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Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Mitarbeiter betrieblicher Brandschutz

Mitarbeiter im betrieblichen Brandschutz organisieren den vorbeugenden Brandschutz in Unternehmen: Sie prüfen Anlagen und Fluchtwege, schulen Beschäftigte und halten Brandschutzordnung und Nachweise auf dem aktuellen Stand.

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Gehalt

Was man als Mitarbeiter betrieblicher Brandschutz verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 4.100 € 4.900 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.100 € 6.500 € 61.200 €

Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In der chemischen Industrie oder Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter nach den jeweiligen Flächentarifverträgen deutlich über denen kleiner Dienstleister, im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD, meist in den Entgeltgruppen 8 bis 11. Zusatzqualifikationen wie Fachkraft für Arbeitssicherheit und Verantwortung für mehrere Standorte heben das Gehalt spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter betrieblicher Brandschutz?

Die Arbeit besteht zu einem großen Teil aus Kontrolle und Dokumentation. Mitarbeiter im betrieblichen Brandschutz gehen regelmäßig durch Produktionshallen, Lager, Büros und Technikräume und prüfen, ob Flucht- und Rettungswege frei sind, Brandschutztüren schließen, Feuerlöscher am vorgesehenen Platz hängen und geprüft sind, und ob brennbare Stoffe richtig gelagert werden. Abweichungen werden fotografiert, protokolliert und an die zuständige Abteilung gemeldet, danach wird die Beseitigung nachverfolgt.

Dazu kommt die Schreibarbeit: Brandschutzordnung nach DIN 14096 pflegen, Flucht- und Rettungspläne aktualisieren, Prüffristen von Rauchmeldern, Sprinkleranlagen und Rauchabzügen überwachen, Wartungsberichte externer Firmen sichten und archivieren. Bei Umbauten, neuen Maschinen oder geänderter Nutzung von Räumen wird die Abteilung früh eingebunden und beurteilt, ob das Brandschutzkonzept noch trägt. Ein weiterer Teil ist die Erlaubnis für feuergefährliche Arbeiten: Schweißen, Trennschleifen oder Löten in gefährdeten Bereichen wird schriftlich freigegeben, mit Auflagen und Brandwache.

Außerdem gehören Unterweisungen dazu. Beschäftigte werden jährlich informiert, Brandschutzhelfer werden ausgebildet, Evakuierungsübungen mit der Feuerwehr geplant und ausgewertet. Nach einem Ereignis wird die Ursache aufgearbeitet.

Wie wird man Mitarbeiter betrieblicher Brandschutz?

Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Üblich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung, häufig technisch oder handwerklich, manchmal auch kaufmännisch, dazu die Qualifikation zum Brandschutzbeauftragten nach vfdb-Richtlinie 12-09/01. Dieser Lehrgang dauert etwa zwei Wochen und endet mit einer Prüfung; alle drei Jahre ist eine Fortbildung nötig. Viele kommen aus der Freiwilligen Feuerwehr oder Werkfeuerwehr und bringen praktische Erfahrung mit. In größeren Unternehmen wird die Aufgabe oft mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder dem Gefahrstoffmanagement verbunden, dann sind zusätzliche Lehrgänge Voraussetzung. Ein Studium in Sicherheitstechnik oder Brandschutz führt eher in die Planung von Brandschutzkonzepten.

Was der Beruf verlangt

Die Tätigkeit läuft meist zu regulären Arbeitszeiten, in Betrieben mit Schichtbetrieb kann Rufbereitschaft dazukommen. Begehungen bedeuten viel Gehen, Treppen, Leitern und Aufenthalt in Bereichen mit Lärm, Staub, Hitze oder Kälte. Wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen möchte, ist hier falsch.

Unbequem ist die Rolle vor allem sozial. Brandschutz kostet Zeit, Platz und Geld und wird im laufenden Betrieb oft als Störung empfunden. Zugestellte Fluchtwege, im Keil festgestellte Brandschutztüren oder Lagerung im Treppenhaus muss man wieder und wieder ansprechen, auch gegenüber Führungskräften. Beharrlichkeit und ein sachlicher Ton sind wichtiger als Autorität. Gleichzeitig trägt man Verantwortung: Mängel, die dokumentiert aber nicht abgestellt wurden, werden nach einem Schadenfall genau geprüft.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil. Versicherer, Baugenehmigungen und Aufsichtsbehörden verlangen bestellte Brandschutzbeauftragte, und die Anforderungen an Dokumentation nehmen zu. Besonders gesucht sind Fachkräfte in der Chemie- und Pharmaindustrie, in Logistikzentren, Kliniken und bei Batterie- und Energiespeicheranlagen, wo neue Risiken bewertet werden müssen. Entwicklungswege führen zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, zum Sicherheitsingenieur, in ein zentrales HSE-Management mit mehreren Standorten oder in die selbstständige Beratung, häufig kombiniert mit Schulungstätigkeit.

Aufgaben

  • regelmäßige Brandschutzbegehungen in allen Betriebsbereichen durchführen
  • Mängel dokumentieren und ihre Beseitigung nachverfolgen
  • Brandschutzordnung sowie Flucht- und Rettungspläne aktuell halten
  • Prüf- und Wartungsfristen von Brandschutzeinrichtungen überwachen
  • Erlaubnisscheine für feuergefährliche Arbeiten ausstellen
  • Beschäftigte unterweisen und Brandschutzhelfer ausbilden
  • Evakuierungsübungen planen, begleiten und auswerten
  • bei Umbauten und Neuanschaffungen brandschutzfachlich mitwirken

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Berufsausbildung, häufig technisch oder handwerklich
  • Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten nach vfdb 12-09/01 oder die Bereitschaft dazu
  • Kenntnisse in Bauordnungsrecht, Arbeitsschutzvorschriften und technischen Regeln
  • sichere Dokumentation und routinierter Umgang mit Büro- und Prüfsoftware
  • Durchsetzungsfähigkeit und sachliche Gesprächsführung
  • körperliche Beweglichkeit für Begehungen über Treppen, Leitern und Dächer
  • Bereitschaft zu regelmäßiger Fortbildung

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Produktionsbetriebe
  • Logistikzentren und große Lager
  • Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Hochschulen
  • Chemie- und Pharmaunternehmen
  • Behörden und kommunale Betriebe
  • Ingenieur- und Beratungsbüros für Brandschutz

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrere Jahre Betriebserfahrung, ergänzt durch den etwa zweiwöchigen Lehrgang zum Brandschutzbeauftragten mit Prüfung. Häufig kommen Erfahrung aus Freiwilliger Feuerwehr oder Werkfeuerwehr sowie Zusatzqualifikationen im Arbeitsschutz hinzu. Alle drei Jahre ist eine Fortbildung zum Erhalt der Qualifikation vorgeschrieben.

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