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Bau & Immobilien

Kalkulator Hochbau

Kalkulatoren im Hochbau ermitteln vor der Angebotsabgabe, was ein Bauvorhaben kosten wird. Sie werten Leistungsverzeichnisse und Pläne aus, holen Nachunternehmerpreise ein und rechnen Material, Lohn und Geräte zu einem belastbaren Angebotspreis zusammen.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kalkulator Hochbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.200 € 6.200 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 8.500 € 81.600 €

Entscheidend sind Unternehmensgröße und Auftragsvolumen: Große Baukonzerne und Generalunternehmer zahlen deutlich mehr als kleine Mittelständler. Tarifgebundene Betriebe richten sich nach dem Rahmentarifvertrag für technische und kaufmännische Angestellte im Baugewerbe, viele Positionen werden jedoch frei verhandelt und mit Erfolgsprämien ergänzt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kalkulator im Hochbau?

Jedes Angebot eines Bauunternehmens beruht auf einer Kalkulation. Der Kalkulator liest die Ausschreibungsunterlagen, prüft Leistungsverzeichnis, Pläne, Baugrundgutachten und Vertragsbedingungen und übersetzt die beschriebenen Leistungen in Mengen, Zeiten und Kosten. Für jede Position werden Materialbedarf, Lohnstunden, Geräteeinsatz und Nachunternehmerleistungen angesetzt, dazu Baustellengemeinkosten, Umlagen für Verwaltung und ein Zuschlag für Wagnis und Gewinn.

Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Kommunikation: Preisanfragen an Lieferanten und Nachunternehmer, Rückfragen an die ausschreibende Stelle, Abstimmung mit Bauleitung und Geschäftsführung über Ausführungsvarianten und Risiken. Wer schlau kalkuliert, findet Sondervorschläge, mit denen das eigene Angebot günstiger wird, ohne die Leistung zu verfehlen. Am Ende steht ein Preis, der die Ausschreibung gewinnen soll und trotzdem trägt. Nach Auftragserteilung übergibt der Kalkulator an die Bauleitung, oft wirkt er bei der Arbeitskalkulation, bei Nachträgen und beim Nachrechnen abgeschlossener Projekte mit.

Wie wird man Kalkulator im Hochbau?

Der häufigste Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, oft mit Schwerpunkt Baubetrieb. Auch Absolventen des Baumanagements oder der Architektur arbeiten in der Kalkulation. Der zweite große Weg ist die Aufstiegsfortbildung: Nach einer Ausbildung im Bauhauptgewerbe, etwa als Maurer oder Beton- und Stahlbetonbauer, folgen Weiterbildungen zum Bautechniker, Werkpolier, Meister oder Bauwirt. Praktische Baustellenerfahrung ist in diesem Beruf viel wert, weil sich Bauabläufe nur schwer aus Büchern lernen lassen.

Ein Quereinstieg gelingt Technischen Zeichnern, Baustoffhändlern oder Bauleitern mit Zahlenverstand. Eingearbeitet wird fast immer im Unternehmen, weil jede Firma eigene Kalkulationsansätze, Stundensätze und Software nutzt. Sicherer Umgang mit Kalkulationsprogrammen wie RIB iTWO, BRZ oder Nevaris und mit der VOB gehört zur Grundausstattung, ebenso ein Verständnis für die HOAI-freien Vergaberegeln öffentlicher Auftraggeber.

Was der Beruf verlangt

Kalkulation ist Büroarbeit mit hartem Termindruck. Abgabefristen von Ausschreibungen sind unverschiebbar, und weil mehrere Angebote gleichzeitig laufen, entstehen Wochen mit deutlichen Überstunden. Fehler haben Gewicht: Eine vergessene Position oder ein zu knapper Lohnansatz kann ein Projekt über Monate in die Verlustzone ziehen, ein zu hoher Preis kostet den Auftrag. Diese Verantwortung tragen manche Menschen gut, andere schlecht.

Der Beruf verlangt Ausdauer für Detailarbeit, Genauigkeit über hunderte Positionen hinweg und die Fähigkeit, sich Bauabläufe vorzustellen, ohne sie zu sehen. Wer den Kontakt zur Baustelle braucht, wird die Bürotätigkeit als eng empfinden; Baustellenbesuche gehören dazu, sind aber die Ausnahme. Die Auftragslage der Branche schlägt direkt durch: In schwachen Marktphasen steigt die Zahl der Angebote je Auftrag, die Margen sinken, der Druck wächst.

Aussichten

Kalkulatoren sind gesucht, auch weil viele erfahrene Kräfte in den Ruhestand gehen und die Rolle für Berufsanfänger kaum sichtbar ist. Mittelständische Bauunternehmen suchen dauerhaft. Entwicklungswege führen zur Leitung der Kalkulationsabteilung, in die technische Geschäftsführung, in das Baumanagement größerer Projekte oder in Richtung Nachtragsmanagement und Claim Management. Auch der Wechsel zu Projektsteuerern, Bauherrenvertretern oder in die Kostenplanung von Planungsbüros ist möglich. Die Digitalisierung mit modellbasierter Mengenermittlung verändert die Werkzeuge, ersetzt aber die Bewertung von Risiken nicht.

Aufgaben

  • Ausschreibungsunterlagen und Leistungsverzeichnisse auswerten
  • Massen und Mengen aus Plänen oder Gebäudemodellen ermitteln
  • Preisanfragen an Lieferanten und Nachunternehmer stellen und vergleichen
  • Einheitspreise aus Lohn, Material, Geräten und Zuschlägen bilden
  • Baustellengemeinkosten und Umlagen für Bauzeit und Baustelleneinrichtung ansetzen
  • Sondervorschläge und Ausführungsvarianten durchrechnen
  • Angebote fristgerecht zusammenstellen und mit der Geschäftsführung abstimmen
  • Arbeitskalkulation übergeben und Nachtragsangebote erstellen

Voraussetzungen

  • Studium im Bauingenieurwesen oder Aufstiegsfortbildung zum Bautechniker, Meister oder Bauwirt
  • Kenntnisse der Bauabläufe im Hochbau, möglichst aus eigener Baustellenerfahrung
  • Sicherer Umgang mit Kalkulationssoftware und Tabellenkalkulation
  • Kenntnis der VOB und der einschlägigen Vergabe- und Vertragsregeln
  • Genauigkeit und Belastbarkeit bei engen Abgabefristen
  • Verhandlungsgeschick im Umgang mit Nachunternehmern und Lieferanten

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen des Hochbaus, vom Mittelstand bis zum Großkonzern
  • Generalunternehmer und Bauträger
  • Fertighaus- und Systembauanbieter
  • Projektsteuerungs- und Ingenieurbüros
  • Bauabteilungen großer Auftraggeber und der öffentlichen Hand

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Baubetrieb, Dauer sechs bis zehn Semester. Alternativ führt der Weg über eine dreijährige Bauausbildung mit anschließender Fortbildung zum staatlich geprüften Bautechniker, Meister oder Bauwirt. In beiden Fällen folgt eine Einarbeitung von ein bis zwei Jahren im Unternehmen, meist als Junior-Kalkulator neben einem erfahrenen Kollegen.

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