Was macht ein Postbote als Aushilfe?
Der Arbeitstag beginnt früh im Zustellstützpunkt. Dort wird die Sendungsmenge für den zugeteilten Bezirk übernommen, in Gangfolge sortiert und in Behälter oder Taschen gepackt. Danach geht es mit Fahrrad, E-Bike, Zustellfahrzeug oder zu Fuß auf die Route: Briefe in Hausbriefkästen einwerfen, Pakete an der Tür übergeben, Empfänger quittieren lassen, Nachnahmebeträge kassieren, Einschreiben und Benachrichtigungskarten korrekt dokumentieren. Sendungen, die nicht zugestellt werden konnten, kommen zurück in den Stützpunkt, ebenso das Handscanner-Gerät und die Restbestände.
Aushilfen übernehmen in der Regel Bezirke, deren Stammzusteller im Urlaub oder krank sind, oder sie fahren zusätzliche Touren in Spitzenzeiten – vor Weihnachten, in den Sommermonaten, bei Wahlen mit hohem Briefaufkommen. Das bedeutet: häufig wechselnde Bezirke, die man nicht im Kopf hat, und eine Einarbeitung, die kurz ausfällt.
Wie wird man Postbote als Aushilfe?
Eine Ausbildung ist nicht erforderlich. Verlangt werden meist ein Hauptschulabschluss oder gar kein formaler Abschluss, ausreichende Deutschkenntnisse zum Lesen von Adressen und Anweisungen sowie ein Führerschein der Klasse B, wenn ein Zustellfahrzeug gefahren wird. Für reine Briefzustellung per Fahrrad genügt oft die Fahrradsicherheit. Die Deutsche Post AG, private Briefdienstleister und Paketdienste stellen laufend ein, teils über Zeitarbeitsfirmen oder Subunternehmen. Vor dem Einsatz stehen eine Sicherheitsüberprüfung, eine Belehrung zum Postgeheimnis und wenige Tage Begleitung durch einen erfahrenen Zusteller. Wer sich bewährt, hat gute Chancen auf Verlängerung oder eine unbefristete Stelle als Zusteller.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Paketmengen bis 31,5 Kilogramm einzeln, Treppenhäuser ohne Aufzug, Kilometer zu Fuß oder im Sattel – bei Regen, Glätte und Hitze. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft belastet. Der Dienst beginnt meist zwischen sechs und sieben Uhr, samstags gehört regelmäßig dazu, Sonntage nur selten. Wer nicht fertig wird, bleibt länger; Bezirke sind eng kalkuliert, und die Sendungsmengen im Paketbereich steigen weiter.
Dazu kommt Zeitdruck und Verantwortung: Sendungen dürfen nicht verwechselt, geöffnet oder verloren gehen, das Postgeheimnis gilt uneingeschränkt. Kontakt mit Kunden ist Teil der Arbeit, auch mit unfreundlichen. Der Rest des Tages läuft allein, ohne Kollegen in der Nähe – für manche ein Vorteil, für andere eine Zumutung. Wer über Zeitarbeit oder Subunternehmen kommt, arbeitet oft zu schlechteren Bedingungen als das Stammpersonal.
Aussichten
Der Bedarf an Zustellkräften ist hoch und ganzjährig, weil der Paketmarkt wächst und die Personalfluktuation groß ist. Aushilfsverträge sind deshalb ein realistischer Einstieg in eine dauerhafte Beschäftigung, besonders bei der Deutschen Post AG mit Tarifbindung. Von dort führen Wege zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen, in die Verbundzustellung mit Fahrzeug, in die Sortierung oder Verteilung im Briefzentrum sowie mittelfristig zur Teamleitung im Zustellstützpunkt. Wer den Führerschein für schwerere Fahrzeuge erwirbt, kann in den Nahverkehr oder die Speditionslogistik wechseln. Eine reine Aushilfstätigkeit über Jahre hinweg bringt dagegen kaum Lohnentwicklung.