Was macht ein Mitarbeiter betrieblicher Brandschutz?
Die Arbeit besteht zu einem großen Teil aus Kontrolle und Dokumentation. Mitarbeiter im betrieblichen Brandschutz gehen regelmäßig durch Produktionshallen, Lager, Büros und Technikräume und prüfen, ob Flucht- und Rettungswege frei sind, Brandschutztüren schließen, Feuerlöscher am vorgesehenen Platz hängen und geprüft sind, und ob brennbare Stoffe richtig gelagert werden. Abweichungen werden fotografiert, protokolliert und an die zuständige Abteilung gemeldet, danach wird die Beseitigung nachverfolgt.
Dazu kommt die Schreibarbeit: Brandschutzordnung nach DIN 14096 pflegen, Flucht- und Rettungspläne aktualisieren, Prüffristen von Rauchmeldern, Sprinkleranlagen und Rauchabzügen überwachen, Wartungsberichte externer Firmen sichten und archivieren. Bei Umbauten, neuen Maschinen oder geänderter Nutzung von Räumen wird die Abteilung früh eingebunden und beurteilt, ob das Brandschutzkonzept noch trägt. Ein weiterer Teil ist die Erlaubnis für feuergefährliche Arbeiten: Schweißen, Trennschleifen oder Löten in gefährdeten Bereichen wird schriftlich freigegeben, mit Auflagen und Brandwache.
Außerdem gehören Unterweisungen dazu. Beschäftigte werden jährlich informiert, Brandschutzhelfer werden ausgebildet, Evakuierungsübungen mit der Feuerwehr geplant und ausgewertet. Nach einem Ereignis wird die Ursache aufgearbeitet.
Wie wird man Mitarbeiter betrieblicher Brandschutz?
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Üblich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung, häufig technisch oder handwerklich, manchmal auch kaufmännisch, dazu die Qualifikation zum Brandschutzbeauftragten nach vfdb-Richtlinie 12-09/01. Dieser Lehrgang dauert etwa zwei Wochen und endet mit einer Prüfung; alle drei Jahre ist eine Fortbildung nötig. Viele kommen aus der Freiwilligen Feuerwehr oder Werkfeuerwehr und bringen praktische Erfahrung mit. In größeren Unternehmen wird die Aufgabe oft mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder dem Gefahrstoffmanagement verbunden, dann sind zusätzliche Lehrgänge Voraussetzung. Ein Studium in Sicherheitstechnik oder Brandschutz führt eher in die Planung von Brandschutzkonzepten.
Was der Beruf verlangt
Die Tätigkeit läuft meist zu regulären Arbeitszeiten, in Betrieben mit Schichtbetrieb kann Rufbereitschaft dazukommen. Begehungen bedeuten viel Gehen, Treppen, Leitern und Aufenthalt in Bereichen mit Lärm, Staub, Hitze oder Kälte. Wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen möchte, ist hier falsch.
Unbequem ist die Rolle vor allem sozial. Brandschutz kostet Zeit, Platz und Geld und wird im laufenden Betrieb oft als Störung empfunden. Zugestellte Fluchtwege, im Keil festgestellte Brandschutztüren oder Lagerung im Treppenhaus muss man wieder und wieder ansprechen, auch gegenüber Führungskräften. Beharrlichkeit und ein sachlicher Ton sind wichtiger als Autorität. Gleichzeitig trägt man Verantwortung: Mängel, die dokumentiert aber nicht abgestellt wurden, werden nach einem Schadenfall genau geprüft.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Versicherer, Baugenehmigungen und Aufsichtsbehörden verlangen bestellte Brandschutzbeauftragte, und die Anforderungen an Dokumentation nehmen zu. Besonders gesucht sind Fachkräfte in der Chemie- und Pharmaindustrie, in Logistikzentren, Kliniken und bei Batterie- und Energiespeicheranlagen, wo neue Risiken bewertet werden müssen. Entwicklungswege führen zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, zum Sicherheitsingenieur, in ein zentrales HSE-Management mit mehreren Standorten oder in die selbstständige Beratung, häufig kombiniert mit Schulungstätigkeit.