Medizintechniker
Medizintechniker installieren, prüfen und reparieren medizinische Geräte – von Infusionspumpen über Beatmungsgeräte bis zu Computertomographen. Sie arbeiten meist in Krankenhäusern oder beim Gerätehersteller und sorgen dafür, dass die Technik sicher und einsatzbereit ist.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Medizintechniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.400 € | 5.200 € | 6.500 € | 62.400 € |
In kommunalen und kirchlichen Kliniken richtet sich die Bezahlung nach TVöD-K bzw. AVR, meist Entgeltgruppe 8 bis 10, bei Abteilungsleitung höher. Hersteller und Servicefirmen zahlen häufig mehr, teils nach den Tarifen der Metall- und Elektroindustrie, dazu kommen Zulagen für Rufbereitschaft und Reisetätigkeit.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Medizintechniker?
Medizintechniker halten die Gerätetechnik am Laufen, mit der in Kliniken und Praxen behandelt wird. Der Alltag besteht aus sicherheitstechnischen Kontrollen und Messtechnischen Kontrollen nach Medizinprodukte-Betreiberverordnung, aus Fehlersuche an defekten Geräten, dem Tausch von Baugruppen, Kalibrierungen und der Dokumentation im Medizinproduktebuch. Dazu kommen Neuinbetriebnahmen: Gerät auspacken, aufbauen, konfigurieren, ins Netzwerk einbinden, Pflegekräfte und Ärzte einweisen.
Ein Teil der Arbeit ist Beratung. Wenn eine Station ein neues Monitoring braucht, prüfen Medizintechniker Angebote, klären Kompatibilität mit dem Bestand und begleiten die Abnahme. In Herstellerfirmen sieht der Beruf anders aus: dort dominiert der Außendienst mit Anfahrten zu Kundenkliniken, Installationen und Störungsbeseitigung unter Zeitdruck, weil ein stillstehender OP-Tisch oder ein ausgefallenes Dialysegerät sofort Folgen hat.
Wie wird man Medizintechniker?
Der klassische Weg führt über eine Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf – Elektroniker für Geräte und Systeme, Mechatroniker, Informationselektroniker – und anschließend die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Medizintechnik an einer Fachschule. Diese dauert in Vollzeit etwa zwei Jahre, in Teilzeit drei bis vier. Alternativ gibt es das Bachelorstudium Medizintechnik an Hochschulen; damit landet man häufiger in Entwicklung, Vertrieb oder Klinikprojekten als in der reinen Instandhaltung.
Quereinstieg ist verbreitet: Wer aus der Elektro-, Kälte- oder Anlagentechnik kommt, wird von Kliniken und Servicefirmen häufig eingestellt und über Herstellerschulungen an einzelne Gerätefamilien herangeführt. Ohne elektrotechnische Grundqualifikation geht es allerdings nicht, weil Prüfungen nach den einschlägigen Normen eine nachgewiesene Fachkunde verlangen.
Was der Beruf verlangt
Die Verantwortung ist erheblich. Wer ein Gerät freigibt, unterschreibt dafür, dass es sicher am Patienten eingesetzt werden kann. Fehler in Prüfung oder Dokumentation sind haftungsrelevant. Dazu kommt ständiger Lerndruck, weil Gerätegenerationen und Software schnell wechseln und jede Herstellerfreigabe eigene Schulungen erfordert.
Der Arbeitsalltag ist unruhig. Störungsmeldungen kommen dann, wenn es gerade nicht passt, und Reparaturen an OP- oder Intensivgeräten müssen oft sofort erfolgen. Viele Kliniken haben Rufbereitschaft, im Herstellerservice gehören Reisetage und lange Anfahrten dazu. Körperlich ist die Arbeit gemischt: viel Stehen, Arbeiten in engen Technikräumen, gelegentlich schweres Heben. In Behandlungsräumen bewegt man sich zwischen Patienten und muss Hygieneregeln einhalten. Wer schlecht mit Unterbrechungen umgehen kann oder Papierarbeit meidet, tut sich schwer – die Dokumentation ist ein fester und großer Teil des Berufs.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot. Kliniken bauen ihre Gerätebestände und deren Vernetzung weiter aus, gleichzeitig gehen erfahrene Techniker in Rente. Besonders gesucht sind Fachkräfte mit Kenntnissen in Bildgebung, IT-Sicherheit und Netzwerktechnik, weil Medizingeräte zunehmend Teil der Klinik-IT sind.
Entwicklungswege führen zur Leitung einer Medizintechnikabteilung, zum Medizinproduktebeauftragten, in den technischen Vertrieb, in Applikationsberatung oder ins Qualitätsmanagement bei Herstellern. Ein berufsbegleitendes Studium öffnet Zugang zu Entwicklung und Zulassungsfragen.
Aufgaben
- sicherheitstechnische und messtechnische Kontrollen an Medizingeräten durchführen
- Defekte eingrenzen, Baugruppen tauschen und Geräte reparieren
- Neugeräte in Betrieb nehmen und Anwender einweisen
- Prüfergebnisse und Wartungen im Medizinproduktebuch dokumentieren
- Störungsmeldungen aus Stationen und OP bearbeiten
- Ersatzteile bestellen und Serviceverträge mit Herstellern abstimmen
- bei Beschaffung neuer Geräte technisch beraten und Abnahmen begleiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung oder Studium der Medizintechnik
- Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder gleichwertige Fachkunde
- Kenntnisse der Medizinprodukte-Betreiberverordnung und der einschlägigen Prüfnormen
- sorgfältige Dokumentation und Bereitschaft zu laufenden Herstellerschulungen
- Führerschein Klasse B, im Außendienst Reisebereitschaft
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Arbeit in Patientenumgebung
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser und Universitätskliniken
- Hersteller und Servicefirmen für Medizinprodukte
- medizinische Versorgungszentren und große Facharztpraxen
- Dialysezentren und Rehabilitationskliniken
- technische Prüf- und Sachverständigenorganisationen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf, gefolgt von der zweijährigen Fachschulweiterbildung zum staatlich geprüften Techniker, Fachrichtung Medizintechnik. Alternativ führt ein Bachelorstudium Medizintechnik in sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Quereinsteiger aus der Elektrotechnik werden häufig eingestellt und über Gerätezertifizierungen der Hersteller qualifiziert.
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