Was macht eine PTA?
PTA stehen in der Offizin, dem Verkaufsraum der Apotheke, und sind für viele Kunden der erste Ansprechpartner. Sie nehmen Rezepte an, prüfen sie auf Vollständigkeit und Abrechenbarkeit, suchen die Präparate heraus und erklären Dosierung, Einnahmezeitpunkt und mögliche Wechselwirkungen. Bei Selbstmedikation empfehlen sie ein passendes Mittel gegen Halsschmerzen, Sodbrennen oder Insektenstiche und erkennen, wann jemand besser zum Arzt geht.
Ein zweiter Teil der Arbeit findet im Labor statt: Rezepturen anfertigen, also Salben rühren, Kapseln abfüllen, Lösungen ansetzen, dazu Ausgangsstoffe prüfen und alles nachvollziehbar dokumentieren. Hinzu kommen Warenwirtschaft und Verwaltung, das Auspacken und Einsortieren der Lieferungen, Verfallsdatenkontrolle, Betäubungsmittelbuchführung, Retaxationen und die Abrechnung mit den Krankenkassen. Viele PTA übernehmen zusätzlich Blutdruck- oder Blutzuckermessungen und die Beratung zu Hilfsmitteln, Kompressionsstrümpfen oder Säuglingsnahrung.
Wie wird man PTA?
Der Weg führt über eine schulische Ausbildung an einer PTA-Fachschule. Sie dauert zwei Jahre und endet mit einer staatlichen Prüfung, danach folgt ein halbes Jahr Praktikum in einer Apotheke. Erst dann darf die Berufsbezeichnung geführt werden. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Ein Teil der Fachschulen ist privat und erhebt Schulgeld; während der schulischen Zeit gibt es keine Ausbildungsvergütung, was die Ausbildung finanziell schwierig macht. Ein Quereinstieg ohne diese Ausbildung ist nicht möglich, da der Beruf gesetzlich geregelt ist. Wer bereits als PKA in der Apotheke arbeitet, bringt gute Vorkenntnisse mit, muss die Fachschule aber trotzdem durchlaufen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast durchgehend im Stehen statt, oft acht Stunden am Stück, dazu kommen Nacht- und Notdienste sowie Samstagsdienste. In Stoßzeiten stehen mehrere Kunden gleichzeitig an, während das Telefon klingelt und eine Rezeptur fertig werden muss. Fehler bei Dosierung oder Präparateauswahl können Menschen schaden, entsprechend hoch ist die Konzentrationsanforderung. Der Umgang mit verunsicherten, kranken oder auch fordernden Menschen gehört zum Alltag, ebenso das Erklären von Lieferengpässen und Kassenregeln, für die man nichts kann. Das Arzneimittelrecht ändert sich häufig, Fortbildung ist keine Kür. Die Bezahlung gilt vielen im Beruf als zu niedrig für die Verantwortung, das ist ein wesentlicher Grund für die hohe Zahl der Berufsausstiege.
Aussichten
Apotheken suchen bundesweit PTA, in ländlichen Regionen teils dringend. Wer eine Stelle möchte, findet sie in der Regel schnell, auch in Teilzeit. Nach dem PTA-Reformgesetz können erfahrene PTA erweiterte Aufgaben unter gelockerter Aufsicht übernehmen. Entwicklungswege gibt es in Richtung Filialleitungsvertretung, Rezeptur- oder Sterilherstellung, Heimversorgung, Qualitätsmanagement oder in den Außendienst und die Industrie, etwa in Produktion, Prüfung oder Kundenbetreuung. Ein Studium der Pharmazie ist mit Fachhochschulreife oder über eine Zugangsprüfung möglich und wird von manchen als nächster Schritt genutzt.