PhD
Promovierende erarbeiten über mehrere Jahre eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit und schließen sie mit dem Doktorgrad ab. Meist geschieht das als angestellte wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut, teils auch parallel zu einer Tätigkeit in der Industrie.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als PhD verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 3.300 € | 4.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.800 € | 5.800 € | 57.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.500 € | 9.000 € | 78.000 € |
An Hochschulen und Forschungseinrichtungen richtet sich die Bezahlung nach dem TV-L oder TVöD Bund, meist Entgeltgruppe 13 - entscheidend ist dabei vor allem der Stellenumfang, der in Naturwissenschaften oft 65 Prozent und in Geisteswissenschaften teils nur 50 Prozent beträgt. Stipendien liegen darunter und sind steuerfrei, Industriepromotionen und Stellen nach der Promotion in der Privatwirtschaft liegen deutlich darüber.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Promovierender?
Die Promotion ist kein klassischer Beruf, sondern eine Qualifikationsphase, die in Deutschland überwiegend als bezahltes Arbeitsverhältnis läuft. Im Zentrum steht ein eigenes Forschungsprojekt: eine Fragestellung entwickeln, den Stand der Forschung aufarbeiten, Experimente planen oder Daten erheben, auswerten, interpretieren und die Ergebnisse in einer Dissertation zusammenschreiben. Je nach Fach heißt das Zellkulturen ansetzen, Messreihen im Labor fahren, Code schreiben und Modelle rechnen, Interviews führen, Archivbestände sichten oder Rechtsprechung analysieren.
Dazu kommt fast überall Arbeit, die nichts mit der eigenen Dissertation zu tun hat. Wer auf einer Landesstelle sitzt, hält Übungen und Seminare, korrigiert Klausuren, betreut Abschlussarbeiten und übernimmt Verwaltungsaufgaben am Lehrstuhl. Wer über ein Drittmittelprojekt finanziert ist, arbeitet an den Zielen dieses Projekts, schreibt Zwischenberichte und bereitet Anträge mit vor. Ergebnisse werden auf Konferenzen vorgestellt und in Fachzeitschriften veröffentlicht, was Begutachtungsrunden und Überarbeitungen über Monate bedeutet.
Wie wird man Promovierender?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes wissenschaftliches Studium, in der Regel ein Master oder ein Staatsexamen, meist mit guten bis sehr guten Noten. Der übliche Weg führt über eine Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder über die direkte Ansprache einer betreuenden Professorin, die ein Thema vergibt. Strukturierte Programme und Graduiertenkollegs schreiben Plätze mit festen Fristen aus. Daneben gibt es Stipendien der Begabtenförderungswerke sowie Industriepromotionen, bei denen ein Unternehmen die Stelle finanziert und das Thema an einer betrieblichen Fragestellung hängt. Formal muss die Fakultät die Annahme als Doktorand bestätigen. Die Bearbeitungszeit liegt je nach Fach bei drei bis sechs Jahren, in den Geisteswissenschaften und in der Medizin weichen die Muster deutlich ab.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitsverträge sind fast immer befristet, häufig auf zwei oder drei Jahre mit Verlängerungen, und in vielen Fächern nur auf einem Teil der Vollzeit, obwohl der tatsächliche Aufwand darüber hinausgeht. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz begrenzt die Gesamtdauer der Befristungen, was den Druck erhöht, rechtzeitig fertig zu werden. Die Arbeit ist über weite Strecken einsam, Ergebnisse bleiben aus, Experimente scheitern, Aufsätze werden abgelehnt. Die Abhängigkeit von einer einzigen betreuenden Person ist strukturell heikel und geht selten gut aus, wenn das Verhältnis nicht trägt. Wer Selbstorganisation über Jahre ohne enge Vorgaben nicht durchhält oder Rückschläge schlecht wegsteckt, tut sich schwer. Kalkulierbar sind Arbeitszeit und Einkommen in dieser Phase kaum.
Aussichten
Der Doktorgrad zahlt sich außerhalb der Wissenschaft in vielen Feldern aus, besonders in Chemie, Pharma, Medizintechnik, Data Science, Beratung und Forschungsabteilungen der Industrie, wo er den Einstieg auf höherem Niveau ermöglicht. In der Wissenschaft selbst ist die Lage anders: Auf eine Professur kommen sehr viele Promovierte, die Zahl unbefristeter Stellen unterhalb der Professur ist klein. Realistisch führt die Promotion für die Mehrheit in eine Tätigkeit außerhalb der Hochschule, etwa in Forschung und Entwicklung, im Wissenschaftsmanagement, in Behörden oder in der Datenanalyse. Wer die akademische Laufbahn anstrebt, plant Postdoc-Jahre, Auslandsaufenthalte und Ortswechsel ein.
Aufgaben
- ein eigenes Forschungsprojekt planen und über Jahre verfolgen
- Literatur und Forschungsstand systematisch aufarbeiten
- Experimente, Erhebungen oder Berechnungen durchführen und dokumentieren
- Daten auswerten und Ergebnisse kritisch einordnen
- Fachaufsätze schreiben und Begutachtungsverfahren begleiten
- Ergebnisse auf Tagungen und in Kolloquien vorstellen
- Lehrveranstaltungen halten, Klausuren korrigieren, Abschlussarbeiten betreuen
- Projektberichte für Drittmittelgeber verfassen
Voraussetzungen
- abgeschlossenes wissenschaftliches Studium, meist Master oder Staatsexamen, in der Regel mit guter Note
- Zusage einer betreuenden Professorin und Annahme durch die Fakultät
- Ausdauer und Selbstorganisation über mehrere Jahre ohne enge Vorgaben
- sicheres wissenschaftliches Englisch in Wort und Schrift
- methodische Gründlichkeit und Bereitschaft, Fehlschläge einzuplanen
- je nach Fach Laborerfahrung, Programmierkenntnisse oder Statistikkenntnisse
- Bereitschaft zu befristeten Verträgen und Ortswechseln
Wo man arbeitet
- Universitäten und Hochschulen
- außeruniversitäre Forschungsinstitute wie Max-Planck-, Fraunhofer-, Helmholtz- oder Leibniz-Einrichtungen
- Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen
- Universitätskliniken
- Ressortforschungseinrichtungen von Bund und Ländern
Der Weg in den Beruf
Nach dem Masterabschluss folgt die Annahme als Doktorandin an einer Fakultät, meist verbunden mit einer befristeten Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin, einem Platz in einem Graduiertenkolleg oder einem Stipendium. Die Bearbeitung der Dissertation dauert je nach Fach drei bis sechs Jahre und endet mit der schriftlichen Arbeit sowie einer mündlichen Prüfung, Disputation oder Rigorosum. Danach wird der Doktorgrad verliehen.
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