Was macht ein Paketzusteller?
Der Arbeitstag beginnt im Depot oder Zustellbasis, meist zwischen fünf und acht Uhr morgens. Dort wird die Tour übernommen: Pakete werden nach Zustellreihenfolge in den Transporter geladen, oft 120 bis 200 Sendungen, einzelne davon bis 31,5 Kilogramm. Anschließend fährt der Zusteller seine Tour ab, klingelt, übergibt Sendungen gegen Unterschrift auf dem Handscanner, kassiert Nachnahmebeträge, hinterlässt Benachrichtigungskarten und bringt nicht zustellbare Sendungen zu Paketshops oder abends zurück ins Depot. Dazu kommen Retouren, die bei Kunden abgeholt werden, und die Abrechnung am Tagesende.
Ein großer Teil der Zeit besteht aus Ein- und Aussteigen, Treppensteigen und Parkplatzsuche. In Innenstädten werden Touren teils zu Fuß mit Sackkarre oder Lastenrad bedient. Wer im Zustellgebiet Bescheid weiß, welcher Nachbar Pakete annimmt und wo die Hoftür offen steht, ist deutlich schneller unterwegs als ein Neuling.
Wie wird man Paketzusteller?
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Verlangt wird in der Regel der Führerschein Klasse B, ausreichende Deutschkenntnisse und ein einwandfreies Führungszeugnis. Viele Unternehmen schulen neue Kräfte einige Tage lang mit einem erfahrenen Zusteller auf der Tour, danach wird eigenständig gefahren. Der Quereinstieg ist der Normalfall: Der Beruf zieht Menschen aus Gastronomie, Lager, Handwerk und Bauhilfe an, weil kein Abschluss gefordert wird.
Wer eine anerkannte Ausbildung möchte, kann Berufskraftfahrer oder Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen lernen. Beides öffnet Wege in Disposition, Nahverkehr oder Logistikplanung.
Was der Beruf verlangt
Die Belastung ist hoch und über den Tag konstant. Heben, Tragen, Treppen, Nässe, Hitze, Streusalz. Rücken und Knie merken das nach Jahren. Die Tour hat eine vorgegebene Zahl an Stopps, die geschafft werden muss, und wer langsam ist, macht Überstunden statt weniger Pakete. Feierabend ist selten pünktlich, im Weihnachtsgeschäft von Oktober bis Dezember arbeiten viele Zusteller sechs Tage die Woche.
Dazu kommt der Umgang mit Kunden, die auf ihr Paket gewartet haben und ihren Ärger beim Zusteller abladen. Ein Teil der Branche arbeitet über Subunternehmer, dort sind Bezahlung, Arbeitszeitkontrolle und Fahrzeugzustand deutlich schlechter als bei den großen Anbietern mit Tarifbindung. Der Unterschied zwischen einer Festanstellung bei Deutsche Post DHL und einem Vertrag bei einem Nachunternehmen ist für die Arbeitsbedingungen entscheidender als alles andere.
Aussichten
Der Paketmarkt wächst weiter, Personal wird laufend gesucht, eine Stelle findet sich in fast jeder Region kurzfristig. Sicherheit heißt hier vor allem: Der Job ist verfügbar. Aufstieg ist möglich als Zustellstützpunktleiter, Tourenplaner oder in der Disposition, dafür wird meist eine kaufmännische Zusatzqualifikation erwartet. Wer den Lkw-Führerschein erwirbt, kann in den Nah- und Fernverkehr wechseln. Ein Teil der Zusteller macht sich als Nachunternehmer mit eigenen Fahrzeugen selbstständig, was unternehmerisches Risiko und Verantwortung für angestellte Fahrer bedeutet. Automatisierung betrifft vor allem die Sortierzentren, die Zustellung an der Haustür bleibt auf absehbare Zeit Handarbeit.