Mitarbeiter Customer Service
Mitarbeiter im Customer Service betreuen Gäste und Kunden am Telefon, per E-Mail und Chat: von der Buchung über Umbuchungen bis zur Beschwerde. Im Bereich Gastronomie und Tourismus geht es meist um Reisen, Hotelaufenthalte, Tickets und Reservierungen.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mitarbeiter Customer Service verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 2.900 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.400 € | 43.200 € |
Entscheidend sind Branche und Bindung: Servicecenter von Airlines und großen Veranstaltern zahlen deutlich besser als externe Callcenter, die sich am Mindestlohn oder am Tarifvertrag für Callcenter orientieren. Fremdsprachenzulagen, Schicht- und Wochenendzuschläge sowie Leistungsprämien machen einen erheblichen Teil des Verdienstes aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mitarbeiter Customer Service?
Der Arbeitstag besteht aus Anfragen. Ein Gast will seinen Flug umbuchen, eine Familie fragt, ob das Hotelzimmer ein Kinderbett hat, ein Reisender steht am Flughafen und sein Transfer ist nicht erschienen. Mitarbeiter im Customer Service nehmen diese Fälle über Telefon, E-Mail, Chat oder Social Media auf, prüfen die Buchung im Reservierungssystem, klären mit Hotel, Airline oder Veranstalter und geben eine Antwort. Vieles ist Routine: Stornofristen erklären, Rechnungen nachsenden, Gutscheincodes prüfen. Anderes ist Krisenarbeit, etwa wenn ein Streik hunderte Reisen durcheinanderwirft.
Dazu kommt Dokumentation. Jeder Fall wird im Ticketsystem erfasst, Kulanzentscheidungen werden begründet, Erstattungen angestoßen. Wer im Beschwerdemanagement arbeitet, formuliert schriftliche Stellungnahmen und rechnet Entschädigungen nach der Fluggastrechteverordnung aus. In vielen Betrieben gibt es Vorgaben zur Bearbeitungszeit und zur Zahl der Kontakte pro Stunde.
Wie wird man Mitarbeiter Customer Service?
Es gibt keine eigene Ausbildung. Der klassische Weg führt über eine Ausbildung als Kaufmann für Tourismus und Freizeit, als Tourismuskaufmann in Privat- und Geschäftsreisen oder als Hotelfachkraft, jeweils drei Jahre im Betrieb mit Berufsschule. Auch Kaufleute für Büromanagement oder für Dialogmarketing landen häufig in diesen Stellen. Der Quereinstieg ist verbreitet und realistisch: Viele Arbeitgeber suchen Menschen mit Servicedenken und guter Ausdrucksfähigkeit und schulen sie mehrere Wochen auf Produkt und System ein. Wer aus Restaurant, Empfang oder Einzelhandel kommt, bringt das Wichtigste mit. Englisch ist fast überall Bedingung, eine weitere Fremdsprache verbessert die Chancen deutlich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist sitzend, bildschirmgebunden und stark getaktet. Wer Ruhe braucht, um einen Gedanken zu fassen, tut sich schwer: Das nächste Gespräch kommt sofort. Belastend sind aufgebrachte Kunden, die den Ärger über einen verdorbenen Urlaub am Telefon abladen, obwohl der Mitarbeiter am Zustandekommen keinen Anteil hat. Freundlich bleiben, wenn man beschimpft wird, ist die eigentliche Kernkompetenz.
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Gästen. Servicecenter in Tourismus und Gastronomie sind abends, an Wochenenden und in den Ferien besetzt, oft in Schichten von früh bis in den späten Abend. Genau dann, wenn andere reisen, ist am meisten zu tun. Homeoffice ist inzwischen in vielen Betrieben möglich, oft im Wechsel mit Bürotagen. Die Bezahlung liegt im unteren bis mittleren Bereich, Leistungsprämien und Sprachzulagen können sie aufwerten.
Aussichten
Der Bedarf bleibt hoch, weil Reisen komplizierter geworden ist und Kunden schnelle Antworten erwarten. Gleichzeitig übernehmen Chatbots und Selbstbedienungsportale einfache Anfragen. Was bleibt, sind die schwierigen Fälle, und dafür braucht es erfahrene Leute. Wer sich einarbeitet, kann Teamleitung übernehmen, ins Qualitätsmanagement oder in die Schulung neuer Kollegen wechseln. Andere gehen in den Vertrieb, ins Yield Management oder zurück in den direkten Gästekontakt an der Rezeption. Die Fluktuation ist hoch, was den Einstieg leicht und den Aufstieg schnell macht.
Aufgaben
- Buchungs-, Storno- und Umbuchungsanfragen am Telefon bearbeiten
- E-Mails, Chatnachrichten und Bewertungen beantworten
- Reservierungs- und Ticketsysteme pflegen und Daten korrigieren
- Beschwerden aufnehmen, prüfen und Kulanz oder Erstattung veranlassen
- mit Hotels, Airlines, Veranstaltern und Dienstleistern abstimmen
- Gäste zu Leistungen, Preisen und Reisebedingungen beraten
- Vorgänge im Ticketsystem dokumentieren und Fälle eskalieren
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss, häufig kaufmännische oder touristische Ausbildung
- gutes Englisch, weitere Fremdsprache je nach Markt
- sichere Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift
- Geduld und Selbstbeherrschung im Umgang mit aufgebrachten Kunden
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Routine am Computer und schnelle Einarbeitung in Buchungssysteme
Wo man arbeitet
- Servicecenter von Reiseveranstaltern und Onlineportalen
- Zentralen von Hotelketten
- Airlines und Ticketvermittler
- Kreuzfahrt- und Busreiseunternehmen
- externe Callcenter mit Tourismuskunden
- Homeoffice im Wechsel mit Bürotagen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, etwa als Kaufmann für Tourismus und Freizeit, Tourismuskaufmann in Privat- und Geschäftsreisen oder Kaufmann für Dialogmarketing. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg mit mehrwöchiger betrieblicher Schulung auf Produkt, System und Gesprächsführung. Weiterbildungen zum Fachwirt oder eine Teamleiterschulung eröffnen den Aufstieg.
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Verwandte Berufe
Hotelfachfrau
Hotelfachleute betreuen Gäste vom Empfang bis zur Abreise, arbeiten im Service, an der Rezeption, im Housekeeping und in der Verwaltung. Der Beruf verbindet Gastgeberrolle mit kaufmännischen Aufgaben und läuft überwiegend im Schichtdienst.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.100 – 4.500 €
Rezeptionist
Rezeptionisten sind die erste Kontaktstelle in Hotels, Praxen oder Unternehmen: Sie empfangen Gäste und Besucher, bearbeiten Anfragen am Telefon und per E-Mail und übernehmen organisatorische Aufgaben am Empfang.
- Offene Stellen
- 38
- Monatsbrutto
- 2.100 – 4.200 €
Tourismuskaufmann
Tourismuskaufleute beraten Kundinnen und Kunden zu Reisen, buchen Flüge, Hotels und Pauschalangebote und wickeln die Vorgänge kaufmännisch ab. Sie arbeiten in Reisebüros, bei Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften oder im Geschäftsreisemanagement.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 2.100 – 4.600 €
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