Postdoctoral Researcher
Postdoctoral Researcher forschen nach der Promotion an Hochschulen oder Forschungsinstituten, veröffentlichen ihre Ergebnisse und werben Drittmittel ein. Die Stellen sind fast immer befristet.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Postdoctoral Researcher verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.700 € | 5.200 € | 5.700 € | 62.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.300 € | 5.900 € | 6.600 € | 70.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 6.800 € | 8.500 € | 81.600 € |
An Hochschulen und den meisten Forschungsinstituten gilt der TV-L, im Bundesbereich der TVöD Bund; Postdocs werden dort überwiegend in E13, seltener E14 eingruppiert, mit Stufenaufstieg nach Beschäftigungsjahren. Häufig werden nur Teilzeitstellen mit 50 bis 75 Prozent finanziert, was das tatsächliche Einkommen entsprechend senkt; Stipendien sind steuerfrei, aber ohne Sozialversicherung.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Postdoctoral Researcher?
Ein Postdoc arbeitet nach abgeschlossener Promotion weiter in der Forschung, meist in einer Arbeitsgruppe an einer Universität, einem Max-Planck-, Leibniz-, Helmholtz- oder Fraunhofer-Institut. Der Alltag hängt stark vom Fach ab. In den Naturwissenschaften bedeutet er Experimente planen, Messreihen durchführen, Daten auswerten, Geräte betreuen. In den Geistes- und Sozialwissenschaften Quellen erschließen, Interviews führen, Korpora auswerten, Texte schreiben. Gemeinsam ist allen: Ergebnisse werden in Fachzeitschriften veröffentlicht, und dieser Prozess umfasst Manuskripte schreiben, Gutachten beantworten, überarbeiten, wieder einreichen.
Dazu kommt Arbeit, die nicht Forschung ist, aber dazugehört: Anträge auf Fördermittel bei der DFG, beim BMBF oder bei EU-Programmen schreiben, Doktorandinnen und Masterstudierende betreuen, Lehrveranstaltungen halten, Konferenzbeiträge vorbereiten, Gutachten für Zeitschriften erstellen. Wer eine eigene Nachwuchsgruppe leitet, verwaltet zusätzlich Budgets und Personal.
Wie wird man Postdoctoral Researcher?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene Promotion, also Studium mit Master oder Diplom und anschließend drei bis fünf Jahre Dissertation. Die erste Postdoc-Stelle wird in der Regel direkt über die Ausschreibung einer Arbeitsgruppe oder über eine persönliche Bewerbung bei einer Professorin besetzt. Alternativ finanzieren Stipendien der Humboldt-Stiftung, des DAAD, der Marie-Skłodowska-Curie-Programme oder des Emmy-Noether-Programms eine eigene Stelle. Ein Auslandsaufenthalt gilt in vielen Fächern als faktisch verpflichtend für die weitere Karriere. Einen Quereinstieg gibt es nicht; ohne Doktortitel ist der Zugang verschlossen.
Was der Beruf verlangt
Die Befristung prägt alles. Verträge laufen über ein bis drei Jahre, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz begrenzt die Beschäftigungsdauer nach der Promotion in der Regel auf sechs Jahre, in der Medizin auf neun. Danach muss eine unbefristete Stelle da sein, sonst endet die Laufbahn. Professuren sind selten, die Konkurrenz um sie hoch. Viele wechseln nach einigen Jahren in die Industrie, in Wissenschaftsmanagement, Forschungsförderung oder Beratung, oft ohne dass dieser Wechsel geplant war.
Die Arbeitszeiten sind formal geregelt, praktisch selten eingehalten. Experimente, Antragsfristen und Konferenzdeadlines bestimmen den Rhythmus. Ortswechsel zwischen Städten und Ländern sind üblich und belasten Partnerschaften und Familienplanung. Zurückweisungen gehören zum Handwerk: abgelehnte Manuskripte, abgelehnte Anträge, abgelehnte Bewerbungen. Wer damit schlecht umgeht, hat es schwer. Positiv steht dem eine große fachliche Selbstständigkeit gegenüber und die Möglichkeit, an Fragen zu arbeiten, die man selbst gewählt hat.
Aussichten
Die Zahl der Postdoc-Stellen ist in den letzten Jahrzehnten gewachsen, die Zahl der unbefristeten wissenschaftlichen Stellen nicht im gleichen Maß. Statistisch bleibt nur ein kleiner Teil dauerhaft in der Wissenschaft. Realistische Wege führen zur Juniorprofessur mit Tenure Track, zur Leitung einer Nachwuchsgruppe, in den akademischen Mittelbau oder aus der Hochschule heraus in industrielle Forschung und Entwicklung, wo promovierte Fachleute in Pharma, Chemie, IT und Ingenieurbranchen gesucht werden. Wer früh eine zweite Option aufbaut, steht besser da als jemand, der alles auf die Professur setzt.
Aufgaben
- Forschungsprojekte eigenständig planen und durchführen
- Experimente, Erhebungen oder Quellenanalysen umsetzen und auswerten
- Fachartikel schreiben, einreichen und im Begutachtungsverfahren überarbeiten
- Drittmittelanträge bei DFG, EU oder Ministerien vorbereiten
- Doktorandinnen, Master- und Bachelorarbeiten fachlich betreuen
- Lehrveranstaltungen halten und Prüfungen abnehmen
- Ergebnisse auf Konferenzen und in Kolloquien vorstellen
- Labor- oder Geräteinfrastruktur mitbetreuen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Promotion im jeweiligen Fachgebiet
- Publikationen in begutachteten Fachzeitschriften
- Sehr gutes Englisch in Wort und Schrift
- Selbstständige Arbeitsweise und Ausdauer bei langen Projektlaufzeiten
- Bereitschaft zu Ortswechseln und befristeten Verträgen
- Methodische Spezialkenntnisse des Fachs, oft Programmier- oder Statistikkenntnisse
Wo man arbeitet
- Universitäten und Hochschulen
- Außeruniversitäre Forschungsinstitute wie Max-Planck-, Leibniz-, Helmholtz- oder Fraunhofer-Einrichtungen
- Universitätskliniken
- Ressortforschungseinrichtungen des Bundes und der Länder
- Forschungsabteilungen von Unternehmen
Der Weg in den Beruf
Nach dem Masterstudium folgt eine Promotion von üblicherweise drei bis fünf Jahren. Anschließend wird die Postdoc-Stelle über eine Projektstelle in einer Arbeitsgruppe oder über ein Stipendium besetzt, meist befristet auf zwei bis drei Jahre. Ein formaler weiterer Abschluss ist nicht nötig, in einigen Fächern ist die Habilitation für eine Professur aber weiterhin üblich.
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