Was macht ein Manager Steuerberatung?
Ein Manager in der Steuerberatung verantwortet einen festen Kreis von Mandaten, meist mittelständische Unternehmen, Konzerngesellschaften oder vermögende Privatpersonen. Er prüft und zeichnet Steuererklärungen, Jahresabschlüsse und steuerliche Überleitungsrechnungen ab, die von Beratern und Assistenten vorbereitet wurden. Dazu kommen Gutachten und Stellungnahmen zu Umwandlungen, Unternehmenskäufen, Verrechnungspreisen, Organschaften oder grenzüberschreitenden Sachverhalten.
Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation: Gespräche mit Geschäftsführern und Steuerabteilungen, Korrespondenz mit Finanzämtern, Begleitung von Betriebsprüfungen, Einspruchsverfahren. Wer in einer größeren Gesellschaft arbeitet, kalkuliert außerdem Angebote, überwacht Budgets und Stundenschreibung und stellt Rechnungen. Zur Rolle gehört Personalführung, auch wenn sie selten so genannt wird: Aufgaben verteilen, Arbeitsergebnisse durchsehen, Beurteilungen schreiben, Berufsanfänger anlernen.
Wie wird man Manager Steuerberatung?
Der übliche Weg führt über ein Studium der Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsrechts mit steuerlichem Schwerpunkt, danach mehrere Jahre in einer Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Entscheidend für den Aufstieg ist in der Regel das Steuerberaterexamen, das nach dem Studium drei Jahre praktische Tätigkeit voraussetzt, bei kürzeren Studiengängen entsprechend länger. Die Prüfung hat eine hohe Durchfallquote und wird meist neben dem Beruf vorbereitet.
Es gibt auch den Weg über die Ausbildung zum Steuerfachangestellten, die Weiterbildung zum Steuerfachwirt und anschließend das Examen. Dieser Weg dauert länger, ist in Kanzleien aber anerkannt. Ohne Examen ist die Managerposition in manchen Häusern erreichbar, etwa in der Umsatzsteuer- oder Verrechnungspreisberatung, bleibt in der Weiterentwicklung aber meist begrenzt. Steuerjuristen kommen über das Zweite Staatsexamen und oft ergänzend über das Steuerberaterexamen in die Rolle.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitsbelastung ist ungleich verteilt. In den Wochen vor Abgabefristen und in der Abschlusssaison sind lange Tage die Regel, und Manager sind diejenigen, die am Ende für Termine und Qualität geradestehen. Fachlich hört das Lernen nicht auf: Gesetzesänderungen, neue Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen kommen laufend, ein Teil der Lektüre findet abends oder am Wochenend statt.
Dazu kommt der Spagat zwischen Fachtiefe und Wirtschaftlichkeit. Mandanten erwarten schnelle, verbindliche Antworten, das Haus erwartet abrechenbare Stunden, das Team erwartet Anleitung. Wer Konflikte scheut oder Verantwortung nicht abgeben kann, kommt in dieser Position schwer zurecht. Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, Reisen fallen je nach Mandantenstruktur unterschiedlich stark an. Home-Office ist in der Branche verbreitet.
Aussichten
Der Bedarf an qualifizierten Steuerberatern ist hoch und wird durch Altersabgänge in Kanzleien und die Nachfolgeproblematik kleinerer Praxen verstärkt. Wer das Examen hat, findet in der Regel ohne lange Suche eine Stelle. Entwicklungswege führen über Senior Manager und Director bis zum Partner, in eine eigene Kanzlei oder in die Steuerabteilung eines Unternehmens, wo die Arbeitszeiten oft planbarer sind. Spezialisierungen in Verrechnungspreisen, internationalem Steuerrecht, Umsatzsteuer oder Transaktionsberatung erhöhen den Marktwert deutlich. Digitalisierung und Automatisierung verändern die Routinearbeit, verringern aber den Bedarf an Beratung bei komplexen Sachverhalten nicht.