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Mitarbeiter E-Commerce

Mitarbeiter im E-Commerce betreuen den Online-Shop eines Unternehmens: Sie pflegen Artikeldaten, bearbeiten Bestellungen und Retouren, beantworten Kundenanfragen und werten Verkaufszahlen aus.

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Gehalt

Was man als Mitarbeiter E-Commerce verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.600 € 3.000 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.200 € 5.500 € 50.400 €

Entscheidend sind Unternehmensgröße und Aufgabenschnitt: Reine Datenpflege und Kundenservice liegen am unteren Rand, Marktplatz- oder Performance-Marketing-Verantwortung deutlich darüber. Tarifbindung gibt es meist nur bei Händlern, die dem Tarifvertrag des Einzel- oder Großhandels folgen, viele E-Commerce-Stellen sind frei verhandelt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter E-Commerce?

Der Arbeitsplatz ist der Online-Shop, der Marktplatz-Account bei Amazon, eBay oder Otto und das Warenwirtschaftssystem dahinter. Mitarbeiter im E-Commerce legen neue Artikel an, schreiben oder überarbeiten Produkttexte, laden Bilder hoch, ordnen Artikel Kategorien zu und prüfen, ob Preise, Bestände und Versandkosten korrekt hinterlegt sind. Fehlerhafte Daten fallen im Online-Handel unmittelbar auf, deshalb ist Datenpflege ein großer Teil der Arbeit und weniger glamourös, als der Begriff E-Commerce vermuten lässt.

Dazu kommt das Tagesgeschäft: Bestellungen freigeben, Zahlungseingänge abgleichen, mit dem Lager klären, warum eine Sendung nicht raus ist, Retouren erfassen und bewerten, Reklamationen per Mail und Telefon bearbeiten. In größeren Betrieben ist die Rolle stärker geschnitten, etwa nur Content, nur Marktplätze oder nur Kundenservice. In kleinen Unternehmen macht dieselbe Person alles, inklusive Newsletter, Social-Media-Posts und Auswertung der Zahlen aus Google Analytics.

Wie wird man Mitarbeiter E-Commerce?

Der direkte Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce, die es seit 2018 gibt. Ebenso häufig kommen Menschen aus dem Einzelhandel, aus der Bürokauffrau-Ausbildung, aus Groß- und Außenhandel oder aus Marketing und Mediengestaltung dazu. Ein Studium in Betriebswirtschaft, Medien- oder Wirtschaftsinformatik hilft für analytische und leitende Aufgaben, ist aber für den Einstieg nicht zwingend.

Quereinstieg ist in diesem Feld realistisch, weil viele Unternehmen Bedarf haben und Praxiskenntnisse schwerer wiegen als der Abschluss. Wer Shopsysteme wie Shopware, Shopify oder WooCommerce bedienen kann, mit Excel sicher umgeht und Erfahrung mit Marktplätzen mitbringt, hat gute Karten. Solche Kenntnisse lassen sich in Weiterbildungen, in einem Praktikum oder an einem eigenen kleinen Shop aufbauen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, sitzend, oft acht Stunden am Stück. Viel davon ist Routine: Hunderte Artikel nach demselben Muster pflegen, Tabellen abgleichen, dieselbe Kundenfrage zum zwanzigsten Mal beantworten. Wer Abwechslung in jeder Stunde braucht, wird damit nicht glücklich. Genauigkeit zählt mehr als Tempo, denn ein falscher Preis oder eine vertauschte Artikelnummer wird sofort bestellt.

Die Arbeitszeiten sind meist normale Bürozeiten, im Kundenservice teils mit Spätschicht oder Samstagsdienst. Belastend sind die Spitzenzeiten: Vor Weihnachten, im Black-Friday-Zeitraum und im Sale steigt das Volumen stark, Überstunden und Urlaubssperren sind dann verbreitet. Reklamationen kommen im Online-Handel direkt und ungefiltert, öffentliche Bewertungen erhöhen den Druck. Rechtliche Grundlagen wie Widerrufsrecht, Preisangabenverordnung und Datenschutz muss man kennen, weil Fehler hier teuer werden.

Aussichten

Der Online-Handel wächst langsamer als in den Jahren um 2020, der Bedarf an Fachkräften bleibt aber bestehen, weil auch Handwerksbetriebe, Hersteller und der stationäre Handel Online-Kanäle betreiben. Die Bezahlung ist im Einstieg eher unteres Mittelfeld, steigt aber deutlich mit Spezialisierung. Entwicklungswege führen in Richtung Online-Marketing und SEO, Marktplatz- oder Category-Management, Produktdatenmanagement oder in die Teamleitung eines Shopbereichs. Wer sich in Analytics, Performance-Marketing oder Shop-Technik einarbeitet, hat die besseren Verhandlungspositionen. Fortbildungen zum Fachwirt im E-Commerce oder ein nebenberufliches Studium sind gängige Zwischenschritte.

Aufgaben

  • Artikel im Shopsystem anlegen und Produktdaten pflegen
  • Produkttexte und Bilder erstellen oder überarbeiten
  • Bestellungen, Zahlungen und Versandprozesse abwickeln
  • Retouren und Reklamationen bearbeiten
  • Kundenanfragen per Mail, Chat und Telefon beantworten
  • Angebote auf Marktplätzen wie Amazon und eBay betreuen
  • Verkaufszahlen, Absprungraten und Kampagnen auswerten
  • Newsletter, Aktionen und Rabatte im Shop umsetzen

Voraussetzungen

  • kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Praxiserfahrung
  • sicherer Umgang mit Shopsystemen, Warenwirtschaft und Excel
  • sehr genaues Arbeiten bei großen Datenmengen
  • gutes schriftliches Deutsch, häufig auch Englisch
  • Grundkenntnisse im Online-Handelsrecht und Datenschutz
  • Belastbarkeit in Saisonspitzen und bei Beschwerden

Wo man arbeitet

  • Online-Händler und Shop-Betreiber
  • Hersteller mit eigenem Direktvertrieb
  • Einzelhandels- und Großhandelsunternehmen
  • E-Commerce- und Marketingagenturen
  • Versandlager mit angeschlossenem Büro

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im E-Commerce mit IHK-Abschluss. Alternativ steigen viele über eine andere kaufmännische Ausbildung, ein BWL- oder Medienstudium oder als Quereinsteiger mit nachgewiesenen Shop- und Marktplatzkenntnissen ein.

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