Was macht ein Altenpflegehelfer?
Altenpflegehelfer begleiten alte Menschen durch den Tag. Sie helfen beim Waschen, Duschen und Anziehen, unterstützen beim Aufstehen und beim Gang zur Toilette, reichen Essen an und achten darauf, dass genug getrunken wird. Sie beziehen Betten, lagern bettlägerige Bewohner um, damit keine Druckgeschwüre entstehen, messen Blutdruck, Puls und Blutzucker und dokumentieren, was sie beobachten. Wer Schmerzen hat, weniger isst als sonst oder verwirrt wirkt, wird an die Pflegefachkraft gemeldet.
Ein großer Teil der Arbeit ist Zuwendung: mit jemandem sprechen, der sonst niemanden hat, beim Spaziergang begleiten, ein Spiel mitspielen, bei einer Demenz immer wieder ruhig erklären, wo man ist. Behandlungspflege wie Injektionen oder Verbandwechsel bleibt in der Regel der Fachkraft vorbehalten, je nach Bundesland und Betrieb dürfen Helfer einfache Aufgaben nach Anleitung übernehmen.
Wie wird man Altenpflegehelfer?
Der übliche Weg ist eine landesrechtlich geregelte Ausbildung an einer Pflegeschule, meist ein Jahr, in einzelnen Bundesländern zwei Jahre in Teilzeit. Die Bezeichnungen unterscheiden sich: Altenpflegehelfer, Pflegefachassistenz, Pflegehelfer. Verlangt wird in der Regel ein Hauptschulabschluss, ausreichende Deutschkenntnisse und ein Gesundheitszeugnis. Es gibt auch kürzere Pflegebasiskurse von einigen Wochen, die aber keinen anerkannten Berufsabschluss ergeben und schlechter bezahlt werden.
Quereinstieg ist verbreitet. Viele kommen aus anderen Branchen, aus der Familienpflege oder aus dem Ausland. Die Agentur für Arbeit und Jobcenter fördern Umschulungen häufig. Wer den Helferabschluss hat, kann die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann anschließen, teils mit Anrechnung des ersten Jahres.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Heben, Umlagern, Stehen und Gehen über die ganze Schicht belasten Rücken und Knie, auch wenn Hilfsmittel wie Lifter vorhanden sind. Dazu kommen Schichtdienst, Wochenend- und Feiertagsarbeit sowie Einsätze am Abend oder in der Nacht. Kurzfristiges Einspringen für erkrankte Kollegen gehört in vielen Häusern zum Alltag, weil zu wenig Personal da ist.
Belastend ist auch die Nähe zu Krankheit, Verfall und Tod. Man begleitet Menschen über Monate und verliert sie. Ausscheidungen, Gerüche und Aggressionen bei Demenzerkrankten muss man aushalten können. Der Zeitdruck ist hoch, gerade in der ambulanten Pflege mit getakteten Touren. Wer den Beruf trotzdem gern macht, nennt meist die Beziehungen zu den Bewohnern als Grund.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und steigt weiter, weil die Bevölkerung älter wird und Einrichtungen bundesweit Stellen unbesetzt lassen müssen. Eine Anstellung zu finden ist praktisch überall möglich, oft auch in Teilzeit mit wählbaren Schichtmodellen. Die Bezahlung liegt deutlich unter der von Pflegefachkräften, seit der Tariftreueregelung in der Altenpflege aber über dem früheren Niveau.
Entwicklung führt fast immer über die Fachkraftausbildung. Danach sind Weiterbildungen möglich, etwa in Gerontopsychiatrie, Palliativpflege oder Wohnbereichsleitung. Ohne diesen Schritt bleibt der Verantwortungsbereich begrenzt, Spezialisierungen als Betreuungskraft nach § 43b SGB XI oder in der Alltagsbegleitung sind aber ein möglicher Weg.