Was macht ein Anlagenmechaniker für die Modernisierung von Wasserlöschanlagen?
Sprinkleranlagen halten dreißig Jahre und länger, aber Normen, Nutzungen und Lagerhöhen ändern sich schneller. Wer in der Modernisierung arbeitet, kommt in Gebäude, in denen eine Löschanlage schon existiert, und passt sie an: Rohrleitungen werden neu verlegt oder erweitert, Sprinklerköpfe gegen andere Auslösetemperaturen oder Sprühbilder getauscht, Alarmventilstationen, Trockenanlagenventile und Pumpen ersetzt. Dazu gehören das Aufmaß vor Ort, das Trennen und Gewindeschneiden von Stahlrohren, Schweiß- und Pressverbindungen, das Setzen von Befestigungen in Beton und Stahlbau, das Entleeren und Wiederfüllen von Anlagenteilen sowie Dicht- und Funktionsprüfungen mit Druckproben. Häufig wird abschnittsweise gearbeitet, damit der Brandschutz im Rest des Gebäudes wirksam bleibt. Wer die Arbeiten übernimmt, dokumentiert außerdem, was verbaut wurde, und arbeitet mit Sachverständigen und Versicherern zusammen, die die Anlage abnehmen.
Wie wird man Anlagenmechaniker in diesem Bereich?
Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung als Anlagenmechaniker, häufig in der Fachrichtung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, oder als Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker oder Rohrleitungsbauer. Spezialwissen zu Löschanlagen wird nicht in der Ausbildung vermittelt, sondern im Betrieb und über Schulungen der Anlagenhersteller und der Fachverbände. Der Quereinstieg aus dem Rohrleitungsbau, der Heizungstechnik oder dem Stahlbau ist verbreitet; viele Firmen suchen Leute mit Rohrerfahrung und schulen sie ein. Nützlich sind Nachweise wie Schweißerprüfungen, ein Befähigungsschein für Hubarbeitsbühnen und die Unterweisung für Arbeiten mit Absturzgefahr.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Rohre in DN 100 sind schwer, montiert wird über Kopf, auf Leitern, Bühnen und Gerüsten, oft in Hallen ohne Heizung oder in engen Technikräumen. Wasser gehört zum Alltag, ebenso Staub, Bohren in Beton und Schmutz aus alten Leitungen. Weil Löschanlagen nur außerhalb des Betriebs abgeschaltet werden können, fallen Nacht- und Wochenendeinsätze an, besonders im Handel und in der Logistik. Montage bedeutet Reisen: Wer bundesweit für einen Anlagenbauer arbeitet, verbringt Wochen auswärts, andere Betriebe arbeiten regional mit täglicher Heimfahrt. Sorgfalt ist keine Nebensache, denn Fehler an einer Löschanlage fallen erst im Brandfall auf. Verlangt wird außerdem Ruhe im Umgang mit Kunden, deren Betrieb während der Arbeiten eingeschränkt ist.
Aussichten
Der Bestand an Sprinkleranlagen in Deutschland ist groß und altert, gleichzeitig entstehen neue Hochregallager und Rechenzentren mit Löschtechnik. Fachkräfte sind knapp, die Betriebe suchen dauerhaft und übernehmen Auszubildende in der Regel. Weiterentwickeln kann man sich zum Obermonteur oder Bauleiter, in den Service und die wiederkehrende Prüfung von Anlagen, in die Planung mit hydraulischer Berechnung oder über die Meisterprüfung beziehungsweise eine Technikerweiterbildung. Wer sich in Sonderlöschanlagen, Schaum- oder Sprühnebeltechnik einarbeitet, wird schwer ersetzbar. Der Preis dafür bleibt die Reisetätigkeit und die körperliche Belastung, die mit den Jahren spürbar wird.