Prüfungsassistent
Prüfungsassistenten unterstützen Prüfingenieure und Sachverständige bei technischen Prüfungen an Fahrzeugen, Anlagen, Bauteilen oder Werkstoffen. Sie bereiten Prüfungen vor, bedienen Messtechnik und dokumentieren die Ergebnisse.
14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Prüfungsassistent verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.200 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.400 € | 5.300 € | 52.800 € |
Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Werte deutlich über denen kleiner Prüfstellen und Labore ohne Tarif. Zusatzqualifikationen in der zerstörungsfreien Prüfung sowie Schicht- und Außendienstzulagen erhöhen das Einkommen merklich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Prüfungsassistent?
Der Arbeitstag dreht sich um Messungen und deren Nachweis. In einer Prüfstelle für Fahrzeuge heißt das: Fahrzeuge annehmen, Papiere und Fahrzeugidentifikationsnummer abgleichen, Bremsenprüfstand und Scheinwerfereinstellgerät bedienen, Abgaswerte auslesen, Spiel an Achs- und Lenkungsteilen prüfen und dem Prüfingenieur die Befunde vorlegen. In einem Werkstoff- oder Bauteillabor bedeutet es: Proben entnehmen und kennzeichnen, Zug-, Druck- oder Härteprüfungen nach Norm durchführen, Prüfmaschinen einrichten, Messwerte erfassen und Prüfprotokolle schreiben. Dazu kommt die Pflege der Prüfmittel: Kalibrierfristen im Blick behalten, Geräte einmessen, Abweichungen melden.
Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation. Wer prüft, muss belegen können, wie geprüft wurde. Prüfungsassistenten füllen Berichte aus, pflegen Daten in Prüfsoftware ein, archivieren Nachweise und bereiten Unterlagen für Audits vor. Die eigentliche Bewertung und die Unterschrift bleiben meist beim Prüfingenieur oder Sachverständigen; der Assistent liefert die belastbare Grundlage dafür.
Wie wird man Prüfungsassistent?
Der häufigste Weg führt über eine technische Ausbildung, etwa als Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker, Werkstoffprüfer, Physiklaborant oder Elektroniker. Darauf folgt die Einarbeitung im Betrieb, oft verbunden mit internen Lehrgängen der Prüforganisation und Schulungen zu den einschlägigen Normen. Wer aus einem Studium kommt – Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Werkstofftechnik – steigt teils direkt als Assistenz ein und arbeitet auf die Anerkennung als Prüfingenieur zu.
Ein Quereinstieg ist möglich, wenn technisches Vorwissen und Sorgfalt vorhanden sind, etwa aus dem Handwerk oder der Produktion. Ohne technische Grundlage ist die Hürde hoch, weil Messverfahren, Normen und Toleranzen nicht nebenbei erlernt werden. Für Prüfstellen im Fahrzeugbereich sind Führerschein und teilweise Fahrerlaubnisklassen über den Pkw hinaus nötig.
Was der Beruf verlangt
Genauigkeit ist keine Tugend, sondern Pflicht. Ein falsch übertragener Messwert kann eine Freigabe stützen, die nicht tragfähig ist. Entsprechend hoch ist der Anspruch an Konzentration bei Arbeiten, die sich vielfach wiederholen. Wer Routine als langweilig empfindet, tut sich schwer.
Körperlich ist die Arbeit je nach Einsatzort fordernd: Arbeit über Kopf an der Hebebühne, Heben von Prüfkörpern, Lärm, Abgase, Kühlschmierstoffe, im Außendienst auch Nässe und Kälte. In Prüfstellen mit Publikumsverkehr kommt Zeitdruck dazu, weil Termine getaktet sind und Kunden warten. Schichtarbeit ist im Laborbetrieb möglich, in Prüfstellen sind Samstagsdienste verbreitet. Konflikte gehören dazu: Wer einen Mangel feststellt, hört nicht immer Zustimmung.
Aussichten
Technische Prüfungen sind gesetzlich verankert und wandern nicht ab. Prüforganisationen, Labore und Industriebetriebe suchen laufend Nachwuchs, besonders im Fahrzeugbereich und in der Werkstoffprüfung. Die Entwicklung führt üblicherweise weiter zur Prüfstellenleitung, zum anerkannten Prüfingenieur, zum amtlich anerkannten Sachverständigen oder in die Qualitätssicherung eines Herstellers. Auch Spezialisierungen tragen: zerstörungsfreie Prüfung mit Ultraschall oder Röntgen, Hochvolttechnik an Elektrofahrzeugen, Messtechnik für Fahrerassistenzsysteme. Wer die Zusatzqualifikationen erwirbt, verbessert seine Position deutlich; wer bei der reinen Assistenz bleibt, stößt gehaltlich früh an eine Grenze.
Aufgaben
- Prüfungen vorbereiten, Prüfmittel einrichten und Proben kennzeichnen
- Messungen nach Norm und Prüfanweisung durchführen
- Messwerte erfassen und Prüfprotokolle erstellen
- Prüfingenieuren und Sachverständigen bei Begutachtungen assistieren
- Kalibrier- und Wartungsfristen der Prüfmittel überwachen
- Kunden annehmen, Fahrzeug- und Anlagendaten abgleichen
- Nachweise archivieren und Unterlagen für Audits zusammenstellen
Voraussetzungen
- abgeschlossene technische Ausbildung oder technisches Studium
- sicherer Umgang mit Messtechnik und Prüfnormen
- hohe Sorgfalt und Belastbarkeit bei Routinearbeit
- körperliche Eignung für Arbeit an Hebebühne, Prüfstand und im Freien
- Führerschein, im Fahrzeugbereich teils erweiterte Klassen
- gute Deutschkenntnisse für Protokolle und Kundenkontakt
Wo man arbeitet
- technische Prüfstellen und Überwachungsorganisationen
- Werkstoff- und Bauteilprüflabore
- Qualitätssicherung von Industriebetrieben
- Ingenieur- und Sachverständigenbüros
- Prüf- und Versuchsabteilungen von Fahrzeugherstellern
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung, etwa als Werkstoffprüfer oder Kraftfahrzeugmechatroniker, gefolgt von einer Einarbeitung mit internen Lehrgängen der Prüforganisation. Alternativ führt ein Bachelor in Maschinenbau oder Fahrzeugtechnik direkt in die Assistenz mit der Perspektive auf die Anerkennung als Prüfingenieur. Weiterbildungen zur zerstörungsfreien Prüfung oder zum Qualitätstechniker sind übliche Anschlüsse.
Offene Stellen als Prüfungsassistent
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- 2.700 – 5.800 €
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- Monatsbrutto
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