Was macht ein Mediaberater?
Mediaberater verkaufen Werbung. Ihre Kunden sind Autohäuser, Möbelhändler, Kliniken, Handwerksbetriebe, Agenturen oder Konzerne, die Anzeigen in einer Zeitung schalten, einen Radiospot buchen oder eine Bannerkampagne auf einem Nachrichtenportal starten wollen. Der Arbeitstag besteht zu großen Teilen aus Telefonaten, Videoterminen und Kundenbesuchen. Dazwischen liegen Angebotskalkulationen, Mediapläne, Reichweitenauswertungen und die Abstimmung mit der Anzeigendisposition, dem Grafikteam und der Redaktion.
Ein Teil der Arbeit ist Beratung: Welches Format passt zum Budget, welche Zielgruppe erreicht ein Beilagenprospekt, wann lohnt eine Kombination aus Print und Online. Ein anderer Teil ist reiner Vertrieb, inklusive Kaltakquise, Nachfassen und Verhandeln über Rabatte. Wer im Außendienst arbeitet, ist viel im Auto unterwegs; im Innendienst wird überwiegend telefonisch verkauft. Nach der Buchung kontrollieren Mediaberater, dass Motive rechtzeitig eingehen, Termine gehalten werden und die Rechnung stimmt.
Wie wird man Mediaberater?
Es gibt keinen geschützten Zugangsweg. Klassisch ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation oder zum Medienkaufmann Digital und Print, beide dual im Verlag oder in der Agentur. Verbreitet ist auch der Einstieg über ein Studium in Medien-, Kommunikations- oder Betriebswirtschaft. Sehr viele Mediaberater sind Quereinsteiger aus anderen Vertriebsberufen, aus dem Einzelhandel oder aus dem Journalismus. Medienhäuser stellen häufig ohne Branchenerfahrung ein und schulen intern, weil Verkaufstalent schwerer zu lernen ist als das Produktwissen. Fachliche Weiterbildungen zum Online-Marketing-Manager oder zum Fachwirt Marketing sind üblich.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf läuft über Zahlen. Umsatzziele werden monatlich oder quartalsweise gemessen, ein erheblicher Teil des Einkommens hängt oft an Provision. Wer Ablehnung schlecht verträgt, kommt mit der Akquise nicht zurecht: Auf viele Anrufe folgt ein Auftrag. Der Druck steigt, wenn Printauflagen und Anzeigenerlöse sinken und dieselben Ziele mit schrumpfenden Märkten erreicht werden sollen.
Die Arbeitszeiten sind meist im Rahmen der Bürozeiten, dehnen sich aber vor Anzeigenschluss, bei Sonderveröffentlichungen und in Messewochen aus. Außendienst bedeutet Fahrzeit, Termine über Land und Abendveranstaltungen. Verlangt werden verbindliches Auftreten, Ausdauer, sauberes Arbeiten mit CRM-Systemen und die Fähigkeit, in einem Gespräch zwischen Beratung und Verkaufsinteresse zu balancieren, ohne unglaubwürdig zu werden.
Aussichten
Der klassische Printverkauf schrumpft, Stellen in Zeitungsverlagen werden abgebaut oder zusammengelegt. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Beratern, die digitale Werbeformen verstehen: programmatische Auslieferung, Suchmaschinenwerbung, Social Media, Newsletter, Podcasts, Regio-Targeting. Wer sich dort einarbeitet, findet Stellen bei Vermarktern, Agenturen, Radiosendern, Plattformen und in den Digitalabteilungen der Medienhäuser.
Entwicklungswege führen zur Key-Account-Betreuung großer Kunden, in die Teamleitung im Verkauf, in die Vermarktungsleitung oder in Richtung Mediaplanung und Kampagnenmanagement. Erfahrene Berater mit gepflegtem Kundenstamm wechseln häufig auf Vermarkterseite oder machen sich als freie Handelsvertreter selbständig.