Zum Inhalt springen
Gesundheit & Pflege

Pflegefachkraft / Altenpfleger

Pflegefachkräfte in der Altenpflege betreuen ältere Menschen körperlich, medizinisch und im Alltag. Sie übernehmen Grundpflege, Medikamentengabe, Wundversorgung und Dokumentation – meist im Schichtdienst in Pflegeheimen, Kliniken oder der ambulanten Pflege.

74 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pflegefachkraft / Altenpfleger verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.600 € 4.100 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: Nach TVöD-P (öffentliche und kommunale Träger) oder den AVR der kirchlichen Träger liegt das Gehalt deutlich über dem vieler privater Betreiber, auch wenn seit der Tariftreuepflicht in der Pflege die Untergrenzen gestiegen sind. Zulagen für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsdienst sowie Jahressonderzahlungen machen mehrere Hundert Euro monatlich aus und sind hier nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft in der Altenpflege?

Der Tag beginnt meist mit der Übergabe: Was ist in der Nacht passiert, wer hat Schmerzen, wer ist gestürzt. Danach folgt die Grundpflege – Waschen, Ankleiden, Mobilisieren, Hilfe beim Essen. Dazu kommen ärztlich verordnete Tätigkeiten: Blutdruck und Blutzucker messen, Medikamente stellen und verabreichen, Insulin spritzen, Wunden und Katheter versorgen, Verbände wechseln, Infusionen anhängen. Pflegefachkräfte planen den Pflegeprozess, schreiben die Dokumentation, sprechen mit Hausärzten, Apotheken, Angehörigen und Betreuern. In der ambulanten Pflege fahren sie eine Tour mit festen Zeitfenstern und arbeiten dabei allein in fremden Wohnungen. Im Heim leiten examinierte Kräfte häufig ein Team aus Pflegehilfskräften und Auszubildenden an. Ein wesentlicher Teil der Arbeit ist nicht messbar: Zuwendung, Beobachtung von Verhaltensänderungen bei Demenz, Begleitung von Sterbenden und ihren Familien.

Wie wird man Pflegefachkraft?

Seit 2020 gilt die generalistische dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Sie ersetzt die früheren Ausbildungen in Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege und wird an Pflegeschulen in Verbindung mit Praxiseinsätzen absolviert. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einer Pflegehelferausbildung. Die Ausbildung ist von der ersten Stunde an bezahlt. Wer im letzten Ausbildungsdrittel bei der Langzeitpflege bleibt, kann alternativ den Abschluss Altenpflegerin oder Altenpfleger wählen. Es gibt außerdem einjährige Ausbildungen zur Pflegeassistenz, die als Einstieg dienen, und Verkürzungen für Menschen mit Vorerfahrung. Quereinsteiger sind in der Branche üblich; viele beginnen als Hilfskraft und holen die Fachausbildung nach, teils in Teilzeit. Ausländische Abschlüsse müssen anerkannt werden, dazu gehört meist ein Sprachnachweis auf Niveau B2.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist körperlich und seelisch anstrengend. Heben, Umlagern und Stehen belasten Rücken und Knie, auch wenn Hilfsmittel vorhanden sind. Gearbeitet wird im Früh-, Spät- und Nachtdienst, an Wochenenden und Feiertagen; Dienstpläne ändern sich kurzfristig, Einsprünge bei Krankheit sind Alltag. Personalmangel bedeutet häufig, dass zu wenige Leute zu viele Bewohner versorgen und die Zeit für Gespräche als erstes wegfällt – das ist die häufigste Frustration im Beruf. Dazu kommen Ekelgefühle, Aggression bei demenziell veränderten Menschen und der regelmäßige Umgang mit Tod. Wer bleibt, braucht körperliche Belastbarkeit, Ruhe unter Zeitdruck, Genauigkeit bei Medikamenten und die Fähigkeit, sich abzugrenzen. Die Verantwortung ist rechtlich real: Fehler in Dokumentation oder Medikation haben Folgen.

Aussichten

Die Nachfrage ist bundesweit hoch und wird mit der Alterung der Bevölkerung weiter steigen. Examinierte Fachkräfte finden praktisch überall eine Stelle und können sich den Arbeitgeber aussuchen – das ist die stärkste Verhandlungsposition im Gesundheitswesen. Entwicklungswege führen über Weiterbildungen in Palliativpflege, Wundmanagement, Gerontopsychiatrie, Hygiene oder Praxisanleitung. Mit einer Weiterbildung zur Wohnbereichs- oder Pflegedienstleitung übernimmt man Personal- und Organisationsverantwortung. Auch ein Studium in Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement ist möglich, ebenso der Wechsel in Beratung, Qualitätsmanagement, Medizinischen Dienst oder Lehre an Pflegeschulen.

Aufgaben

  • Grundpflege: Waschen, Ankleiden, Lagern, Mobilisieren
  • Medikamente stellen und verabreichen, Insulin spritzen
  • Wunden, Katheter und Zugänge versorgen
  • Vitalwerte messen und Veränderungen beobachten
  • Pflegeplanung und Dokumentation führen
  • Angehörige, Ärzte und Therapeuten abstimmen
  • Pflegehilfskräfte und Auszubildende anleiten
  • Sterbende und ihre Familien begleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung mit staatlicher Anerkennung
  • Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit Vorausbildung
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • Körperliche Belastbarkeit und stabiles Nervenkostüm
  • Sorgfalt bei Medikation und Dokumentation
  • Deutschkenntnisse auf mindestens Niveau B2 bei ausländischem Abschluss
  • Führerschein für die ambulante Pflege

Wo man arbeitet

  • Stationäre Pflegeheime und Seniorenresidenzen
  • Ambulante Pflegedienste
  • Krankenhäuser und geriatrische Kliniken
  • Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtungen
  • Betreutes Wohnen und Hospize

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen in Heim, Klinik und ambulanter Pflege. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung und ist während der gesamten Zeit vergütet. Alternativ ist im letzten Ausbildungsdrittel der Abschluss Altenpflegerin oder Altenpfleger wählbar; eine einjährige Pflegeassistenzausbildung dient als Einstieg mit späterer Aufstiegsmöglichkeit.

Offene Stellen als Pflegefachkraft / Altenpfleger

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Gesundheits- und Krankenpfleger

Gesundheits- und Krankenpfleger versorgen kranke, verletzte und pflegebedürftige Menschen im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen oder zu Hause. Sie übernehmen medizinische Behandlungspflege, überwachen den Zustand der Patienten und arbeiten meist im Schichtdienst.

Offene Stellen
46
Monatsbrutto
2.900 – 5.300 €

Heilerziehungspfleger

Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, fördern ihre Selbstständigkeit und übernehmen dabei auch pflegerische Aufgaben. Sie arbeiten in Wohngruppen, Werkstätten, Schulen und in der Assistenz zu Hause.

Offene Stellen
24
Monatsbrutto
2.900 – 4.900 €

Pflegedienstleitung

Pflegedienstleitungen führen das Pflegeteam einer Einrichtung oder eines Pflegedienstes, planen Personaleinsatz und Dienstpläne und verantworten die Qualität der Pflege gegenüber Bewohnern, Angehörigen und Prüfinstanzen.

Offene Stellen
100
Monatsbrutto
3.600 – 7.000 €

Pflegehelfer

Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte bei der Betreuung und Grundpflege von kranken, alten oder behinderten Menschen. Sie helfen beim Waschen, Essen und Bewegen und übernehmen einfache pflegerische Aufgaben.

Offene Stellen
8
Monatsbrutto
2.200 – 3.500 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz