Was macht ein Mitarbeiter im Auftragsmanagement?
Ein Auftrag kommt per E-Mail, über ein Kundenportal oder als EDI-Datensatz herein. Im Auftragsmanagement wird geprüft, ob Artikelnummern, Mengen, Preise und Konditionen zur Vereinbarung passen, ob der Kunde ein offenes Kreditlimit hat und ob die Ware verfügbar ist. Der Auftrag wird im ERP-System angelegt – meist SAP, Microsoft Dynamics oder eine Branchenlösung – und mit einem Liefertermin bestätigt. Danach beginnt die Begleitung: Lieferscheine anstoßen, Termine mit Lager oder Produktion abstimmen, Speditionen beauftragen, Teillieferungen dokumentieren, Rechnungen freigeben.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Abweichungen. Ein Artikel ist nicht auf Lager, ein Kunde will die Menge kurzfristig ändern, eine Sendung ist beschädigt angekommen, eine Rechnung wird bestritten. Dann heißt es telefonieren, nachfassen, Gutschriften und Retouren erfassen, Reklamationen an die Qualitätssicherung weitergeben. Am Monatsende kommen Auswertungen dazu: offene Aufträge, Rückstände, Liefertreue.
Wie wird man Mitarbeiter im Auftragsmanagement?
Der klassische Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, Kaufmann für Büromanagement oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft dual. Wer aus einem anderen kaufmännischen Bereich kommt, aus dem Vertriebsinnendienst, der Sachbearbeitung oder dem Kundenservice, hat gute Chancen auf einen Quereinstieg, weil die Systeme im Betrieb erlernt werden. Ein betriebswirtschaftliches Studium ist nicht nötig, hilft aber beim Aufstieg. Wichtiger als der Abschluss sind sicherer Umgang mit ERP-Systemen und Excel sowie Englisch, sobald Auslandskunden im Spiel sind.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist büro- und bildschirmgebunden, überwiegend zu normalen Geschäftszeiten, in Teilen auch im Homeoffice. Belastend ist weniger die einzelne Aufgabe als die Gleichzeitigkeit: Telefon, Mailpostfach, Systemmeldungen und Kollegen aus dem Vertrieb konkurrieren um Aufmerksamkeit. Fehler bei Preisen, Mengen oder Terminen werden schnell teuer und sind gut nachvollziehbar, entsprechend hoch ist der Anspruch an Genauigkeit.
Wer Konflikte scheut, tut sich schwer. Kunden reagieren verärgert auf verschobene Termine, die man selbst nicht verschuldet hat, und intern muss man Zusagen einfordern. Zum Quartals- und Jahresende steigt die Auftragslast deutlich, Urlaub ist dann schlecht planbar. Ein Teil der Routinen wird zunehmend automatisiert; wer nur Daten abtippt, muss damit rechnen, dass sich der Aufgabenzuschnitt verändert.
Aussichten
Auftragsmanagement wird in nahezu jedem produzierenden und handelnden Unternehmen gebraucht, die Nachfrage ist stabil und nicht auf eine Branche beschränkt. Das macht die Position vergleichsweise sicher, aber auch austauschbar, solange keine Spezialisierung dazukommt. Wer sich in Exportabwicklung, Zollrecht, Key-Account-Betreuung oder in der Anpassung von ERP-Prozessen auskennt, wird schwerer zu ersetzen. Entwicklungswege führen in die Teamleitung des Innendienstes, in den Vertrieb, in die Disposition, ins Supply Chain Management oder über eine Weiterbildung zum Fachwirt in eine Fachkoordination.