b, auf Alltagsbegleitung oder auf die Arbeit in der ambulanten Pflege verlagern.