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Marktleiter / Filialleiter / Substitut

Marktleiter, Filialleiter und Substituten führen eine Einzelhandelsfiliale: Sie steuern Umsatz, Warenbestand und Personal und stehen dabei selbst mit auf der Fläche. Der Substitut ist die Vorstufe, meist als Stellvertreter der Marktleitung.

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Gehalt

Was man als Marktleiter / Filialleiter / Substitut verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 4.100 € 5.000 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.200 € 7.000 € 62.400 €

Entscheidend sind Betriebsform und Filialgröße: Discounter zahlen deutlich über dem Tarif des Einzelhandels der jeweiligen Bundesländer, kleine Supermärkte und Fachgeschäfte oft nur knapp darüber. Umsatzabhängige Prämien, Dienstwagen und Zulagen für Sonntags- oder Nachtarbeit können den Verdienst spürbar erhöhen, Substituten liegen meist am unteren Rand der genannten Spannen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Marktleiter?

Ein Marktleiter verantwortet eine Filiale als eigene wirtschaftliche Einheit. Dazu gehört die Zahlenseite: Umsatz und Rohertrag beobachten, Inventurdifferenzen und Abschriften analysieren, Bestellmengen anpassen, Werbeaktionen umsetzen. Dazu gehört genauso die Fläche: Regale kontrollieren, Mindesthaltbarkeitsdaten prüfen, Frischeabteilungen bewerten, Reklamationen von Kunden übernehmen, die eine Kassenkraft nicht lösen kann. Ein großer Teil der Arbeitszeit geht in Personalthemen - Dienstpläne für dreißig oder mehr Mitarbeitende schreiben, Krankmeldungen auffangen, Auszubildende anleiten, Bewerbungsgespräche führen, gelegentlich Abmahnungen aussprechen.

In kleineren Filialen und im Discount arbeitet die Leitung körperlich voll mit: Paletten verräumen, Kassieren in Stoßzeiten, morgens die Backwaren einschieben. Der Substitut übernimmt Teilbereiche und vertritt die Leitung an freien Tagen, hat aber meist noch keine volle Ergebnisverantwortung. Fachbereichsleitungen für Obst und Gemüse, Fleisch oder Getränke berichten an die Marktleitung; darüber steht ein Bezirks- oder Regionalleiter, der regelmäßig zu Marktbegehungen kommt.

Wie wird man Marktleiter?

Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder die zweijährige zum Verkäufer mit anschließender Verkürzung. Danach folgen einige Jahre auf der Fläche, oft mit einer Station als Abteilungs- oder Substitutstelle. Viele Handelsunternehmen haben eigene Nachwuchsprogramme, die Verkäufer in zwölf bis vierundzwanzig Monaten auf die Marktleitung vorbereiten. Wer schneller aufsteigen will, macht den Handelsfachwirt oder Handelsbetriebswirt an der IHK.

Daneben gibt es duale Studiengänge im Handelsmanagement, die direkt in eine Filialleitung oder in die Bezirksleitung münden. Quereinstiege sind möglich, vor allem aus der Gastronomie, der Logistik oder anderen Bereichen mit Schichtplanung und Personalverantwortung. Ohne Handelserfahrung wird man in der Regel als Substitut eingesetzt und arbeitet sich ein.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten liegen dort, wo der Markt geöffnet ist, also früh, spät und samstags. Sechs-Tage-Wochen kommen vor, auch wenn sie nicht die Regel sein sollten. Überstunden gehören in vielen Häusern zum Alltag, gerade wenn Personal fehlt - und Personalmangel ist im Handel der Normalzustand. Wer eine Filiale führt, ist die Person, die einspringt, wenn niemand sonst kann.

Der Beruf ist körperlich fordernd: Stehen, Heben, Kühlhaus. Dazu kommt der Druck von zwei Seiten - die Bezirksleitung fragt nach Kennzahlen, das Team erwartet verlässliche Dienstpläne. Konflikte mit Mitarbeitenden und unangenehme Kundengespräche lassen sich nicht delegieren. Diebstahl, Kassendifferenzen und Personalfluktuation sind wiederkehrende Themen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Lebensmitteleinzelhandel, Drogerie und Discount suchen dauerhaft Führungsnachwuchs, viele Ketten besetzen Leitungsstellen fast ausschließlich intern. Wer bereit ist, den Wohnort oder zumindest die Filiale zu wechseln, findet schnell eine Position.

Entwicklungswege führen von der kleinen zur umsatzstarken Filiale, weiter in die Bezirks- oder Regionalleitung mit mehreren Märkten oder in die Zentrale, etwa in den Einkauf, das Category Management oder die Expansion. Im genossenschaftlich organisierten Handel ist auch die selbstständige Übernahme eines Marktes ein realistischer Weg, der allerdings Eigenkapital und unternehmerisches Risiko verlangt.

Aufgaben

  • Umsatz, Rohertrag und Abschriften der Filiale überwachen
  • Dienst- und Urlaubspläne für das Filialteam erstellen
  • Warenbestellungen disponieren und Lieferungen kontrollieren
  • Warenpräsentation, Aktionsflächen und Preisauszeichnung prüfen
  • Mitarbeitende einarbeiten, führen und Auszubildende betreuen
  • Kundenbeschwerden und Reklamationen bearbeiten
  • Inventuren vorbereiten und Kassendifferenzen klären
  • Hygiene-, Arbeitsschutz- und HACCP-Vorgaben durchsetzen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Einzelhandel oder vergleichbare Berufserfahrung
  • Mehrere Jahre Praxis auf der Verkaufsfläche, idealerweise als Substitut oder Abteilungsleitung
  • Sicherer Umgang mit Kennzahlen, Warenwirtschaftssystemen und Dienstplanung
  • Bereitschaft zu Früh-, Spätschichten und Samstagsarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit für Stehen, Heben und Arbeit im Kühlbereich
  • Durchsetzungsfähigkeit und Ruhe in Konfliktsituationen
  • Häufig Führerschein und Bereitschaft zum Filialwechsel

Wo man arbeitet

  • Lebensmittelmärkte und Supermärkte
  • Discounter
  • Drogerie- und Fachmarktketten
  • Baumärkte und Elektrofachmärkte
  • Textil- und Modefilialen
  • Tankstellen- und Convenience-Ketten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel, gefolgt von einigen Jahren Berufspraxis und einer Station als Substitut. Viele Unternehmen bieten interne Führungsnachwuchsprogramme von zwölf bis vierundzwanzig Monaten an; alternativ qualifiziert die IHK-Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder ein duales Studium im Handelsmanagement für die Filialleitung.

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