Was macht ein Manager Quality Assurance International?
Die Aufgabe beginnt dort, wo ein Unternehmen an mehreren Standorten in mehreren Ländern produzieren oder einkaufen lässt. Ein indisches Werk arbeitet nach anderen Gewohnheiten als eines in Tschechien, ein Zulieferer in Vietnam dokumentiert anders als einer in Baden-Württemberg. Der Manager Quality Assurance International schreibt die gemeinsamen Regeln, prüft, ob sie eingehalten werden, und greift ein, wenn nicht.
Konkret heißt das: Qualitätsmanagementhandbücher und Verfahrensanweisungen erstellen und pflegen, Audits planen und durchführen, Abweichungen bewerten, Korrekturmaßnahmen mit den lokalen Verantwortlichen vereinbaren und deren Umsetzung nachhalten. Bei Reklamationen und Rückrufen wird die Ursache systematisch analysiert, oft mit Methoden wie 8D, Ishikawa oder FMEA. Dazu kommen Freigaben neuer Lieferanten, die Betreuung von Zertifizierungsaudits durch externe Stellen und die Berichterstattung an die Geschäftsführung über Kennzahlen wie Fehlerraten, Reklamationskosten und Auditergebnisse. In regulierten Branchen – Pharma, Medizintechnik, Lebensmittel, Luftfahrt – kommt die Kommunikation mit Behörden hinzu.
Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Kommunikation über Zeitzonen und Kulturen hinweg, meist auf Englisch. Wer in einem chinesischen Werk eine Prozessänderung durchsetzen will, ohne Weisungsbefugnis vor Ort zu haben, braucht Verhandlungsgeschick und Geduld.
Wie wird man Manager Quality Assurance International?
Üblich ist ein abgeschlossenes Studium in Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Chemie, Pharmazie, Lebensmitteltechnologie oder Wirtschaftsingenieurwesen. Der Einstieg erfolgt fast nie direkt: Meist arbeitet man einige Jahre in der Qualitätssicherung, der Produktion, der Entwicklung oder im Lieferantenmanagement, bevor die internationale Verantwortung dazukommt. Auch Techniker und Meister mit langer Qualitätserfahrung erreichen die Position, insbesondere in mittelständischen Betrieben.
Wichtig sind Zusatzqualifikationen: Auditor nach ISO 9001, IATF 16949 in der Automobilindustrie, ISO 13485 in der Medizintechnik, GMP-Kenntnisse in Pharma und Chemie, dazu Six Sigma. Diese Zertifikate werden bei DGQ, TÜV, DEKRA oder ähnlichen Anbietern erworben und in Stellenanzeigen häufig ausdrücklich verlangt.
Was der Beruf verlangt
Reisetätigkeit ist der härteste Punkt. Zwanzig bis vierzig Prozent Reiseanteil sind normal, in Aufbauphasen mehr, oft nach Asien, Osteuropa oder Nordamerika. Das kollidiert mit Familienleben und geht auf die Substanz. Wer nicht reist, telefoniert dafür morgens mit Asien und abends mit Amerika.
Dazu kommt eine Rolle, die selten beliebt macht: Wer Fehler dokumentiert und Lieferungen sperrt, steht regelmäßig gegen Vertrieb, Einkauf und Werkleitung, die liefern wollen. Man braucht Standfestigkeit und die Fähigkeit, Positionen sachlich zu begründen. In regulierten Branchen trägt die Position außerdem eine persönliche Verantwortung, die bei Behördeninspektionen spürbar wird. Verhandlungssicheres Englisch ist Voraussetzung, eine weitere Sprache hilft.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und eher steigend. Lieferketten sind komplexer geworden, Regulierung nimmt zu – EU-Medizinprodukteverordnung, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, Cybersecurity-Anforderungen. Unternehmen brauchen Leute, die das über Standorte hinweg beherrschen. Entwicklungswege führen zum Leiter Qualitätsmanagement, zum QM-Beauftragten der Geschäftsführung oder in Richtung Operations- und Werkleitung. Ein Wechsel in die Beratung oder zu benannten Stellen und Zertifizierungsgesellschaften ist ebenfalls verbreitet.