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Bau & Immobilien

Bauleiter Hochbau

Bauleiter im Hochbau koordinieren die Ausführung von Bauvorhaben auf der Baustelle: Sie steuern Nachunternehmer, überwachen Termine, Kosten und Qualität und dokumentieren den Baufortschritt. Sie sind die Schnittstelle zwischen Planung, Bauherr und ausführenden Gewerken.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bauleiter Hochbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.400 € 6.500 € 64.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 7.000 € 9.500 € 84.000 €

Große Bauunternehmen zahlen nach dem Tarifvertrag für Angestellte im Baugewerbe, viele mittelständische Firmen verhandeln frei und liegen darunter oder deutlich darüber. Entscheidend sind Projektgröße, Region und ob Montagezuschläge, Dienstwagen und Erfolgsbeteiligung hinzukommen; im öffentlichen Dienst nach TVöD ist das Grundgehalt meist niedriger, die Arbeitszeit dafür geregelter.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bauleiter Hochbau?

Bauleiter im Hochbau setzen um, was Architekten und Fachplaner gezeichnet haben. Sie lesen Ausführungspläne, prüfen sie auf Widersprüche und geben die Arbeiten frei. Auf der Baustelle kontrollieren sie, ob Rohbau, Ausbau und technische Gewerke nach Plan, Norm und Leistungsverzeichnis ausgeführt werden. Sie stimmen den Ablauf zwischen Zimmerern, Betonbauern, Elektrikern und Trockenbauern ab, damit sich die Gewerke nicht blockieren.

Ein großer Teil der Arbeit findet nicht auf dem Gerüst, sondern im Container oder am Rechner statt: Bautagebuch führen, Aufmaße prüfen, Nachträge bewerten, Behinderungsanzeigen schreiben, Abrechnungen der Nachunternehmer freigeben, Mängel dokumentieren und die Beseitigung nachhalten. Dazu kommen Baubesprechungen mit Bauherr und Planern, Abstimmungen mit Behörden und Prüfstatikern sowie die Verantwortung für Arbeitssicherheit im Zuständigkeitsbereich. Wer für ein Bauunternehmen arbeitet, denkt zusätzlich an das Ergebnis der Baustelle; wer für einen Bauherrn oder ein Ingenieurbüro tätig ist, überwacht vor allem dessen Interessen.

Wie wird man Bauleiter Hochbau?

Der häufigste Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, meist als Bachelor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, mit Vertiefung Konstruktiver Ingenieurbau oder Baubetrieb. Auch Architekten übernehmen Bauleitungsaufgaben, ebenso Absolventen des Projektmanagements Bau. Der zweite Weg ist der handwerkliche: nach einer Ausbildung in einem Bauberuf die Weiterbildung zum Meister oder zum staatlich geprüften Bautechniker, dann Aufstieg über die Position des Bauleiterassistenten oder Poliers. Ohne Baustellenerfahrung wird niemand allein auf ein Projekt gesetzt; ein bis drei Jahre Einarbeitung als Jungbauleiter sind üblich. Kenntnisse in VOB, HOAI, den relevanten DIN-Normen sowie in Ausschreibungs- und AVA-Software gehören dazu, zunehmend auch der Umgang mit BIM-Modellen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind lang und schwer planbar. Baustellen beginnen früh, Besprechungen liegen oft vor sieben Uhr, die Büroarbeit bleibt für den Abend. Termindruck, Wetterausfälle, fehlendes Material und Personal auf Nachunternehmerseite treffen zuerst den Bauleiter. Konflikte gehören zum Alltag: mit Nachunternehmern über Nachträge, mit dem Bauherrn über Änderungswünsche, mit Planern über unvollständige Unterlagen. Wer Auseinandersetzungen scheut oder Entscheidungen aufschiebt, hat es schwer. Körperlich ist der Beruf nicht extrem, aber man steht viel, geht Treppen, arbeitet bei Kälte und Lärm. Baustellen liegen nicht immer in Wohnortnähe, Montagetätigkeit mit Wochenendheimfahrten ist verbreitet. Rechtlich trägt der Bauleiter Verantwortung, unter anderem für Arbeitssicherheit und Mängelfreiheit; das erzeugt Druck, den nicht jeder auf Dauer trägt.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil, weil erfahrene Bauleiter seit Jahren fehlen. Auch im schwächeren Wohnungsbau bleiben Sanierung, Gewerbebau und öffentliche Bauten Auftragsquellen. Entwicklungswege führen zum Oberbauleiter mit mehreren Projekten, zur Niederlassungs- oder Bereichsleitung, in das Projektsteuerungs- oder Projektentwicklungsgeschäft oder auf die Bauherrenseite, wo die Arbeitszeiten meist geregelter sind. Spezialisierungen etwa auf Schlüsselfertigbau, technische Gebäudeausrüstung, Bauen im Bestand oder BIM-Koordination verbessern die Position deutlich. Selbstständigkeit als externer Bauleiter oder Sachverständiger ist mit ausreichender Erfahrung möglich.

Aufgaben

  • Ausführungspläne prüfen und Arbeiten auf der Baustelle freigeben
  • Nachunternehmer und Gewerke terminlich koordinieren
  • Bauqualität, Normen und Leistungsverzeichnisse kontrollieren
  • Bautagebuch, Aufmaße und Mängellisten führen
  • Nachträge bewerten und Abrechnungen freigeben
  • Baubesprechungen mit Bauherr, Planern und Behörden führen
  • Arbeitssicherheit und Baustellenordnung überwachen
  • Kosten und Termine gegenüber dem Bauzeitenplan verfolgen

Voraussetzungen

  • Studium Bauingenieurwesen oder Architektur, alternativ Meister oder staatlich geprüfter Bautechniker
  • Baustellenerfahrung, in der Regel als Assistent oder Polier erworben
  • Kenntnisse in VOB, DIN-Normen und Vergaberecht
  • Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit gegenüber Nachunternehmern
  • Sicherer Umgang mit CAD-Betrachtern, AVA- und Terminplanungssoftware
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu wechselnden Einsatzorten

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen im Hoch- und Schlüsselfertigbau
  • Generalunternehmer und Projektentwickler
  • Ingenieur- und Architekturbüros mit Bauüberwachung
  • Bauabteilungen von Wohnungsunternehmen und Konzernen
  • Öffentliche Bauverwaltungen und Hochbauämter

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium Bauingenieurwesen, häufig gefolgt von einem Master. Alternativ führt der Weg über eine Bauausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Bautechniker oder Meister, die je nach Form ein bis zwei Jahre in Vollzeit dauert. In beiden Fällen folgen ein bis drei Jahre Einarbeitung als Jungbauleiter, bevor eine eigene Baustelle übertragen wird.

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