Was macht ein Oberflächenbearbeiter?
Oberflächenbearbeiter bringen Werkstücke in den Zustand, den die nächste Fertigungsstufe oder der Kunde verlangt. Sie entgraten gefräste Aluminiumteile, schleifen Schweißnähte an Stahlkonstruktionen glatt, polieren Armaturen bis zur Hochglanzqualität, strahlen Gussteile mit Korund oder Glasperlen ab und bereiten Bauteile für Lack, Pulverbeschichtung oder Galvanisierung vor. Dazu gehört das Reinigen und Entfetten, das Abkleben von Flächen, die frei bleiben sollen, das Einhängen der Teile in Gestelle sowie das Bedienen von Strahlkabinen, Trommelanlagen, Gleitschleifmaschinen und Beschichtungsstraßen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Kontrolle: Schichtdicken messen, Rauheit prüfen, Teile gegen das Licht halten, Kratzer und Einschlüsse finden, Ausschuss aussortieren und dokumentieren. Wer in der Galvanik arbeitet, überwacht zusätzlich Badtemperaturen, Konzentrationen und Stromwerte und ergänzt Chemikalien nach Vorgabe. In kleineren Betrieben kommt Handarbeit dazu, in großen Serienfertigungen überwiegt das Beschicken und Überwachen von Anlagen.
Wie wird man Oberflächenbearbeiter?
Es gibt keinen Ausbildungsberuf mit genau dieser Bezeichnung. Viele kommen als angelernte Kräfte in den Beruf und werden im Betrieb eingearbeitet, oft über Zeitarbeit oder eine Helferstelle. Der geregelte Weg führt über die dreijährige Ausbildung zum Oberflächenbeschichter, zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik oder zum Fahrzeuglackierer. Auch Metallbauer, Konstruktionsmechaniker und Industriemechaniker wechseln in diesen Bereich. Für Quereinsteiger sind Lehrgänge zu Strahltechnik, Pulverbeschichtung oder zum Umgang mit Gefahrstoffen üblich; wer Flurförderzeuge oder Krane bedient, braucht die entsprechenden Berechtigungen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich und findet selten im Sitzen statt. Werkstücke werden gehoben, gedreht und eingehängt, oft in Zwangshaltungen. Es ist laut, staubig und in Beschichtungsbetrieben warm; Lösemittel, Säuren und Laugen gehören zum Alltag, Schutzbrille, Handschuhe, Gehörschutz und Atemschutz sind Pflicht und keine Empfehlung. Hautprobleme und Belastungen der Atemwege sind bekannte Risiken, arbeitsmedizinische Vorsorge ist vorgeschrieben. Zwei- oder Dreischichtbetrieb ist in der Serienfertigung die Regel, Wochenendarbeit kommt vor.
Gleichzeitig verlangt der Beruf Genauigkeit. Eine Oberfläche, die kurz vor der Endkontrolle verkratzt wird, macht die Arbeit vieler Stationen zunichte. Wer ungeduldig ist oder gleichmäßiges Arbeiten über Stunden nicht mag, wird damit Schwierigkeiten haben. Farbsehvermögen und ein gutes Auge für Glanz und Struktur sind bei Sichtteilen entscheidend.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil fast jedes Bauteil eine Oberflächenbehandlung durchläuft, hängt aber deutlich an der Industriekonjunktur, besonders am Fahrzeug- und Maschinenbau. Angelernte Kräfte sind in Abschwungphasen zuerst betroffen, Fachkräfte mit Prüf- und Anlagenkenntnissen dagegen gesucht. Wer sich weiterentwickeln will, geht in die Qualitätssicherung, übernimmt Anlagen- oder Schichtverantwortung oder macht die Meisterprüfung im Oberflächenbeschichter-Handwerk. Spezialisierungen auf Eloxieren, Hartchrom, Pulverbeschichtung oder medizintechnische Oberflächen verbessern die Position merklich.