Oberarzt Neurologie
Oberärztinnen und Oberärzte der Neurologie sind Fachärzte für Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln, die in einer Klinik eine Station oder einen Funktionsbereich leiten und Assistenzärzte anleiten. Sie tragen die medizinische Verantwortung im Alltag und in den Hintergrunddiensten.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Oberarzt Neurologie verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 8.400 € | 9.000 € | 10.000 € | 108.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 9.300 € | 10.000 € | 11.500 € | 120.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 10.500 € | 11.800 € | 14.500 € | 141.600 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, eingruppiert nach Entgeltgruppe Ä3 und für leitende Oberärzte Ä4; private Träger wie Helios oder Asklepios haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund oder verhandeln frei. Zusätzlich zum hier genannten Grundgehalt bringen Vergütungen für Rufbereitschaft und Hintergrunddienste oft einen spürbaren Aufschlag, an manchen Häusern auch eine Beteiligung an Privatliquidation.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Oberarzt Neurologie?
Ein Oberarzt in der Neurologie verantwortet einen Teil der Klinik, etwa die Stroke Unit, die neurologische Intensivstation, eine Normalstation oder einen Funktionsbereich wie EEG, Elektromyografie oder Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße. Zum Alltag gehören Oberarztvisiten, bei denen Diagnosen überprüft und Therapien festgelegt werden, etwa bei Schlaganfall, Epilepsie, Multipler Sklerose, Parkinson, Hirnhautentzündung oder Demenz. In der Notaufnahme entscheidet er unter Zeitdruck, ob ein Patient eine Lyse erhält oder zur Thrombektomie verlegt wird. Er befundet EEGs und Nervenleitmessungen, bespricht Bildgebung mit der Radiologie, führt Angehörigengespräche, auch über schwere Prognosen, und zeichnet Arztbriefe gegen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Assistenzärzte anzuleiten, ihre Entscheidungen zu prüfen und ihre Weiterbildung zu begleiten. Dazu kommen Qualitätsmanagement, Zertifizierungen, Dienstplanung und an Unikliniken Lehre und Forschung.
Wie wird man Oberarzt Neurologie?
Der Weg beginnt mit einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie, die nach der Weiterbildungsordnung fünf Jahre dauert und auch Abschnitte in Psychiatrie oder Intensivmedizin enthalten kann. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Oberarzt wird man nicht durch eine Prüfung, sondern durch Ernennung: Meist nach zwei bis fünf Jahren als Facharzt überträgt die Klinik die Verantwortung für einen Bereich. Zusatzqualifikationen wie Neurologische Intensivmedizin, Geriatrie, Schlafmedizin oder Zertifikate der Fachgesellschaften in EEG, EMG und Ultraschall verbessern die Chancen deutlich. Einen Quereinstieg gibt es nicht.
Was der Beruf verlangt
Die Verantwortung ist hoch und reicht über die eigenen Patienten hinaus, weil Fehlentscheidungen von Assistenzärzten letztlich auf den Oberarzt zurückfallen. Neben der Regelarbeitszeit stehen Hintergrunddienste in Rufbereitschaft an, oft nachts und an Wochenenden, bei Schlaganfallverdacht mit kurzfristigem Einsatz in der Klinik. In vielen Häusern fehlen Fachärzte, was zu Überstunden und häufigen Diensten führt. Die Dokumentation und die Abstimmung mit Verwaltung, Pflege und anderen Fachabteilungen nehmen viel Zeit ein. Belastend sind auch die vielen chronischen und unheilbaren Krankheiten sowie Gespräche mit Angehörigen nach schweren Schlaganfällen oder bei fortschreitender Demenz. Gefragt sind Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck, Führungsgeschick und die Bereitschaft, sich ständig fortzubilden, weil sich Therapien etwa bei Multipler Sklerose oder beim Schlaganfall schnell weiterentwickeln.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen. Eine älter werdende Bevölkerung bedeutet mehr Schlaganfälle, Parkinson- und Demenzerkrankungen, und die Zahl der zertifizierten Stroke Units ist gewachsen. Viele Kliniken suchen Oberärzte länger, besonders in ländlichen Regionen. Der nächste Schritt ist die Position als leitender Oberarzt oder Chefarzt, wofür häufig eine Habilitation oder zumindest eine Promotion und Erfahrung in Klinikmanagement erwartet werden. Alternativen sind die Niederlassung in eigener Praxis, die Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum, die Arbeit in einer neurologischen Rehabilitationsklinik mit geregelteren Arbeitszeiten oder Tätigkeiten in Forschung, Gutachtenwesen und Pharmaindustrie.
Aufgaben
- Oberarztvisiten auf Station und Stroke Unit durchführen
- über Lyse oder Thrombektomie bei akutem Schlaganfall entscheiden
- EEG, Elektromyografie und Nervenleitmessungen befunden
- Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße durchführen
- Assistenzärzte anleiten, supervidieren und in der Weiterbildung begleiten
- Hintergrunddienste in Rufbereitschaft übernehmen
- Gespräche mit Patienten und Angehörigen über Diagnose und Prognose führen
- Arztbriefe prüfen und Behandlungsabläufe organisieren
Voraussetzungen
- abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Facharztanerkennung für Neurologie
- mehrjährige Erfahrung als Facharzt in der Klinik
- sichere Kenntnisse in neurologischer Notfall- und Intensivmedizin
- Führungs- und Kommunikationsfähigkeit im Team
- Belastbarkeit bei Nacht- und Wochenenddiensten
- Bereitschaft zu kontinuierlicher Fortbildung
Wo man arbeitet
- kommunale und konfessionelle Krankenhäuser
- Universitätskliniken
- private Klinikkonzerne
- neurologische Rehabilitationskliniken
- Fachkliniken für Epilepsie oder Parkinson
Der Weg in den Beruf
Nach einem gut sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine fünfjährige Weiterbildung, die mit der Facharztprüfung für Neurologie vor der Landesärztekammer abschließt. Nach weiteren zwei bis fünf Jahren als Facharzt erfolgt in der Regel die Ernennung zum Oberarzt durch die Klinik.
Offene Stellen als Oberarzt Neurologie
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Oberarzt (m/w/d) Neurologie
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- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 6.800 – 18.000 €
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- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 4.900 – 16.000 €
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