Was macht ein Objektüberwacher Elektrotechnik?
Objektüberwachung Elektrotechnik ist die Leistungsphase 8 der HOAI in der Praxis: Ein Planungsbüro oder ein Bauherr hat Starkstrom-, Beleuchtungs-, Datennetz-, Brandmelde- und Sicherheitsanlagen geplant, und jemand muss dafür sorgen, dass auf der Baustelle genau das entsteht. Der Objektüberwacher geht Trassen ab, kontrolliert Kabelquerschnitte und Verlegearten, prüft Schaltschrankaufbauten, vergleicht die Ausführung mit Plänen und Leistungsverzeichnis und hält Abweichungen fest.
Ein großer Teil der Arbeit ist Koordination. Elektroinstallationen berühren fast jedes andere Gewerk: Der Rohbau muss Durchbrüche setzen, der Trockenbau darf Dosen nicht zubauen, die Lüftung streitet mit der Kabelbahn um Deckenraum. Wer die Objektüberwachung führt, sitzt in Baubesprechungen, schreibt Protokolle, mahnt Termine an und entscheidet, ob eine Ausführungsvariante akzeptabel ist. Dazu kommen Aufmaße, die Prüfung von Abschlagsrechnungen und Nachtragsangeboten, das Führen von Bautagebüchern und die Vorbereitung der Abnahme mit Mängelliste, Prüfprotokollen und Dokumentationsunterlagen.
Wie wird man Objektüberwacher Elektrotechnik?
Es gibt keine eigene Ausbildung dafür. Der häufigste Weg führt über eine Elektroausbildung, meist Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder Betriebstechnik, und danach über die Meisterprüfung oder eine Techniker-Weiterbildung Elektrotechnik. Der zweite Weg ist ein Studium der Elektrotechnik oder Gebäudetechnik, oft mit einigen Jahren in der Fachplanung oder in der Montageleitung eines Elektroinstallationsbetriebs. Entscheidend ist in beiden Fällen Baustellenerfahrung: Wer Ausführungsqualität beurteilen soll, muss die Arbeit selbst kennen.
Vertragliches und rechtliches Wissen kommt meist über Lehrgänge dazu, etwa zu VOB/B, HOAI, Nachtragsmanagement und Arbeitssicherheit. Sicherer Umgang mit den einschlägigen Normen, vor allem der VDE-Reihe 0100, und mit Abrechnungs- und CAD-Software gehört zum Handwerkszeug.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitsplatz ist geteilt zwischen Baustelle und Büro. Auf der Baustelle bedeutet das Staub, Lärm, Kälte, Leitern, Gerüste und lange Wege, im Büro Dokumentation, die nach Feierabend nicht seltener wird, wenn der Tag voller Begehungen war. Reisetätigkeit oder eine Bauleitungsunterkunft über Monate sind bei überregionalen Projekten üblich.
Fachlich schwierig ist weniger die Technik als die Rolle: Der Objektüberwacher vertritt den Bauherrn gegenüber ausführenden Firmen, muss Mängel benennen, Rechnungen kürzen und Termine einfordern. Das führt zu Konflikten, oft unter Zeitdruck und mit Geld im Hintergrund. Wer Auseinandersetzungen scheut, wird in dieser Position unglücklich. Haftungsfragen spielen mit, weil unzureichend dokumentierte Prüfungen später auf den Überwacher zurückfallen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Gebäude werden elektrotechnisch immer komplexer, Ladeinfrastruktur, Photovoltaik, Gebäudeautomation und Brandschutzanlagen kommen hinzu, während gleichzeitig erfahrene Fachkräfte in Rente gehen. Planungsbüros, Generalunternehmer und öffentliche Bauverwaltungen suchen dauerhaft.
Entwicklungswege führen zur Gesamtprojektleitung technische Gebäudeausrüstung, in die Fachplanung, in das Baumanagement großer Bauherren oder in eine Sachverständigentätigkeit für Elektroanlagen. Auch ein Wechsel in den öffentlichen Dienst ist verbreitet, dort mit geregelteren Arbeitszeiten und geringerer Reisebelastung.