Was macht ein Projektleiter Hochbau?
Projektleiter im Hochbau führen ein Bauvorhaben durch alle Phasen der Ausführung. Im Industriebau heißt das meist: Hallen mit großen Spannweiten, Fundamente für schwere Maschinen, Logistikflächen mit Rampen, Bürotrakte, Erweiterungen im laufenden Betrieb. Der Projektleiter prüft Ausführungspläne, kalkuliert Nachträge, verhandelt mit Nachunternehmern, vergibt Bauleistungen und kontrolliert, ob das, was auf der Baustelle entsteht, dem Vertrag entspricht. Er führt die Bauleiter, sitzt in Baubesprechungen mit Bauherrn, Architekten und Fachplanern und schreibt den Bericht, der dem Auftraggeber jede Woche sagt, wo das Projekt steht.
Ein großer Teil der Arbeit ist kaufmännisch. Der Projektleiter verantwortet das Baustellenergebnis, verfolgt Soll und Ist bei Kosten und Terminen, stellt Behinderungsanzeigen, dokumentiert Mengen und setzt Ansprüche durch – oder wehrt sie ab. Der andere Teil ist Koordination: Rohbau, Stahlbau, Fassade, Technische Gebäudeausrüstung und die Maschinenmontage des Kunden greifen ineinander. Verschiebt sich ein Gewerk, verschiebt sich alles danach.
Wie wird man Projektleiter Hochbau?
Der übliche Weg führt über ein Studium im Bauingenieurwesen, Bachelor oder Master, seltener über Architektur oder Baumanagement. Danach folgen mehrere Jahre als Bauleiter oder Projektingenieur, in denen man Baustellen kennenlernt, Abrechnung übt und lernt, mit Nachunternehmern zu verhandeln. Ohne diese Zeit auf der Baustelle wird kaum jemand Projektleiter.
Ein zweiter Weg beginnt in der Praxis: Ausbildung in einem Bauberuf, Weiterbildung zum Bautechniker oder Meister, danach Bauleitung und mit ausreichender Erfahrung die Projektleitung. Das dauert länger und funktioniert vor allem in mittelständischen Bauunternehmen. Quereinsteiger aus dem Anlagenbau oder der Industrieplanung finden über die Bauherrenseite Zugang, wenn sie Projektsteuerung mitbringen. VOB, Vertragsrecht und Kalkulation kann man in Lehrgängen nachholen, Menschenführung nicht.
Was der Beruf verlangt
Der Druck ist dauerhaft. Termine sind vertraglich fixiert, Verzug kostet Geld, und bei Industriekunden hängt hinter dem Bauende oft ein Produktionsstart, der nicht verschoben wird. Wochenarbeitszeiten über vierzig Stunden sind normal, Abendtermine und Erreichbarkeit ebenfalls. Wer bundesweit für einen Generalunternehmer arbeitet, ist unter der Woche häufig auswärts untergebracht. Wochenendarbeit fällt bei Umbauten im laufenden Betrieb an, weil dort nur in Stillstandszeiten gebaut werden kann.
Konflikte gehören zum Alltag: mit Nachunternehmern über Mängel, mit dem Bauherrn über Nachträge, intern über Ressourcen. Wer Auseinandersetzungen schlecht erträgt, wird in dieser Rolle unglücklich. Körperlich ist die Arbeit nicht schwer, aber Baustellenbegehungen bei Kälte, Lärm und Staub gehören dazu.
Aussichten
Erfahrene Projektleiter sind knapp, besonders im Industrie- und Logistikbau. Auch in Phasen schwacher Wohnbaukonjunktur bleibt die Nachfrage nach Werk-, Produktions- und Rechenzentrumsbauten sowie nach Sanierung und Erweiterung bestehender Industrieanlagen bestehen. Entwicklungswege führen zur Oberbauleitung, in die Niederlassungs- oder Bereichsleitung, in die Projektsteuerung auf Bauherrenseite oder ins Baucontrolling. Wer aus dem Reisen heraus will, wechselt oft ins Facility- und Immobilienmanagement eines Industrieunternehmens.