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Recht & Beratung

Notarfachangestellte

Notarfachangestellte bereiten notarielle Urkunden vor, betreuen Grundstückskaufverträge, Erbverträge und Gesellschaftsgründungen von der Anfrage bis zum Vollzug und rechnen die Notargebühren ab. Sie arbeiten in Notariaten und sind meist erste Ansprechpartner für Beteiligte, Behörden und Banken.

39 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Notarfachangestellte verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.650 € 3.000 € 31.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.300 € 5.500 € 51.600 €

Eine flächendeckende Tarifbindung gibt es nicht; maßgeblich sind die Vergütungsempfehlungen der regionalen Notarkammern und in einigen Bundesländern Tarifverträge für Rechtsanwalts- und Notarangestellte, die ver.di mit den Kammerbezirken abgeschlossen hat. Am stärksten wirken Region, Größe des Notariats und Erfahrung im selbstständigen Vollzug von Grundstücks- und Gesellschaftssachen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Notarfachangestellte?

Der Arbeitstag im Notariat dreht sich um Urkunden. Notarfachangestellte nehmen Anfragen auf, klären den Sachverhalt und fertigen den Entwurf eines Grundstückskaufvertrags, einer Vollmacht, eines Testaments oder einer Satzung nach den Vorgaben des Notars an. Sie fordern Unterlagen an: Grundbuchauszüge, Auszüge aus dem Handelsregister, Wohnungsgrundbücher, Verwalterzustimmungen, steuerliche Identifikationsnummern. Sie terminieren Beurkundungen, schreiben Beteiligte an und stellen die Akte für den Termin zusammen.

Nach der Beurkundung beginnt der Vollzug, der oft mehr Zeit kostet als der Entwurf. Anträge gehen an das Grundbuchamt und das Handelsregister, Löschungsunterlagen an Banken, Anzeigen an das Finanzamt und die Gemeinde wegen des Vorkaufsrechts. Notarfachangestellte überwachen Fristen, prüfen den Eingang von Genehmigungen und Unbedenklichkeitsbescheinigungen und geben den Kaufpreis erst frei, wenn alle Voraussetzungen vorliegen. Am Ende steht die Kostenrechnung nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz, die nicht frei verhandelt, sondern nach festen Werten berechnet wird. Dazu kommen Aktenführung, Urkundenrolle, Verwahrungsbuch und Telefonate mit Käufern, Verkäufern, Maklern und Sachbearbeitern.

Wie wird man Notarfachangestellte?

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Notarfachangestellten oder zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Ausgebildet wird im Notariat, der theoretische Teil läuft in der Berufsschule, geprüft wird vor der zuständigen Notarkammer. Betriebe erwarten meist einen mittleren Schulabschluss oder Abitur; ein sicheres schriftliches Deutsch ist wichtiger als Mathematiknoten. Der Quereinstieg kommt vor, etwa aus dem Rechtsanwaltssekretariat, aus der Verwaltung oder aus der Immobilienbranche, verlangt aber Einarbeitung über Jahre, weil Grundbuch- und Registerrecht nicht nebenbei zu lernen sind. Wer schon im Beruf steht, kann sich zum Notarfachwirt weiterbilden.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist fehlerintolerant. Eine falsche Flurstücksnummer, eine übersehene Löschungsvollmacht oder eine versäumte Frist kann Kaufpreiszahlungen verzögern und Haftungsfragen auslösen. Entsprechend hoch ist der Anspruch an Genauigkeit über den ganzen Tag. Die Arbeitszeiten liegen in der Regel im Rahmen üblicher Bürozeiten, es gibt keinen Schichtdienst, aber zum Monatsende und bei Beurkundungswellen fallen Überstunden an. Belastend sind eher die Gleichzeitigkeit vieler offener Akten und der Publikumsverkehr: Beteiligte sind bei Immobiliengeschäften angespannt, stellen dieselben Fragen mehrfach und erwarten Rechtsauskünfte, die Notarfachangestellte nicht geben dürfen. Der Umgang mit Vertraulichkeit ist Pflicht, Diskretion nach außen gehört zum Beruf. Wer freies Gestalten sucht, wird die enge Bindung an Formvorschriften als Einschränkung erleben.

Aussichten

Notariate finden seit Jahren schwer qualifiziertes Personal, besonders in Ballungsräumen und bei Fachkräften mit Grundbucherfahrung. Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, findet in der Regel schnell eine Stelle, oft mit Auswahl zwischen mehreren Angeboten. Die Konjunktur am Immobilienmarkt beeinflusst die Auslastung, das Erb- und Gesellschaftsrecht gleicht Schwankungen teilweise aus. Entwicklungswege führen über die Spezialisierung auf Gesellschaftsrecht, Erbrecht oder Nachlassabwicklung, über die Prüfung zum Notarfachwirt und in die Büroleitung größerer Notariate. Die Digitalisierung verändert die Abläufe: elektronischer Rechtsverkehr, Online-Beurkundung bei GmbH-Gründungen und elektronische Registerkommunikation nehmen Schreibarbeit ab und verlagern das Gewicht auf Prüfung und Vollzug.

Aufgaben

  • Entwürfe für Kaufverträge, Vollmachten, Testamente und Satzungen erstellen
  • Grundbuchauszüge, Registerauszüge und Genehmigungen einholen
  • Beurkundungstermine koordinieren und Akten vorbereiten
  • Vollzug überwachen: Anträge an Grundbuchamt, Handelsregister und Finanzamt
  • Fristen und Kaufpreisfälligkeiten kontrollieren
  • Kostenrechnungen nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz erstellen
  • Urkundenrolle, Verwahrungsbuch und Aktenablage führen
  • Beteiligte, Banken und Behörden telefonisch und schriftlich betreuen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung zum Notarfachangestellten oder vergleichbare Erfahrung im Notariat
  • sehr sorgfältige, fehlerfreie Arbeitsweise auch bei hohem Aktenaufkommen
  • sicheres schriftliches Deutsch und Sinn für Formulierungen
  • Grundkenntnisse in Grundbuch-, Erb- und Gesellschaftsrecht
  • Verschwiegenheit und verbindlicher Umgang mit Mandanten
  • Routine in Bürosoftware und notarieller Fachsoftware

Wo man arbeitet

  • Einzelnotariate
  • größere Notariatssozietäten
  • Anwaltsnotariate und gemischte Kanzleien
  • Notarkammern und notarielle Serviceeinrichtungen

Der Weg in den Beruf

Übliche Grundlage ist die dreijährige duale Ausbildung zum Notarfachangestellten beziehungsweise zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten mit Abschlussprüfung vor der zuständigen Notarkammer. Ausgebildet wird im Notariat, begleitend besucht man die Berufsschule. Wer bereits im Beruf steht, kann die Weiterbildung zum Notarfachwirt anschließen.

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