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Handwerk & Produktion

Postbote auf Abruf

Postboten auf Abruf sortieren und liefern Briefe und Pakete aus, werden aber nicht in festen Vollzeitschichten eingesetzt, sondern kurzfristig bei Krankheit, Urlaub oder hohem Sendungsaufkommen angefordert. Der Einsatz erfolgt meist auf Basis eines Abrufarbeitsvertrags mit schwankender Stundenzahl.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Postbote auf Abruf verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.400 € 2.700 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €

Entscheidend ist der Arbeitgeber: Bei der Deutschen Post AG gilt der Entgelttarifvertrag der Deutschen Post AG mit festen Entgeltgruppen und Zuschlägen, private Zustelldienste zahlen häufig nahe am gesetzlichen Mindestlohn. Bei Abrufarbeit hängt das tatsächliche Monatseinkommen zusätzlich stark von der Zahl der abgerufenen Stunden ab, die genannten Werte beziehen sich auf Vollzeit.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Postbote auf Abruf?

Die Arbeit beginnt im Zustellstützpunkt. Dort werden Briefe, Kataloge, Einschreiben und Pakete für einen bestimmten Bezirk übernommen, in die Gangfolge sortiert und in Behälter oder auf das Zustellfahrzeug gepackt. Anschließend geht es auf die Runde: zu Fuß, mit dem Zustellrad, dem E-Lastenrad oder dem Kleintransporter. Sendungen werden in Briefkästen eingelegt, Pakete an der Tür übergeben, Einschreiben und Nachnahmen gegen Unterschrift und Ausweiskontrolle ausgeliefert, Benachrichtigungskarten hinterlassen, wenn niemand öffnet. Nachnahmebeträge werden abgerechnet, unzustellbare Sendungen und Retouren wieder mit in den Stützpunkt genommen.

Der Unterschied zur festen Zustellstelle liegt im Einsatzmodell. Abrufkräfte werden je nach Bedarf gerufen, oft mit kurzer Vorlaufzeit, häufig für fremde Bezirke, die man nicht auswendig kennt. Das macht die Runde langsamer und anstrengender, weil Hausnummernlogik, Klingelanlagen und Sammelbriefkästen jedes Mal neu erschlossen werden müssen. Erfahrene Abrufkräfte lernen mit der Zeit mehrere Bezirke und werden dadurch deutlich schneller.

Wie wird man Postbote auf Abruf?

Eine abgeschlossene Ausbildung ist nicht erforderlich. Üblich sind eine kurze betriebliche Einweisung von wenigen Tagen, die Begleitung durch eine erfahrene Zustellkraft und je nach Fahrzeug der Führerschein der Klasse B. Verlangt werden ein einwandfreies Führungszeugnis, ausreichende Deutschkenntnisse und körperliche Belastbarkeit. Wer den Beruf dauerhaft ausüben will, kann die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen anschließen oder intern in eine unbefristete Vollzeitstelle in der Zustellung wechseln. Der Weg über die Abrufarbeit ist bei vielen Zustellunternehmen der übliche Einstieg, gerade für Quereinsteiger, Studierende und Menschen nach längerer Berufspause.

Was der Beruf verlangt

Der Dienst beginnt früh, meist zwischen sechs und acht Uhr, und findet bei jedem Wetter statt: Regen, Glätte, Hitze. Gelaufen werden je Runde häufig zehn bis fünfzehn Kilometer, dazu Treppen, schwere Paketkolli und das ständige Heben von Behältern. Knie, Rücken und Füße werden dauerhaft belastet, Hunde und Konflikte an der Tür kommen vor. Zeitdruck ist Teil des Alltags, weil die Runde am Tag zugestellt sein muss, auch wenn das Sendungsvolumen schwankt.

Die Abrufsituation bringt eine eigene Belastung mit: Das Einkommen ist nicht planbar, in ruhigen Wochen gibt es wenig Stunden, im Weihnachtsgeschäft sehr viele. Zusagen kommen teils erst am Vortag. Wer eine feste Stundenzahl und verlässliche Planung braucht, ist mit diesem Modell schlecht bedient. Rechtlich gilt: Ohne vereinbarte Wochenarbeitszeit sind zwanzig Stunden anzunehmen, und der Abruf muss mindestens vier Tage vorher erfolgen.

Aussichten

Zustellkräfte werden dauerhaft gesucht. Das Paketvolumen wächst, die Fluktuation ist hoch, und viele Betriebe finden kaum Personal. Wer zuverlässig erscheint und mehrere Bezirke beherrscht, hat gute Chancen auf einen unbefristeten Vertrag mit festen Stunden. Von dort führen Wege in die Verbundzustellung, zum Springer für einen ganzen Zustellbezirk, zur Teamleitung im Stützpunkt oder in die Disposition. Ein Berufsabschluss in der KEP-Branche verbessert diese Möglichkeiten deutlich. Ohne Weiterentwicklung bleibt die Tätigkeit körperlich fordernd und im unteren Lohnbereich.

Aufgaben

  • Briefe, Pakete und Werbesendungen in Gangfolge sortieren
  • Zustellfahrzeug oder Zustellrad beladen und sichern
  • Sendungen im zugewiesenen Bezirk zustellen
  • Einschreiben und Nachnahmen gegen Unterschrift ausliefern
  • Nachnahmebeträge und Entgelte abrechnen
  • Retouren, unzustellbare Sendungen und Abholaufträge mitnehmen
  • kurzfristige Einsätze in fremden Bezirken übernehmen
  • Zustellvorgänge im Handscanner dokumentieren

Voraussetzungen

  • kein bestimmter Schulabschluss erforderlich, betriebliche Einweisung genügt
  • Führerschein Klasse B für Fahrzeugzustellung, teils Fahrradsicherheit
  • gute körperliche Belastbarkeit für langes Gehen, Treppen und Lastentransport
  • einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auch bei kurzfristigem Abruf
  • Deutschkenntnisse für Kundenkontakt und Adresslesen
  • Bereitschaft zu schwankender Stundenzahl und Frühbeginn

Wo man arbeitet

  • Zustellstützpunkte und Briefzentren der Deutschen Post
  • private Brief- und Paketdienstleister
  • Kurier- und Expressdienste
  • kommunale und regionale Zustellunternehmen

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg erfolgt ohne formale Ausbildung über eine betriebliche Einweisung von wenigen Tagen und Begleitfahrten mit erfahrenen Zustellkräften. Wer dauerhaft in der Branche bleiben will, kann die zweijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen absolvieren und damit einen anerkannten Abschluss der Industrie- und Handelskammer erwerben.

Offene Stellen als Postbote auf Abruf

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Kurierfahrer transportieren Pakete, Dokumente und Waren zwischen Versendern und Empfängern, meist mit Transporter oder Pkw im Nahverkehr. Der Arbeitstag besteht aus festen Touren, engen Zeitfenstern und vielen Stopps.

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2.100 – 3.500 €

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